Archiv der Kategorie: Thriller

Jeffrey Deaver – Nachtschrei

Titel: Nachtschrei
Autor: Deaver, Jeffery
Originaltitel: The Bodies left behind
Verlag: Blanvalet Verlag
Erschienen: 18. Oktober 2010
ISBN-10: 3442374715
ISBN-13: 978-3442374717
Seitenzahl: 509
Einband: Klappbroschur
Preis: 9,99 €

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die kongeniale Verfilmung seines Romans „Die Assistentin“ unter dem Titel „Der Knochenjäger“ (mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen) war weltweit ein sensationeller Kinoerfolg und hat dem faszinierenden Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs eine riesige Fangemeinde erobert.
Quelle: Verlagsgruppe Random House

Inhalt:

In einer Polizeistation in Wisconsin geht ein unverständlicher Notruf aus einem einsam gelegenen Ferienhaus ein. Obwohl Brynn McKenzie dienstfrei hat, geht sie der Angelegenheit nach und gelangt als Erste an den Schauplatz eines grausamen Doppelmordes. Beinahe zu spät bemerkt die Polizistin, dass sich außer einer verängstigten Zeugin auch die Täter noch auf dem Grundstück befinden. Und damit beginnt für die beiden ungleichen Frauen eine atemlose Hetzjagd durch die Nacht – ein Albtraum, den sie nur gemeinsam überleben können …
Quelle: Blanvalet Verlag

Meine Meinung:
Ein abgebrochener Notruf führt die Polizistin Brynn McKenzie an den Lake Mondac. Dort findet sie in einem Ferienhaus zwei Leichen und seitdem ist sie selbst in Gefahr. Denn die Täter sind noch auf dem Gelände …
Überdies trifft Brynn auf dem Grundstück auf eine Augenzeugin. Gemeinsam mit ihr schlägt sie sich durch das Naturschutzgebiet des naheliegenden Parks.
Und so beginnt eine Hetzjagd, oder eine Flucht, je nachdem, aus wessen Sicht dem Leser die Ereignisse geschildert werden, durch ein riesiges Areal reinster Natur.

Der Thriller war von Anfang an äußerst spannend!
Die abwechselnden Szenen zwischen der Jagd/Flucht und Brynns Privatleben sowie anderen Figuren war genial platziert. So brachte der fesselnde Schreibstil mich dazu, dass ich nach jedem Kapitel gleich weiterlesen musste, da diese Cliffhanger die Dramatik der gefährlichen Situation der beiden Frauen noch steigerte.

Nachdem die beiden Frauen endlich in Sicherheit sind, lässt der Autor eine neue Bombe platzen. Manch einem Leser, so ging es zumindest mir, mögen Anzeichen davon schon im Vorfeld aufgefallen sein, aber trotzdem war ich schockiert, als es Tatsache wurde.
Und somit ging das Spiel von vorne los, nur ohne Wald, mit Verstärkung und das Ganze wurde etwas straffer geschildert.

Durch das ganze Buch hindurch gab es ein einziges Katz- und Mausspiel und dabei wurde es nie langweilig.
Einige Male kam der Gedanke auf, dass manches doch sehr „zufällig“ war, damit die Flucht wieder einmal gelingt oder die Jäger auf der Spur ihrer Opfer bleiben konnten …
Durch die verschiedenen Blickwinkel, von Brynn und ihrer Gefährtin sowie von den Tätern, war jede Situation angespannt und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.
Sozusagen in Echtzeit, was den Thriller so dramatisch machte, wurden die Polizistin und ihre Verbündete durch die Nacht gejagt und stolperten und strauchelten dabei durch einen Wildpark.
Zwischendurch wurden Ausschnitte aus Brynns Privatleben eingeflochten und ab und zu wurde mir gezeigt, wozu die Ermordung zweier Menschen angeblich „nötig“ war.
Brynn lernte ich im Lauf des Buches immer besser kennen, ebenso einen der Killer. Dadurch wurde mir aber auf eine gewisse Art auch dieser Täter recht sympathisch.

Anfangs war ich sehr skeptisch, ob der Autor wirklich über fast 500 Seiten eine Verfolgungsjagd in dunkler Nacht in einem Park schildern und dazu gleichmäßig die Spannung hochhalten kann. Aber schon nach einiger Zeit konnte mich der fesselnde Schreibstil überzeugen, dass dies wirklich möglich ist. Er hat es mit Bravour geschafft!
Ab und zu ließ der Autor auch entscheidende Fakten in Nebensätzen fallen, die im Laufe der Zeit wichtig wurden. Das Tolle dabei ist, dass diese Sätze wirklich vollkommen untergehen und erst im Nachhinein wurde klar: Das wurde doch irgendwann schon einmal erwähnt. Zumindest erging es mir so und das brachte neben der andauernden Spannung noch einen gewissen Nervenkitzel mit sich. Einfach nur genial gemacht!

Durch die Beschreibung der Umgebung wirkte das Geschehen sehr realistisch, da ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.
Das Buch ist in zwei Abschnitte aufgeteilt, die die Monate April und Mai darstellen.
Der Ort der Handlung ist eine abgelegene Gegend in Wisconsin, bei Kennesha County.

Ich bin echt begeistert von diesem Roman und würde dem Thriller auch fünf Sterne geben, wenn nicht manches zu offensichtlich übertrieben gewesen wäre. Somit werden es vier bis fünf Sterne.
Jeffrey Deaver weiß, wie er seine Leser fesseln kann!

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
©  Tikvas Schmöckertruhe / fictionfantasy.de
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

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Tess Gerritsen – Rizzoli & Isles 03 – Todsünde

Titel: Todsünde
Autor: Gerritsen, Tess
Originaltitel: The Sinner
Verlag: Weltbild Buchverlag
Erschienen: 2009
ISBN-10: 3828996175
ISBN-13: 978-3828996175
Seitenzahl: 411
Einband: Hardcover
Serie: Jane Rizzoli & Maura Isles 03
Preis: 10,00

Autorenportrait:

So gekonnt wie Tess Gerritsen vereint niemand erzählerische Raffinesse mit medizinischer Detailgenauigkeit und psychologischer Glaubwürdigkeit der Figuren. Bevor sie mit dem Schreiben begann, war die Autorin selbst erfolgreiche Ärztin. Der große internationale Durchbruch gelang ihr mit Die Chirurgin. Tess Gerritsen lebt mit ihrer Familie in Maine.
Quelle: http://www.randomhouse.de

Inhalt:

