Archiv der Kategorie: Psycho Thriller

Stefán Máni – Das Schiff

Titel: Das Schiff
Autor: Máni, Stefán
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 3550087403
Seitenzahl: 411
Einband: Hardcover
Originaltitel: Skipid

Autorenportrait:

Stefán Máni wurde 1970 in Reykjavík geboren. Aufgewachsen ist er in Ólafsvík in West Island. Bevor er mit dem Schreiben begann, arbeitete er als Gärtner, Tischler und Buchbinder, in der Fischindustrie und auch als Sozialarbeiter mit Jugendlichen und in psychiatrischen Kliniken. Das Schiff ist sein siebter Roman.
Quelle: Ullstein Verlag

Inhalt:

Eine Irrfahrt von Island nach Südamerika. Neun Männer, auf denen die Vergangenheit lastet, sind leichte Opfer des Bösen. Das Schiff ist den Elementen ausgeliefert und für die Besatzung beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. In seinem dramatischen Roman erzählt Stefán Máni vom Wesen des Menschen in einer klaustrophobischen Welt.

Tiefe Sturmwolken hängen über der Stadt, als die Per se den Hafen von Grundartangi verlässt. Kapitän, Steuermann, ein Koch und sechs weitere Männer gehen auf lange Fahrt nach Surinam. Jeder von ihnen hat etwas zu verbergen, alle sind Getriebene. Schon bald vergiften Feindseligkeiten und Drohungen die Atmosphäre. Gerüchte um eine bevorstehende Meuterei verdichten sich. Vor allem Kölski, der »Teufel«, sorgt für Unruhe. Auf dem Höhepunkt des Sturms bricht die Verbindung zum Festland ab und der Schiffsmotor wird zerstört. War es Kölski? Da entern Seeräuber das Schiff und zwingen die Männer, ein letztes Mal zusammenzustehen. Doch Surinam ist noch weit, es zu erreichen längst utopisch geworden. Stefán Máni stellt auf zwingende Weise existentielle Fragen und überzeugt durch ein beklemmendes Psychogramm seiner Protagonisten.

Quelle: Ullstein Verlag

Meine Meinung:

Die ganze „Vorgeschichte“, bis es endlich aufs Schiff geht ist schon ziemlich rasant, und dadurch stellt sich die Frage, wie wird’s denn dann erst auf dem Schiff?

Jeder trägt ein Geheimnis mit sich rum und ganz langsam nimmt das ganze Form an.
Was ist in der Tasche, die Satans Frau holen musste?
Was spielt der „Heizer“ für eine Rolle?
Was für ein Päckchen soll Saeli in Surinam abholen?
Und wieso bringt Jonas seine Frau um?

Fragen über Fragen!

Sobald man auf dem Schiff ist, geht’s auch langsam los.
Drei bis Fünf Männer wollen meutern, da sie sonst von der Reederei gekündigt werden. Einer will Kontakt zur Außenwelt verhindern, weil er seine Frau ermordet hat. Ein anderer hat Probleme mit Alkohol und mit sich selbst. Der Kapitän will schnellstmöglichst wieder heim zu seiner Frau, auch wenn er nicht weiß, was ihn dort erwartet.
Und mittendrin der sogenannte „Satan“, der eigentlich nur durch Zufall mit von der Partie ist… und einer, der angeblich von „Satan“ bedroht wird, steht ihm ausgerechnet auf diesem Schiff plötzlich gegenüber… Verzwickter kann es gar nicht werden…

Zwischendrin hört man immer dieses „bumm, bumm, bumm“ der Wellen…

Und dann kommen auch noch Piraten, und nur einer kann helfen: Satan!
Aber für manche ist es zu spät…
Zum Schluss wird noch alles von den letzten paar Männern abverlangt. Werden sie überleben?
Am Ende kam dann plötzlich der Gedanke: Habe ich ein Déjà-vu?

So verworren wie diese Geschichte, war glaub ich noch keine, die ich gelesen habe.

