Archiv der Kategorie: Jugendbuch

Anne Plichota & Cendrine Wolf – Oksa Pollock I – Die Unverhoffte

Titel: Oksa Pollock. Die Unverhoffte
Autor: Plichota, Anne/Wolf, Cendrine
Originaltitel: Oksa Pollock – L’Inespérée
Verlag: Oetinger
Erschienen: 3. März 2011
ISBN-10: 3789145025
ISBN-13: 978-3789145025
Seitenzahl: 591
Einband: Hardcover (Vorabexemplar Taschenbuch)
Serie: Oksa Pollock 1
Preis: 19,95 €
Empfohlenes Alter: 12 – 13 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Anne Plichota, 1968 im französischen Dijon geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften und verbrachte einige Jahre in Asien, bevor sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Cendrine Wolf erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.

Cendrine Wolf wurde 1969 in Colmar im Elsass geboren. Sie absolvierte eine Sportlehrerausbildung und arbeitete einige Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Straßburg wurde. Heute widmet sie sich als freie Autorin ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Anne Plichota erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.
Quelle: Oettinger Verlag

 

Inhalt:

Oksa ist nicht begeistert, als ihre Eltern beschließen, von Paris nach London zu ziehen. Ihr bester Freund Gus und seine Familie sind mit von der Partie und so muss sie glücklicherweise die Gemeinheiten des unsympathischen Lehrers McGraw nicht allein aushalten. Doch Oksa entdeckt plötzlich merkwürdige Dinge: Auf ihrer Handfläche lodert ein Feuerball, sie kann frei im Raum schweben und um ihren Nabel zeigt sich ein sternförmiges Mal. Erst jetzt erfährt sie von ihrer wahren Herkunft. Sie ist die „Unverhoffte“, die das verschwundene Land Edefia retten soll und damit auch ihre Familie. Doch irgendwie scheint auch ihr Lehrer McGraw in die Geschichte verstrickt zu sein … Ein magisches Abenteuer beginnt.
Quelle: Oksa Pollock-Fanpage

 

Meine Meinung:

Oksa Pollock ist ein zwölfjähriges Mädchen, das in Frankreich aufgewachsen ist. Nun zieht sie mit ihrer Sippe und einer befreundeten Familie nach England, da ihre Eltern dort ein Restaurant eröffnen wollen.
Kaum in England, stellt sie eine Veränderung an sich fest: Sie kann Flammen entstehen lassen!
Als dann noch ein komischer blauer Fleck auftaucht, weiht sie ihre Großmutter ein und wird fast umgehauen von neuen Ereignissen, die es mit diesem Mal auf ihrer Haut auf sich hat …
Ihre Großmutter kommt aus einer Parallelwelt mit Namen Edefia und ist eine Huldvolle, die man auch als Königin bezeichnen könnte. Durch dieses besondere Zeichen auf ihrem Körper steht fest, dass Oksa die nächste Huldvolle werden wird.
Und so muss sie nun neue Fähigkeiten erkennen und lernen, sie anzuwenden.
Während sie mit diesen neuen Kenntnissen immer besser zurecht kommt und mit ihren Begabungen richtig umgehen lernt, gibt es an ihrer Schule einen Lehrer, der es besonders auf sie abgesehen hat.
Anfangs wurde der Pädagoge von Oksa einfach ignoriert, da sie ja für weitaus Wichtigeres bestimmt ist, als sich mit einer Lehrkraft herumzuärgern. Doch dieser findet immer wieder neue Methoden, um sie und ihren besten Freund Gus herauszufordern, bis Oksa irgendwann der Kragen platzt!

Von Anfang an war ich von Oksa und ihrer Geschichte gefesselt. Nur als sie von Edefia erfuhr und ich Bekanntschaft mit den ersten Anderswesen machte, war mein erster Gedanke: abgedreht und kindisch, selbst für Fantasy!
Aber nach dem ersten und zweiten skeptischen Blick meinerseits, las ich weiter, denn die Geschichte fesselte mich doch zu sehr, als dass ich durch ein paar seltsam benannte Wesen meine Finger von dem Buch hätte lassen können.