Weihnachten naht, und in Boston herrscht klirrende Kälte. In einem Kloster nahe der Stadt ist die Novizin Camille Maginnes brutal erschlagen worden. Bei der Autopsie findet die Pathologin Maura Isles heraus, dass die junge Frau kurze Zeit vor ihrem Tod entbunden haben muss – doch von dem Kind fehlt jede Spur. Dann wird eine zweite Frauenleiche gefunden, bei der Maura Anzeichen für eine frühere Lepra-Erkrankung feststellt. Detective Jane Rizzoli, die mit den Ermittlungen betraut wird, und Maura Isles vermuten eine Verbindung der beiden Fälle. Und die Entdeckung eines grausamen Geheimnisses gibt Jane und Maura auf schreckliche Weise Recht …
http://www.randomhouse.de

 

Meine Meinung:

Eine Nonne wird tot hinter den Mauern ihres Klosters gefunden. Wenige Zeit später findet die Polizei eine weitere tote Frau, die an Lepra litt …
Während die Polizei nach dem Mörder der jungen Nonne sucht, kommt im Hintergrund immer mehr ans Tageslicht, was auch mit der kranken Frau zusammenhängt.
So hat Detective Jane Rizzoli wieder einmal alle Hände voll zu tun und ist sehr dankbar, als ihr die Gerichtsmedizinerin Maura Isles zumindest ab und zu verbal Schützenhilfe gibt in ihrem, von Männern beherrschten, Beruf.
Auch Maura hat viel zu tun, da sie sich um die Leichen kümmern muss und viel im Hintergrund recherchiert, was es mit dieser Krankheit zu tun hat und wie die Fälle zusammen passen könnten.
Dazu kommt noch, dass sich einiges im Privatleben beider Frauen verändert, was ebenfalls etwas genauer unter die Lupe genommen wird.
Zum Ende hin überstürzen sich die Ereignisse und es wird auf den letzten Seiten noch äußerst dramatisch!
Der Schluss hatte mich dann aber für all die Entbehrungen im Privatleben der beiden Frauen versöhnt. ein tolles, harmonisches Ende!

Und so ist Spannung war von Anfang an gegenwärtig. Beim Fund der Leichen, den Ermittlungen, selbst bei dem privaten Geplänkel der beiden Damen, die ab und zu vorkamen. Alles in diesem Buch sprang mich mit einem gewissen Feuer des Augenblickes an.
Da dieser dritte Teil meistens aus Sicht der Gerichtsmedizinerin erzählt wurde, wurde auch sehr viel Wert auf die Arbeit der Dr. Isles gelegt und dementsprechend fachmännisch wurde es immer wieder.
Die medizinischen Aspekte des Falles wurden genauer beschrieben und auch mit Fachwörtern nicht gespart. Das Wichtigste wurde erklärt, über die unerklärten Wörter und Beschreibungen habe ich einfach hinweggelesen.
Als Maura sich mit der Lepraerkrankung auseinander setzte, wurde dies interessant geschildert und wirkte zu keiner Sekunde langatmig. Die Erklärungen hielten sich in Grenzen, sodass auch während solcher Schilderungen eine Grundspannung vorhanden blieb.

In den ersten beiden Fällen wurde größtenteils aus Rizzolis Sichtweise erzählt und Maura war nur eine Nebenfigur.
In diesem Band steht Maura im Vordergrund, aber auch Janes Ansichten sind von großer Bedeutung. Wo die beiden in den Vorbänden nur beruflich miteinandern zu tun hatten, entwickelte sich in diesem Roman nun zumindest eine Gemeinschaft der beiden. Sie vertrauen sich auch Privates an und können bei der jeweils anderen endlich einmal nur „Frau“ sein.
Dementsprechend waren die privaten Szenen genauso interessant und teilweise für den Fall hilfreich, wie die beruflichen.
Die Art, wie Tess Gerritsen Beruf und Privatleben der beiden toughen Persönlichkeiten gleichberechtigt in dem Thriller verband, gefällt mir sehr gut. Denn die Autorin versteht es, die harte Arbeit von Polizei und Gerichtsmedizin und das gefühlvolle Privatleben der beiden Damen sehr gut rüberzubringen. Bitte weiter so Frau Gerritsen!

Diesen dritten Band hatte ich innerhalb weniger Tage gelesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und vor allem fesselnd!
Ich vergebe diesem Roman für die tolle Unterhaltung fünf von fünf Sterne.

 

Rizzoli & Isles-Reihe:

1. Die Chirurgin

2. Der Meister

3. Todsünde

4. Schwesternmord

5. Scheintot

6. Blutmale

7. Grabkammer

8. Totegrund

James Patterson – Alex Cross 01 – Morgen, Kinder, wird’s was geben

Titel: Morgen, Kinder, wird´s was geben
Autor: Patterson, James
Sprecher: Wunder, Dietmar
Verlag: Audible/Lübbe
Erschienen: August 2010
ISBN-10: 3404773349
ISBN-13: 978-3404773343
Dauer: 693
Hörbuch-Art: Format 4 AA+ Download
Version: ungekürtzt
Serie: Alex Cross-Reihe 1
Preis: 9,95

 

Inhalt:
Ein packender Psychothriller, der in den USA zum Bestseller wurde:

In Washington werden die Tochter einer berühmten Schauspielerin und der Sohn des Finanzministers entführt. Auch nach der Bezahlung einer enormen Lösegeldsumme bleiben die Kinder verschwunden. Den schwarzen Kriminalbeamten Alex Cross führen seine Ermittlungen auf die Spuren des Mathematiklehrers der Entführten und auf die der Frau, die ihm selbst viel bedeutet…

Der Autor:
James Patterson, geboren 1949, war Kreativdirektor bei einer großen amerikanischen Werbeagentur. Seine Thriller um den Kriminalpsychologen Alex Cross machten ihn zu einem der erfolgreichsten Bestsellerautoren der Welt. Inzwischen feiert er auch mit seiner neuen packenden Thrillerserie um Detective Lindsay Boxer und den „Club der Ermittlerinnen“ internationale Bestsellererfolge. James Patterson lebt mit seiner Familie in Palm Beach und Westchester, N.Y. Weitere Romane sind bei Limes und im Blanvalet Taschenbuch in Vorbereitung.

Der Sprecher:
Der Schauspieler Dietmar Wunder, geboren 1965 in Berlin, ist neben seiner Arbeit als Dialogregisseur und Dialogbuchautor vor allem als Synchronsprecher bekannt. Er ist die Stimme von Adam Sandler, Cuba Gooding Jr. und Don Cheadle. Besondere Aufmerksamkeit erlangte er als die deutsche Stimme von James Bond alias Daniel Craig in Casino Royale.