Nach ca. der Hälfte des Buches hatte ich auch endlich den Dreh raus, welche Vorgeschichte zu wem gehört. Ist ein bisschen schwer, da Anfangs meiner Meinung nach einfach zu oft der Protagonist gewechselt wurde.

Der Autor lässt auf alle Fälle keine Langeweile aufkommen. Das wechseln der Protagonisten ist sehr interessant, denn dadurch liest man manchmal eine Situation aus zwei verschiedenen Sichtweisen. (Auch wenn es, wie oben schon erwähnt, Anfangs etwas verwirrend ist.) Und stellt dadurch die Charaktere gut vor. Er stellt auch die Probleme, die jeweils vorhanden sind, gut dar.
Auch das Schiff ist gut beschrieben und der Autor driftet nicht in Fachsprache ab, das man nicht mehr mitkommen sollte.
Die Kapitel sind teilweise sehr lang, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut. Sie sind mit den Lateinischen Zahlen betitelt, was meiner Meinung nach gut zu der Story passt.

Mit was ich etwas Probleme hatte, das sind die isländischen Städtenamen und manche Namen von Personen. Das hat mich immer wieder durcheinander gebracht…
Etwas enttäuscht war ich von dem „Satan“, der Anfangs immer Satan, Teufel und Luzifer in sich vereinigt hat und dann sieht er nur rot? Da dachte ich immer, gleich verwandelt er sich in ein Monstrum *g*
Auch wird von den Ehefrauen nix mehr geschrieben, die Anfangs teilweise sehr in die Vorgeschichte eingepflanzt waren. Die Frage bleibt offen, was wurde aus ihnen? Das finde ich etwas schade.
Und auch die Abdriftung in die Gedanken von manchen Protagonisten sind so komisch, das man sich fragt, was soll das denn jetzt?

Mein Fazit:
Wenn man von den komischen Gedankengängen absieht, ein superspannendes Buch, in der sich die Handlung immer wieder dreht, wie das Schiff im Meer.
Nur das Ende ist traurig…

26.12.2008

Chris Carter – Der Kruzifix-Killer

Autor: Carter, Chris
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 3548281095
Seitenzahl: 477 (Taschenbuch)
Originalt.: The Crucifix Killer

 

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre im Psychologenteam der Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London.
Quelle: Ullstein Verlag

Klappentext:

Er kennt keine Gnade.
Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.

Die Leiche einer wunderschönen Frau, bestialisch verstümmelt.
Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz: das Zeichen eines vor Jahren hingerichteten Serienmörders. Detectiv und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut.

Sein ist die Rache.

Meine Meinung:

Es fängt in der Gegenwart an, in der Detectiv Hunter in einer brenzligen Situation ist. Diese wird nicht näher ausgeleuchtet und schon geht es ein paar Wochen zurück in die Vergangenheit, wo der Fall seinen Anfang hat.

Kaum geht es um die erste Leiche, musste ich an mich halten um nicht zu würgen. Wirklich ekelhaft und abnormal ist der Zustand beschrieben. Wobei ein Mord ja sowieso abnormal sein sollte…
Die Leiche ist ziemlich brutal zugerichtet worden und die Beschreibung des Tatorts, speziell der Leiche, ist nichts für zarte Gemüter.
Auch die weiteren Situationen mit Mordvarianten sind nur für richtig harte Thrillerfans etwas. Das ganze wird anfangs immer schlimmer, bevor es besser wird und sich die Handlung um die Verfolgung drehen kann…

Mit der Zeit werden einem die zwei Partner der Mordkommission vorgestellt. Hunter, der Ältere von beiden, ist ja ein ganz „gewiftes Kerlchen“. Als ich ihm zum ersten Mal „begegnete“, hätte ich nie für möglich gehalten, was in ihm steckt.
Er hat seit dem letzten großen Fall physiche Probleme. Und durch gewisse Vorgehensweisen des aktuellen Killers leidet Hunter nun auch noch psychisch. Der Killer spielt ein regelrechtes Spiel mit ihm und der Einsatz dabei ist nicht weniger hoch als ein Menschenleben…
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, bekommt er einen Grünschnabel zum Partner. Der stellt sich aber nach kurzer Zeit als eine gute Stütze heraus.