Alle Informationen sind von Audible.de

 

Meine Meinung:

Mit diesem Hörbuch beginnt eine tolle Thriller-Serie von James Patterson, dessen Bücher um den Protagonisten Alex Cross ich schon seit meiner Teenagerzeit regelrecht verschlinge.
Nun habe ich mich an das Hörbuch gewagt, und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht.

Als erstes zum Inhalt, der wohl nicht für jeden Kinderliebhaber etwas ist.
Denn es werden zwei Kinder prominenter Leute entführt, direkt aus ihrer Privatschule heraus. Kurz darauf gibt es schlechte Neuigkeiten, die ich jetzt aber nicht verraten werde.
Alex Cross, Polizist der Mordkommission und Psychologe wird als Berater herangezogen.
Schnell wird klar, dass es sich mit einer „einfachen“ Entführung nicht hat und Cross immer weiter selbst hineingerät, in diesen Trouble von Kidnapping und einem falschen Spiel.
Dabei wird Cross‘ Vergangenheit immer wieder eingeflochten und ich bekam auch regelmäßig etwas aus seinem Privatleben mit.

Das Hörbuch wurde in sechs Teile aufgegliedert. Kurz gesagt geht es jeweils um diese Themen:
1.) Entführung der Kinder
2.) Missglückte Lösegeldübergabe und wie Cross den Tod seiner Frau erschüttert hat sowie seine Reaktion
3.) Der Kidnapper ist gefasst, nun laufen die Vorbereitung für die Verhandlung
4. + 5.) Die Verhandlung und Gesprächen zwischen dem Täter und Alex Cross
6.) Rache!

Mittlerweile gibt es brutalere Thriller, als so ein Werk, was als Buch schon über zehn Jahre alt ist, aber trotz allem hatte mich dieses Werk von Anfang an begeistert und konnte mich fesseln.
Auch kam durch das Hörbuch gut rüber, dass dieser Fall sich über zwei Jahre hinzog. Es wirkte realistischer als im Buch, das ich vor Jahren gelesen hatte.
Was durch dem Sichtwechsel zwischen Cross und dem Täter sehr gut rüberkam, war die Tatsache, dass der Verbrecher mit dem Psychologen ein gemeines Spiel spielte.
Und zum Ende hin ließ der Autor eine Bombe platzen …

Der Sprecher machte seine Sache äußerst gut und brachte Alex Cross, der in Ichform dargestellt wurde, wie auch die zwei Persönlichkeiten des Täters sehr gut rüber.
Aber auch die anderen Figuren kamen durch verschiedene Tonlagen gut zur Geltung, sodass ich immer wusste, von wem Dietmar Wunder gerade spricht.
Vor und nach dem Hörbuch gab es eine kleine instrumentale Einlage, die wohl für die richtige spannungsgeladene Stimmung sorgen sollte.
Ich vergebe vier Sterne für diesen ersten Band der Alex Cross-Reihe.

Gregg Hurwitz – US Marshal Tim Rackley 4 – Der Ausbrecher

Titel: Der Ausbrecher
Autor: Hurwitz, Gregg
Verlag: Knaur
Erschienen: 10. November 2010
ISBN-10: 342663693X
ISBN-13: 978-3426636930
Seitenzahl: 588
Einband: Taschenbuch
Serie: US Marshal Tim Rackley 4
Preis: 9,99 €

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Gregg Hurwitz ist Ende dreißig und studierte Englisch und Psychologie an der Harvard University sowie in Oxford (GB). Mit den Thrillern „Die Scharfrichter“ und „Die Sekte“ sowie dem Stand-alone „Blackout“ gelang ihm in den USA und Großbritannien der Durchbruch als Spannungsautor. Er lebt in Los Angeles.
Quelle: Droemer/Knaur-Verlag

Klappentext:

Walker Jameson, ein ehemaliger Elitesoldat, verbüßt eine Strafe wegen illegalen Waffenhandels in einem kalifornischen Hochsicherheitsgefängnis. Kurz vor Ende seiner Haft bricht er aus und beginnt in Los Angeles einen unerbittlichen Rachefeldzug.
US Marshal Tim Rackley ist schnell klar, dass er einen absoluten Profi jagt. Doch wofür müssen Jamesons Opfer eigentlich mit dem Leben bezahlen? Bei seiner Suche nach dem Ausbrecher stößt Rackley schon bald auf dubiose Machenschaften eines großen Pharmakonzerns und auf eine menschliche Tragödie, die ihn tief erschüttert …

Meine Meinung:

Worum geht es in diesem vierten Band um den US Marshal Tim Rackley, der nicht immer streng nach Vorschrift arbeitet?
Um einen Pharmakonzern und dessen Genforschungen, einen kleinen Jungen, der Hilfe von diesem Konzern bräuchte und um einen Exmarine, der straffällig wurde und aus dem Gefängnis ausgebrochen ist.
Wie diese verschiedenen Punkte zusammengehören, wird im Laufe der Geschichte immer deutlicher. Und es steckt noch etwas ganz anderes hinter all den aufgeführten Dingen, die manche Fakten in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Diesen Fakten gehen Tim und sein Team nach. Dabei kommt er dem Grund, weshalb der Ausbrecher namens Walker über Leichen geht, immer näher und kann diese Taten immer besser nachvollziehen.
So entwickelt Tim eine Sympathie für Walker, die es umso schlimmer für ihn macht, den Verbrecher zu fassen. Da Tim selbst im ersten Band auf einem Rachefeldzug war, kann er Walkers Taten immer mehr verstehen und erwischt sich dabei, wie er diese teilweise sogar gutheißt.

Der Autor recherchiert für jedes Buch sehr gut. Jedes Thema ist detailliert beschrieben und die Schilderungen gehen auch in die Tiefe. So auch in diesem vierten Band um den US Marshal.
Da der Sträfling ein ehemaliger Marine ist, wurde sein damaliger Status unter die Lupe genommen und auch die Waffen, mit denen er zu tun hatte und wieder hat, wurden etwas genauer beschrieben.
Ich liebe Action und daher fand ich diese Schilderungen sehr interessant.
Der Fachjargon der Genforschung und der wirtschaftliche Teil des Pharmakonzerns hingegen waren meiner Meinung nach anfangs etwas zu detailliert geschildert. Doch alle anderen Themen, um die es ging, waren dafür umso interessanter für mich.

Langsam aber stetig baute sich eine Spannung auf, die zum Ende hin dramatische Ausmaße hatte.
Tim Rackley, der in den letzten Jahren einiges mitgemacht hatte, bekam in diesem Band mit dem Exmarine Walker einen ebenbürtigen Gegner. Doch trotz der verschiedenen Seiten, auf denen sie standen, bekam neben Tim auch der Sträfling immer mehr Zuneigung von mir, je mehr ich in die Geschichte eintauchte. Und Tim erging es nicht anders. Da Tim ebenfalls ein Marine war, lagen sie auf der gleichen Wellenlänge und das wurde immer deutlicher.

Tims Privatleben war ein schöner harmonischer Gegensatz zu seiner Jagd nach Walker, wenn das Private auch nicht so oft vorkam wie in Tims letzten Fällen. Da der Ausbrecher Tim sehr ähnlich war, brauchte es in diesem Roman nicht sehr viel Privates, um emotionsgeladene Szenen zu beschreiben. Die gab es im Laufe des Buches mit dem Täter ebenfalls.
So gab es zum Ende hin immer mehr Momente, in denen die Gemütsbewegungen im Roman auf mich übersprangen. Ich konnte Tims Gefühle regelrecht spüren, konnte die Gedanken, die ihn quälten, fast hören. Gedanken, die an ihm nagten und ihn fast erdrückten, da er sich gerne aufteilen würde, um Walkers Rachefeldzug beizustehen …

Der Schreibstil war von Anfang an fesselnd, ich fühlte mich mitten im Geschehen und konnte die beschriebenen Situationen fast nachempfinden. Einfach fantastisch!
Auch in diesem Band wurden die wichtigsten Themen der Vorbände kurz erwähnt, sodass man diesen Thriller auch einzeln lesen könnte. Bei Serien wie dieser, in denen sich die Charaktere weiterentwickeln, empfehle ich aber immer, mit dem ersten Band zu beginnen.
Wie die vorherigen drei Teile, „Die Scharfrichter“, „Die Sekte“ und „Die Meute“, ist auch dieses Werk phänomenal und bekommt von mir fünf von fünf Sternen!

US Marshall Tim Rackley-Reihe:
1. Die Scharfrichter
2. Die Sekte
3. Die Meute
4. Der Ausbrecher

©  Tikvas Schmöckertruhe
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Peter James – Roy Grace IV – So gut wie tot

Titel: So gut wie tot
Autor: James, Peter
Verlag: Fischer
ISBN-10: 3596175658
ISBN-13: 978-3596175659
Seitenzahl: 442
Einband: Broschiert
Serie: Inspector Roy Grace
Preis: 8,95 €

Autorenportrait:

Peter James ist Schriftsteller und Filmproduzent. Er war lange Jahre in den USA als Drehbuchautor und Filmproduzent tätig. Seit seiner Rückkehr nach England, widmet er sich vorrangig dem Schreiben. Seine Thriller-Serie mit Detective Superintendent Roy Grace ist mittlerweile in 33 Sprachen übersetzt worden. Der Autor lebt im Londoner Stadtteil Notting Hill und in seinem Landhaus in Sussex.
Quelle: Fischer Verlag

 

Inhalt:

Wenn Ronnie Wilson geahnt hätte, dass er in wenigen Stunden tot sein würde, hätte er seinen Tagesablauf irgendwie anders geplant.

Zwei Frauenleichen – die eine wird in einem Abwasserkanal in der Nähe von Brighton gefunden, die andere aus einem schlammigen Fluss in Australien gezogen. Und doch hatten beide Frauen etwas gemeinsam: Sie waren beide mit Ronnie Wilson verheiratet. Dieser Mann, ein Kleinkrimineller aus Brighton, angeblich kam er bei den Anschlägen im September 2001 in New York ums Leben. Und da ist noch eine andere Frau. Eine Frau, die auf der Flucht ist. Auch sie verbindet etwas mit Ronnie Wilson. Drei Frauen und alle Spuren deuten auf Ronnie Wilson. Für Detective Superintendent Roy Grace ist jedenfalls das lange geplante Wochenende mit Cleo verdorben, denn die Ermittlungen führen ihn und sein Team nach New York und schließlich nach Australien.
Quelle: Fischer Verlag

 

Meine Meinung:
Zum Inhalt möchte ich nicht viel schreiben, aus Angst, ich könnte dadurch zu viel oder etwas wichtiges verraten.
Soviel sei aber gesagt: Es tauchen zwei Leichen an verschiedenen Enden der Erde auf, die mit einem Opfer vom 11. September 2001 und einer Briefmarkensammlung zusammenhängen, die einige Millionen Pfund wert ist.
Wie das alles miteinander verknüpft ist und was dabei herauskommt, sollte jeder für sich selbst herausfinden.

Peter James lässt verschiedene Handlungsstränge parallel ablaufen, so dass es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber genau diese Sprünge zwischen den verschiedenen Vorgängen machen die Spannung aus. Diese kann sich so langsam immer mehr entfalten.
Der Autor schafft es mit wenigen Sätzen, einen in den Bann zu ziehen. Die verschiedenen Geschehnisse steigern das noch das noch dazu. Denn diese Abschnitte enden immer in Situationen, die teilweise sehr dramatisch sind!

„So gut wie tot“ ist nun schon der vierte Band mit dem Protagonisten Roy Grace.
Roy versucht die Verknüpfung zwischen den beiden Todesfällen zu finden und die Deutungen zu verstehen. Da es sich hierbei um Frauen handelt, muss er auch immer an seine verschwundene Frau Sandy denken. Was sie betrifft, so hatte er in der Vergangenheit alles mögliche versucht, um zu erfahren, was mit ihr geschehen ist. Aber es war alles ohne Erfolg.

Neben seinen Bemühungen in dem aktuellen Fall, ist einer von Roys Kollegen in einer anderen Mission unterwegs. Als Roy hinter die tatsächlichen Absichten seines Mitarbeiters kommt, wird es äußerst interessant.
Und zum Schluss gibt es ein phantastisches Finale, das es in sich hat!

Erst im Laufe der Geschichte werden dem Leser die Hintergründe und Verbindungen klar. Die Ermittlungen werden Schritt für Schritt beschrieben und so konnte ich mir das vorgehen der Polizei sehr gut vorstellen.
Besonders aber die Kapitel, die von einer Figur handelte, die am 11. September 2001 in New York bei dem Attentat dabei ist und alles hautnah miterlebt, waren äußerst real geschildert und sind sehr bewegend.
Diese Momente, vermischt mit einem anderen Handlungsstrang und einer weiteren weiblichen Figur, machten den Thriller auch sehr emotional.
Der Schreibstil ist flüssig und konnte mich von Anfang an richtig in den Bann ziehen.
Jeder Teil dieser Serie ist abgeschlossen, das wichtigste aus den Vorbänden wird in kurzen Zügen erklärt. Trotzdem rate ich, sie der Reihe nach zu lesen, da sie aufeinander aufbauen.