Auch wird jedes Opfer kurz vorgestellt und man kann sich ein Bild von dessen Lebensumständen machen. So, denke ich mir, kann man auch eine kurze Beziehung aufbauen. Nur um sie dann wieder zu verlieren.

Auf den Killer selbst wäre ich nie gekommen. Als es raus kam, war ich richtig verblüfft und konnte es nicht fassen. Aber was das Kruzifix mit den Morden zu tun hat, verstand ich ehrlich gesagt nicht. Es wurde auch nirgends aufgelöst.

Die Spannung war von der ersten bis zur letzten Seite spürbar. Zwar nicht immer auf dem gleichen Level, aber sie hat sich wie ein roter Faden durch die ganze Handlung gezogen.
Wenn es um das Privatleben der beiden Detectives ging, bekam ich als Leser eine Verschnaufpause von der teilweise rasanten Handlung. Auch wenn wieder ein Opfer vorgestellt wurde, war von der Spannung wengier zu spüren. Aber sie war immer präsent.
Zum Schluss steigert sie sich aber fast ins Unermessliche und am Ende platzt noch eine kleine Bombe.

Die Handlung ist im personnellen Erzählstil geschrieben. Trotz der immer wiederkehrenden kurzen Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Detectives, bleibt die Spannung erhalten. Der Autor hat das meiner Meinung nach richtig toll gemacht.
Ich musste mich immer wieder vom Buch losreißen, da es so fesselnd geschrieben war, dass ich alles andere um mich herum richtig vergaß. Detective Hunter ist mir in diesem Buch richtig ans Herz gewachsen und als das Buch zuende war, war ich richtiggehend traurig.

Fazit:
Für jeden hartgesottenen Thriller-Fan ist dieses Buch empfehlenswert!
Ich gebe fünf von fünf Sterne.

Gregg Hurwitz – US Marshal Tim Rackley 2 – Die Sekte

 

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Gregg Hurwitz ist Ende dreißig und studierte Englisch und Psychologie an der Harvard University sowie in Oxford (GB). Mit den Thrillern „Die Scharfrichter“ und „Die Sekte“ sowie dem Stand-alone „Blackout“ gelang ihm in den USA und Großbritannien der Durchbruch als Spannungsautor. Er lebt in Los Angeles.
Quelle: Droemer/Knaur-Verlag

Klappentext:

Leah, die Tochter eines erfolgreichen Hollywoodproduzenten, gerät in den Bann einer Psychosekte und bricht den Kontakt zur Außenwelt ab. Ihr Vater setzt alles daran, sie den Fängen des charismatischen Gurus zu entreißen, und bringt US Marshal Tim Rackley dazu, in dem Fall zu ermitteln. Rackley schleust sich mit falscher Identität in die Sekte ein und entdeckt schon bald, dass der Tod reiche Ernte einfährt: Wer aufbegehrt, wird ermordet. Als seine Tarnung auffliegt, steht Rackleys Leben auf Messers Schneide …

Meine Meinung:

Tim, der immer noch als Sicherheitsmann degradiert ist, wird von einem Filmproduzenten und Vater engagiert, dessen Tochter Leah aus einer Sekte zu holen. Der Produzent führt es in die Wege, dass Tim seinen ehemaligen Posten als Marshal erhält, der dadurch auch besser Informationen über Personen, Fahrzeuge und anderes bekommen kann.
Schnell wird klar, dass Tim nur an Leah herankommt, wenn er sich in diese Sekte einschleusen lässt. Die Chance dazu erhält er durch eine Veranstaltung der Organisation in einem Hotel.
Allein dieses 24-stündige Event hat Tim, und mich gleichermaßen, überzeugt, dass es schwer werden würde, aus dieser Geschichte mit Leah heil rauszukommen …

Anfangs wurde geschildert, wie es Tim mit seiner aktuellen Situation geht und wie er damit klar kommt.
Auch das Familiäre zwischen Tim und seiner Frau Dray kam immer wieder zwischendurch hervor, was Tims Sicht auch menschlicher machte. Dazu gehörte immer noch der Todesfall seines Kindes, welcher gefühlvoll dargestellt wurde. Ich litt auch in diesem Band mit den beiden mit und konnte mir gut vorstellen, dass sein Verlust Tim den nötigen Auftrieb gab, um wenigstens die Tochter eines anderen eventuell retten zu können.