Fazit:

Ich kann diesen Thriller nur empfehlen. Er ist, wie seine Vorgänger, einfach topp!
Von mir gibt es fünf von fünf Sterne.

 

Reihenfolge der Serie:
1. Stirb ewig
2. Sirb schön
3. Nicht tot genug
4. So gut wie tot
5. Und morgen bist du tot

Gregg Hurwitz – US Marshal Tim Rackley 3 – Die Meute

Titel: Die Meute
Autor: Hurwitz, Gregg
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 3426636921
Seitenzahl: 471
Einband: Broschiert
Originaltitel: Troubleshooter
Serie: US Marshal Tim Rackley 3

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Gregg Hurwitz ist Ende dreißig und studierte Englisch und Psychologie an der Harvard University sowie in Oxford (GB). Mit den Thrillern „Die Scharfrichter“ und „Die Sekte“ sowie dem Stand-alone „Blackout“ gelang ihm in den USA und Großbritannien der Durchbruch als Spannungsautor. Er lebt in Los Angeles.
Quelle: Droemer/Knaur-Verlag

Klappentext:

Die schwangere Dray wird von dem Anführer einer brutalen Biker-Gang niedergeschossen. Voller Wut nimmt ihr Mann, US Marshal Tim Rackley, die Verfolgung auf. Bei seiner Suche stößt er auf terroristische Verbindungen der Gang und auf eine neue, hochwirksame Form flüssigen Heroins namens »Allahs Tränen« …

Meine Meinung:

Auf das Cover gehe ich gar nicht großartig ein, denn diese abgebildete amerikanische Limousine hat nur im Entferntesten etwas mit Bikergangs zu tun. Und um eine spezielle Gruppierung von Bikern, den „Sinners“, die größte Bikergang in L. A. und Umgebung, geht es in diesem dritten Band. US Marshal Tim Rackley, den Protagonisten, den ich schon in den ersten beiden Bänden mit seinen guten und schlechten Seiten erleben durfte, wollte ich natürlich auch in dem neuesten Teil bei seinen Ermittlungen begleiten.

Nachdem zwei gefangene Biker der „Sinners“ aus dem Gefängnis fliehen konnten und dabei zwei Polizisten töteten, hat dieser Fall oberste Priorität in Los Angeles.
Oberflächlich betrachtet schien es um harmlose Drogendeals zu gehen, bis sich plötzlich herausstellte, dass terroristische Verbindungen beteiligt sind.

Als es einmal fast geklappt hätte, einen der Entflohenen zu fassen, wird eine hochschwangere Polizistin niedergeschossen. Dass es sich dabei um Tims Frau handelte, wurde schnell klar und ab diesem Zeitpunkt wurde es persönlich. Die Flucht der Gangsterbosse, die Jagd auf sie, die Suche nach den Drogen und alles, was damit zusammen hing, schien für Tim nun ein privater Rachefeldzug zu werden. Doch da er in erster Linie in diesem brisanten Fall ein Marshal war, konnte ich mitverfolgen, wie er immer wieder einen inneren Dialog mit sich selbst führte, um nicht durchzudrehen.

Ich musste nach der schockierenden Nachricht über Dray, Tims Frau, das Buch erst einmal kurz zur Seite legen und meine Fassung wiedergewinnen. Auch wenn ich es durch den Klappentext schon wusste, war es dennoch ein Schock für mich.
Der Tod ihrer gemeinsamen Tochter ist noch nicht sehr lange her und nun wurde seine Frau, im hochschwangeren Zustand, einfach angeschossen.
Und während Dray in Lebensgefahr schwebte, verfolgte Tim weiterhin den Biker-Fall. Dabei wurde er immer von guten Ratschlägen seiner Frau, deren Stimme in seinem Kopf widerhallte, begleitet. Die Dialoge, die Tim in Gedanken mit seiner Frau führte, wurden in Kursivschrift dargestellt. Somit konnte ich Dialoge und gedachte Sätze auseinander halten.
Diese „Selbstgespräche“ waren eine Art von mehreren, durch die der Autor es genial schaffte, mich in Tim hineinversetzen zu können.

Spannung war von Anfang an vorhanden. Aber als Dray niedergeschossen wurde, merkte ich richtig, wie Tim die ganze Sache plötzlich persönlich nahm und dementsprechend aggressiver reagierte.
Um die Spannung nicht nur auf der Gefühlsschiene aufrecht zu halten, gab es für die Beamten immer wieder kleine Durchbrüche. Aber sogleich ging es mit den Ermittlungen weiter.

In diesem Roman wurde auch sehr gut gezeigt, wie wenig die verschiedenen Institute wie Polizei, FBI, CIA, und wie sie sonst noch alle heißen, zusammenarbeiten.
Denn während Tim und seine Truppe noch die Flüchtigen zur Strecke bringen wollten, hatte das FBI tief greifende Anhaltspunkte und mehr zu verlieren, wenn bei ihrer Operation etwas schieflaufen würde. Und mangels Kommunikation wäre es mit der Polizei fast zu einer Kollision gekommen …
Als die verschiedenen Bundesbeamten endlich miteinander sprachen, kam weit mehr heraus, als nur Drogen dealende Biker. Nun ging es plötzlich um Verstrickungen zum Terror!

Der Autor schaffte es gekonnt, Emotionen und Spannung gleichermaßen zu erzeugen.
Dieser Thriller ist im Privatleben des Marshals auch sehr gefühlsbetont und teilweise fast sanft. Insgesamt erzeugte der Roman stellenweise Emotionen, denen ich dann einfach freien Lauf ließ.
Die Zeit, nachdem Tim erfuhr, was mit seiner Frau passiert war und wie er sich ihretwegen zusammenriss und so tat, als sei sie da und rede mit ihm, trieb mir regelmäßig die Tränen in die Augen.
Die Gefühle, die Tim durchstand, wurden immer sehr gut beschrieben. Dass er sich mit der Arbeit ablenkte, war für mich selbstverständlich.
Ich fühlte richtig mit ihm, litt mit Tim und konnte sein trostloses Dahinträumen verstehen. Wenn Dray und ihr Zustand zur Sprache kamen, war ich immer am Boden zerstört. Schlimmer wurde es allerdings, als plötzlich Funkstille in Tims Kopf war. Das machte ihm, und auch mir, enorme Angst …
Es wurde aber auch nichts schöngeredet, wenn es um die Biker und ihre Handlungen ging. Der, mit Leichen gepflasterte, Weg, wurde anschaulich beschrieben. Ihre Methoden, an gewisse Dinge heranzugehen, gut dargestellt.

Die Geschichte wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, somit hatte ich einen allumfassenden Blick.
Tims Sicht war als Protagonist die wichtigste. Aber dann gab es ab und an noch vereinzelt eine Einsicht in die Handlungen verschiedener Gangmitglieder, die eine tragende Rolle im Buch hatten.
Die Kapitel sind unterschiedlich lang. Eigentlich bevorzuge ich es, wenn es bei längeren Kapiteln Absätze gibt für Pausen. Aber bei diesem Roman fiel mir gar nicht auf, dass diese fehlten, da mich die Spannung durch das Buch zog.

Fazit:
Ein spannungsgeladener Thriller mit einer guten Prise Gefühl!
Nun freue ich mich schon auf den vierten Band, der im Dezember 2010 erscheinen wird.
Ich vergebe die volle Punktzahl: fünf Sterne.

Reihenfolge der Serie:
1. Die Scharfrichter (2006)
2. Die Sekte (2007)
3. Die Meute (Juli 2010)
4. Der Ausbrecher (Dezember 2010)

Stefán Máni – Das Schiff

Titel: Das Schiff
Autor: Máni, Stefán
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 3550087403
Seitenzahl: 411
Einband: Hardcover
Originaltitel: Skipid

Autorenportrait:

Stefán Máni wurde 1970 in Reykjavík geboren. Aufgewachsen ist er in Ólafsvík in West Island. Bevor er mit dem Schreiben begann, arbeitete er als Gärtner, Tischler und Buchbinder, in der Fischindustrie und auch als Sozialarbeiter mit Jugendlichen und in psychiatrischen Kliniken. Das Schiff ist sein siebter Roman.
Quelle: Ullstein Verlag

Inhalt:

Eine Irrfahrt von Island nach Südamerika. Neun Männer, auf denen die Vergangenheit lastet, sind leichte Opfer des Bösen. Das Schiff ist den Elementen ausgeliefert und für die Besatzung beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. In seinem dramatischen Roman erzählt Stefán Máni vom Wesen des Menschen in einer klaustrophobischen Welt.

Tiefe Sturmwolken hängen über der Stadt, als die Per se den Hafen von Grundartangi verlässt. Kapitän, Steuermann, ein Koch und sechs weitere Männer gehen auf lange Fahrt nach Surinam. Jeder von ihnen hat etwas zu verbergen, alle sind Getriebene. Schon bald vergiften Feindseligkeiten und Drohungen die Atmosphäre. Gerüchte um eine bevorstehende Meuterei verdichten sich. Vor allem Kölski, der »Teufel«, sorgt für Unruhe. Auf dem Höhepunkt des Sturms bricht die Verbindung zum Festland ab und der Schiffsmotor wird zerstört. War es Kölski? Da entern Seeräuber das Schiff und zwingen die Männer, ein letztes Mal zusammenzustehen. Doch Surinam ist noch weit, es zu erreichen längst utopisch geworden. Stefán Máni stellt auf zwingende Weise existentielle Fragen und überzeugt durch ein beklemmendes Psychogramm seiner Protagonisten.

Quelle: Ullstein Verlag

Meine Meinung:

Die ganze „Vorgeschichte“, bis es endlich aufs Schiff geht ist schon ziemlich rasant, und dadurch stellt sich die Frage, wie wird’s denn dann erst auf dem Schiff?

Jeder trägt ein Geheimnis mit sich rum und ganz langsam nimmt das ganze Form an.
Was ist in der Tasche, die Satans Frau holen musste?
Was spielt der „Heizer“ für eine Rolle?
Was für ein Päckchen soll Saeli in Surinam abholen?
Und wieso bringt Jonas seine Frau um?

Fragen über Fragen!

Sobald man auf dem Schiff ist, geht’s auch langsam los.
Drei bis Fünf Männer wollen meutern, da sie sonst von der Reederei gekündigt werden. Einer will Kontakt zur Außenwelt verhindern, weil er seine Frau ermordet hat. Ein anderer hat Probleme mit Alkohol und mit sich selbst. Der Kapitän will schnellstmöglichst wieder heim zu seiner Frau, auch wenn er nicht weiß, was ihn dort erwartet.
Und mittendrin der sogenannte „Satan“, der eigentlich nur durch Zufall mit von der Partie ist… und einer, der angeblich von „Satan“ bedroht wird, steht ihm ausgerechnet auf diesem Schiff plötzlich gegenüber… Verzwickter kann es gar nicht werden…

Zwischendrin hört man immer dieses „bumm, bumm, bumm“ der Wellen…

Und dann kommen auch noch Piraten, und nur einer kann helfen: Satan!
Aber für manche ist es zu spät…
Zum Schluss wird noch alles von den letzten paar Männern abverlangt. Werden sie überleben?
Am Ende kam dann plötzlich der Gedanke: Habe ich ein Déjà-vu?

So verworren wie diese Geschichte, war glaub ich noch keine, die ich gelesen habe.

Nach ca. der Hälfte des Buches hatte ich auch endlich den Dreh raus, welche Vorgeschichte zu wem gehört. Ist ein bisschen schwer, da Anfangs meiner Meinung nach einfach zu oft der Protagonist gewechselt wurde.

Der Autor lässt auf alle Fälle keine Langeweile aufkommen. Das wechseln der Protagonisten ist sehr interessant, denn dadurch liest man manchmal eine Situation aus zwei verschiedenen Sichtweisen. (Auch wenn es, wie oben schon erwähnt, Anfangs etwas verwirrend ist.) Und stellt dadurch die Charaktere gut vor. Er stellt auch die Probleme, die jeweils vorhanden sind, gut dar.
Auch das Schiff ist gut beschrieben und der Autor driftet nicht in Fachsprache ab, das man nicht mehr mitkommen sollte.
Die Kapitel sind teilweise sehr lang, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut. Sie sind mit den Lateinischen Zahlen betitelt, was meiner Meinung nach gut zu der Story passt.

Mit was ich etwas Probleme hatte, das sind die isländischen Städtenamen und manche Namen von Personen. Das hat mich immer wieder durcheinander gebracht…
Etwas enttäuscht war ich von dem „Satan“, der Anfangs immer Satan, Teufel und Luzifer in sich vereinigt hat und dann sieht er nur rot? Da dachte ich immer, gleich verwandelt er sich in ein Monstrum *g*
Auch wird von den Ehefrauen nix mehr geschrieben, die Anfangs teilweise sehr in die Vorgeschichte eingepflanzt waren. Die Frage bleibt offen, was wurde aus ihnen? Das finde ich etwas schade.
Und auch die Abdriftung in die Gedanken von manchen Protagonisten sind so komisch, das man sich fragt, was soll das denn jetzt?