Und so ging es in erster Linie nur um diese Sekte und wie sie vorgeht. „Das Programm“ mit dem „Wachstum“ sind der Inhalt dieser Gruppe. Das neue Mitglied soll sich von seinem alten Ich distanzieren, sein Fehlverhalten ablegen und durch Züchtigung und niedere Tätigkeiten zur Besinnung kommen. Dazu gehört auch, alles Negative von außen nicht mehr an sich heran zu lassen sowie man selbst auch keine negativen Gedanken mehr zulassen darf. Falls doch, gibt es eine Strafe …

Als sich Tim bei der ersten Veranstaltung dieser „Sekte“ aufhielt, um Informationen über Leah zu bekommen und die Masche des Meisters von Nahem zu betrachten, hatte ich richtig Angst, dass Tim den Predigten des Gurus nicht standhalten könnte.
Es wurde detailliert beschrieben, wie der Veranstalter seine Zuhörer durcheinander brachte, wie das Trinken und Essen wirkte, wie die Temperaturschwankungen im Raum sich auswirkten und wie der Meister sich Stück für Stück in die Gedanken der Anwesenden einschlich.

Im Anschluss wurde Tim eingeladen, ein paar Tage auf die Ranch dieser Sekte zu kommen. Als er diese Einladung annahm, hatte ich das Gefühl, wenn ich es zu nah an mich heranlasse, würde mein Geist den Verstand verlieren, bei den Vorgängen, die ich über diese Sekte las. So musste ich den Thriller in Etappen lesen, damit mein Geist etwas Erholung von den Methoden bekam.
Denn der Autor schreibt so realistisch, dass mir persönlich diese Aspekte der Sekte sehr nahe gingen. Ohne Pausen hätte mich seine anschauliche Schreibweise über dieses Thema in deren Bann gezogen. Was aber auch bedeutet, dass die Spannung in dem Buch von Anfang an stetig stieg. Zu keiner Minute empfand ich Langeweile, auch wenn der Autor manches sehr genau beschrieb. Sein Schreibstil fesselte mich durch den ganzen Roman.

Anfangs wurde die Handlung abwechselnd aus Tims und Leahs Sicht erzählt.
So bekam ich einen guten Eindruck von Tims Ermittlungswegen und gleichzeitig durch Leah einen Einblick in die Methoden des Meisters.
Zudem fühlte ich mit Leah mit, als wäre ich selbst in dieser Sekte und in ihrer Situation gewesen. Ich bekam bei jeder falschen Reaktion von ihr Angst, wie der Meister dieses Mal wieder reagieren und welche Strafe er sich wieder ausdenken würde.
Beim Zusammentreffen von Tim und Leah auf der Ranch verstärkte sich meine Angst um die beiden noch mehr und ich bangte bis zum Schluss um sie.

Es wurde zwar das Wichtigste aus dem ersten Teil berichtet, aber man sollte die Bücher, wenn es geht, schon der Reihe nach lesen. Obwohl die Handlung in jedem Band abgeschlossen ist, bauen sie aufeinander auf.

Fazit:
Dieser Thriller ist so gefüllt mit psychischen Methoden, dass er sehr gut als Psychothriller durchgehen könnte.

Somit vergebe ich fünf Sterne und freue mich schon auf den nächsten Teil mit dem außergewöhnlichen Marshal!

Reihenfolge der Bücher:
1. Die Scharfrichter
2. Die Sekte
3. Die Meute
4. Der Ausbrecher