Mein Fazit:
Wenn man von den komischen Gedankengängen absieht, ein superspannendes Buch, in der sich die Handlung immer wieder dreht, wie das Schiff im Meer.
Nur das Ende ist traurig…

26.12.2008

Jeffrey Deaver – Kathryn Dance 1 – Die Menschenleserin

 

Autorenportrait:

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die kongeniale Verfilmung seines Romans „Die Assistentin“ unter dem Titel „Der Knochenjäger“ (mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen) war weltweit ein sensationeller Kinoerfolg und hat dem faszinierenden Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs eine riesige Fangemeinde erobert.
Quelle: Blanvalet Verlag

Inhalt:

Ein Blinzeln zu viel. Ein Zucken der Mundwinkel. Eine zitternde Hand.

Der erste Fall für Jeffery Deavers neue faszinierende Ermittlerin Kathryn Dance! Vor acht Jahren löschte der hochintelligente Psychopath Daniel Pell auf einen Streich eine ganze Familie aus – zumindest beinahe: Allein die neunjährige Tochter überlebte die Schreckensnacht. Doch nun ist Pell die Flucht aus der Haft gelungen. Und nur Kathryn Dance kann jetzt noch verhindern, dass der Mörder sein Versäumnis von damals wettmacht. Doch dafür muss die geniale Verhörspezialistin ganz tief in Daniel Pells Psyche eintauchen – ein Höllentrip, von dem es vielleicht keine Wiederkehr für sie gibt …
Quelle: Blanvalet Verlag

Meine Meinung:

Mit diesem Thriller ist dem Autor Jeffrey Deaver ein gelungener Auftakt einer neuen Serie gelungen.
Mit der Verhör- und Kinesikexpertin Kathryn Dance vom CBI (California Bureau of Investigation) hat der Autor eine kluge und sympathische Protagonistin geschaffen, die mit ihrem Wissen um die menschliche Körpersprache überzeugen kann. So erfuhr ich viel über Verhörtechniken und was Menschen durch ihre Körpersprache von sich preisgeben. In diesem Genre etwas Neues für mich.

Daniel Pell, ein Killer, kann nach acht Jahren aus dem Gefängnis fliehen. Dance ist erst der Ansicht, dass er seine Tat von damals zuende führen möchte, da es eine Überlebende gab. Doch da er in der Nähe blieb, musste sie sich andere Theorien einfallen lassen. Dabei steht ihr ein FBI-Spezialist zur Seite, der für Täter zuständig ist, die sich durch Manipulation ihre Opfer gefügig machen.

Die Erklärungen von Dance’s Techniken als kinesische Verhörspezialistin waren für mich sehr aufschlussreich und interessant. Sie waren meist sehr genau und ausschweifend, aber zu keinem Zeitpunkt empfand ich Langeweile.
Ebenso die Art, wie Pell mit seinen Mitmenschen umging, wie er sie sozusagen manipulierte und sie dazu brachte, alles für ihn zu tun, wurde sehr gut beschrieben.

Der Thriller war von Anfang an spannend und da der Autor immer wieder verschiedene Fährten legte, bei denen ich miträtseln konnten wohin diese führten, wurde die Dramatik noch gesteigert.
Zum Schluss wurde eine weitere Sichtweise gezeigt, die den Täter in einem anderen Licht darstellte. Was daraufhin geschah, war sensationell beschrieben und entlockte mir einen erstaunten Aufschrei.
Zum Ende hin konnte ich dieses Werk nicht mehr aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen musste, wie sich die verstreuten Puzzleteile, die Kathryn und eine weitere Figur gestreut hatten, auf das Gesamtbild auswirkten.

Das Zwischenmenschliche kamt auch gut zur Geltung. Ob im Privatleben, oder ihrem Job beim CBI, immer wieder tauchten Probleme auf, die Kathryn Dance lösen musste, selbst unter Kollegen.
So wurden mir auch einige Blicke in ihren persönlichen Lebensbereich und auf ihre Familie gegönnt.
Auch wird kurz durch einen Anruf von ihr zu einer anderen Reihe des Autors Bezug genommen. Solche Verstrickungen gefallen mir immer sehr!

Der Roman wurde abwechselnd aus Dance und Pells Sicht ezählt. Dadurch erfuhr ich mehr über den Täter und ich durfte erfahren, was in seinem Kopf abgeht. Dazu bekam ich mit, was Kathryn dachte.
Das Buch wurde in Wochentage unterteilt und darunter in nummerische Kapitel. So hatte ich die Zeit an Tagen sozusagen auch immer im Auge, was mir sehr zusagte.

Fazit:
Dieser Thriller war mal etwas anders gestrickt, was mir sehr gefiehl.
Somit vergebe ich die volle Punktzahl, fünf Sterne.

Chris Carter – Der Kruzifix-Killer

Autor: Carter, Chris
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 3548281095
Seitenzahl: 477 (Taschenbuch)
Originalt.: The Crucifix Killer

 

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre im Psychologenteam der Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London.
Quelle: Ullstein Verlag

Klappentext:

Er kennt keine Gnade.
Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.

Die Leiche einer wunderschönen Frau, bestialisch verstümmelt.
Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz: das Zeichen eines vor Jahren hingerichteten Serienmörders. Detectiv und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut.

Sein ist die Rache.

Meine Meinung:

Es fängt in der Gegenwart an, in der Detectiv Hunter in einer brenzligen Situation ist. Diese wird nicht näher ausgeleuchtet und schon geht es ein paar Wochen zurück in die Vergangenheit, wo der Fall seinen Anfang hat.

Kaum geht es um die erste Leiche, musste ich an mich halten um nicht zu würgen. Wirklich ekelhaft und abnormal ist der Zustand beschrieben. Wobei ein Mord ja sowieso abnormal sein sollte…
Die Leiche ist ziemlich brutal zugerichtet worden und die Beschreibung des Tatorts, speziell der Leiche, ist nichts für zarte Gemüter.
Auch die weiteren Situationen mit Mordvarianten sind nur für richtig harte Thrillerfans etwas. Das ganze wird anfangs immer schlimmer, bevor es besser wird und sich die Handlung um die Verfolgung drehen kann…

Mit der Zeit werden einem die zwei Partner der Mordkommission vorgestellt. Hunter, der Ältere von beiden, ist ja ein ganz „gewiftes Kerlchen“. Als ich ihm zum ersten Mal „begegnete“, hätte ich nie für möglich gehalten, was in ihm steckt.
Er hat seit dem letzten großen Fall physiche Probleme. Und durch gewisse Vorgehensweisen des aktuellen Killers leidet Hunter nun auch noch psychisch. Der Killer spielt ein regelrechtes Spiel mit ihm und der Einsatz dabei ist nicht weniger hoch als ein Menschenleben…
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, bekommt er einen Grünschnabel zum Partner. Der stellt sich aber nach kurzer Zeit als eine gute Stütze heraus.

Auch wird jedes Opfer kurz vorgestellt und man kann sich ein Bild von dessen Lebensumständen machen. So, denke ich mir, kann man auch eine kurze Beziehung aufbauen. Nur um sie dann wieder zu verlieren.

Auf den Killer selbst wäre ich nie gekommen. Als es raus kam, war ich richtig verblüfft und konnte es nicht fassen. Aber was das Kruzifix mit den Morden zu tun hat, verstand ich ehrlich gesagt nicht. Es wurde auch nirgends aufgelöst.

Die Spannung war von der ersten bis zur letzten Seite spürbar. Zwar nicht immer auf dem gleichen Level, aber sie hat sich wie ein roter Faden durch die ganze Handlung gezogen.
Wenn es um das Privatleben der beiden Detectives ging, bekam ich als Leser eine Verschnaufpause von der teilweise rasanten Handlung. Auch wenn wieder ein Opfer vorgestellt wurde, war von der Spannung wengier zu spüren. Aber sie war immer präsent.
Zum Schluss steigert sie sich aber fast ins Unermessliche und am Ende platzt noch eine kleine Bombe.

Die Handlung ist im personnellen Erzählstil geschrieben. Trotz der immer wiederkehrenden kurzen Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Detectives, bleibt die Spannung erhalten. Der Autor hat das meiner Meinung nach richtig toll gemacht.
Ich musste mich immer wieder vom Buch losreißen, da es so fesselnd geschrieben war, dass ich alles andere um mich herum richtig vergaß. Detective Hunter ist mir in diesem Buch richtig ans Herz gewachsen und als das Buch zuende war, war ich richtiggehend traurig.

Fazit:
Für jeden hartgesottenen Thriller-Fan ist dieses Buch empfehlenswert!
Ich gebe fünf von fünf Sterne.

Kathy Reichs – Dr. Tempe Brennan 3 – Lasst Knochen sprechen

 

Autorenportrait:

Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie und unter anderem als forensische Anthropologin für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Jeder ihrer Romane erreichte Spitzenplätze auf allen internationalen und deutschen Bestsellerlisten. Ihre Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Tempe Brennans Fälle laufen als höchst erfolgreiche Fernsehserie „Bones – Die Knochenjägerin“.
Quelle: Blanvalet Verlag

Klappentext:

Ein neuer Fall für Tempe Brennan, die forensische Anthropologin aus Kanada: Auf dem Weg zum Balletunterricht wird die neunjährige Emily Anne Toussaint mitten auf der Straße von zwei Kugeln getroffen. In den Augen der Behörden ist sie nur ein Zufallsopfer in einem Bandenkrieg zwischen rivalisierenden Motorradgangs. Doch Tempe Brennan ist erschüttert und nimmt sich vor, die Täter mit allen Mitteln dingfest zu machen. Mit ihren Gegnern ist allerdings nicht zu spaßen – und bald bringt Tempe nicht nur sich selbst in tödliche Schwierigkeiten …

Meine Meinung:

Eigentlich geht es in diesem Roman um Bikergangs, die sich gegenseitig umbringen. Das wäre ja nicht so schlimm, Abschaum bekämpft Abschaum, aber es werden auch Unschuldige mit hineingezogen, wie die kleine Emily Anne.
Kurz darauf tauchen Knochen eines weiteren Mädchens zwischen zwei Bikerleichen auf. Weswegen Tempe es sich zum Ziel gemacht hat, ALLES zu tun, um diesen Mädchen Gerechtigkeit zu geben und die Mörder hinter Gitter zu befördern …
Dieses Mal jedoch ist sie ganz auf sich allein gestellt, ohne Schützenhilfe von Andrew Ryan, da dieser selbst enorme Probleme hat. Was ihn betrifft, so hatte ich eine Ahnung, um was es sich bei seiner problematischen Situation handelte. Diese Ahnung wurde zum Schluss bestätigt.
Dazu tauchte plötzlich Tempes Neffe Kit vor ihrer Türe auf. Nach einem Motorradtrip mit seinem Vater, wollte er eine Zeit lang bei seiner Lieblingstante verbringen. Dass sein Auftauchen in einem Desaster enden würde, war mir sofort klar.

Leider werden anscheinend in jedem Band Verwandte oder Bekannte von Tempe als Lockvogel im jeweiligen Kriminalfall benutzt. Erst ihre Freundin, dann ihre Schwester und nun schien Kit die Hauptattraktion zu sein.
Das finde ich etwas schade, denn das wirkt auf mich, als würde der Autorin sonst nichts einfallen. Ich frage mich schon, wer im vierten Band den Köder spielen soll: Ihr Exmann, vielleicht Ryan oder wieder mal eine Freundin?
Was mir sehr gut gefiel, war der Anflug von Humor, den die Autorin anfangs mit reinbrachte. Immer wieder wurden Witze in die Handlung eingeflochten, die mich zum Lachen brachten.

In diesem dritten Teil fand ich die ausführlichen Beschreibungen zum ersten Mal teilweise wirklich interessant.
Neben einer Aufklärung über Motorräder, iwar ich ein interessierter Zuhörer bei einer Blutspritzer-Analyse, erfuhr die Hackordnung in den Bikergangs sowie die Anzahl dieser verschiedenen und verfeindeten Gruppierungen, die es gibt. Dadurch bekam ich auch mit, dass es diese Banden nicht nur in Kanada/USA gab, sondern weltweit.
Doch das war leider der Grund, weshalb die Spannung nicht durchgehend präsent war. Erst zum Schluss wurde es regelrecht dramatisch und ich hatte, wie auch Tempe, Angst um Kit.

Die Handlung wurde aus Tempes Sicht in der Ichform erzählt, wodurch ich einen Einblick in ihre Gedanken und ihre Gefühlswelt hatte. Von ihren Gefühlen bekam allerdings nicht sehr viel mit.
Da die Autorin wohl davon ausging, dass der Leser mit dem ersten Band der Reihe begonnen hat, wurden die wichtigsten Figuren nur oberflächlich vorgestellt.
Somit vergebe ich vier positive Sterne.