Trotz der fesselnden Handlung ist das ganze Geschehen leider etwas zu oberflächlich gehalten, was daran liegen mag, dass es fast durchweg nur um Oksas „Ausbildung“ zur Huldvollen geht und sich ansonsten kaum ein spannender Handlungsstrang herausbildet. Zwischendurch gibt es dramatische und auch teils traurige Augenblicke, aber die waren, zu meinem persönlichen Leidwesen, immer sehr kurz.
So entwickelte sich kein richtiger Spannungsbogen, da Oksas „Lehre“ im Vordergrund stand, und sich der Roman dadurch wie ein Stundenplan las, bei dem man abhaken konnte, was sie wieder neues erlernt hat, unterbrochen durch ein paar teils dramatische Szenen.
Durch diese Vorbereitung auf Edefia lernte ich Oksa sehr gut kennen, aber ich wurde nie ganz warm mit ihr.
Eine Grundspannung war trotzdem immer vorhanden, da ich ständig mit Oksa mitfieberte, wenn sie etwas neues entdeckte oder lernte. Und durch dramatische Ereignisse, die zwischendurch geschahen, schwoll die Spannung zumindest ab und zu etwas an.
Leider war das Ende etwas zu abrupt. Aber andererseits macht es dadurch umso mehr Lust auf den nächsten Teil, der hoffentlich sehr bald kommt.

Der Roman erstaunte mich immer mehr, je weiter ich in Oksas Welt eintauchte. Die Autorinnen haben einen wunderschönes Werk erschaffen mit viel Fantasy und manch einem Mädchentraum!
Alle Figuren und Wesen wurden sehr gut vorgestellt, sodass ich mir von jedem Einzelnen ein Bild machen konnte. Nur bei den fantastischen Geschöpfen war es manchmal etwas schwer, da es einfach zu viele waren. Aber das bremste meinen Lesefluss nicht im Geringsten.
Der Schreibstil ist für Jugendliche angemessen und sehr einfach gehalten. Die Sätze sind nicht zu lang und nicht mit vielen Nebensätzen verschachtelt.

Fazit:
Ein schöner Fantasieroman für die jüngere Leserschaft, aber auch für den ein oder anderen Erwachsenen!
Die Oksamaniac hat mich nun auch ihren Bann gezogen. Ich gebe diesem Werk vier Sterne und freue mich schon auf den nächsten Teil.

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
©  Tikvas Schmöckertruhe 8.2.2011
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

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Michelle Harrison – Elfenseele II – Zwischen den Nebeln

Titel: Elfenseele – Zwischen den Nebeln
Autor: Harrison, Michelle
Originaltitel: Thirteen Curses
Verlag: Loewe Verlag
Erschienen: 15. Februar 2010
ISBN-10: 3785567308
ISBN-13: 978-3785567302
Seitenzahl: 542
Einband: Hardcover
Serie: Elfenseele II
Preis: 17,90 €
Empfohlenes Alter: 12 – 13 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Michelle Harrison, geboren 1979, studierte Illustration in Staffordshire und entdeckte dort ihre Liebe zum Kinderbuch. Nach verschiedenen Stationen im Buchhandel ist sie heute als Lektorin in einem Verlag tätig und betreut dort den Bereich der Kinderliteratur. Ihr Debüt „Elfenseele“ erschien 2009 in mehreren Sprachen. Sie hat den Waterstone’s Children’s Book Prize 2009 gewonnen und ist 2010 für den Manchester Book Award nominiert.
Quelle: Amazon

 

Inhalt:

Endlich ist es Red gelungen, einen Weg ins Elfenreich zu finden. Sie will ihren Bruder James befreien, der als Baby von Feen entführt wurde. Auf ihrem Weg zum Königshof der Elfen begegnen ihr Gefahren, wie sie sie in ihren schlimmsten Albträumen nicht gesehen hat, doch sie findet auch Verbündete, wo sie sie am wenigsten vermutet.
Aber James‘ Freiheit hat ihren Preis: Red lässt sich auf einen Handel mit dem König der Elfen ein, der sie das Leben kosten könnte. Gemeinsam mit ihren Freunden Tanya und Fabian macht sie sich in der Menschenwelt auf eine gefährliche Suche. Sie ahnt nicht, dass der König ihr eine Falle gestellt hat, der sie nicht entrinnen kann.
Quelle: Loewe Verlag

 

Meine Meinung:

Der Einband ist, wie beim ersten Band, schön gestaltet. Auf dem Cover ist ein Mädchengesicht mit blauen Augen zu sehen. Blätter und Zweige, die von zartem Weißrosa bis zu angenehmen Lilatönen gehalten sind, umringen ihr Gesicht.
Im Vordergrund, in einer schönen, geschwungenen, weißen Schrift, steht das Wort „Elfenseele“. Darunter, in dunklem Lila gehalten, der Titel „Zwischen den Nebeln“.

Dieser Roman ist ein wunderschönes Jugendbuch, das auf den ersten Teil „Hinter dem Augenblick“ aufbaut. Empfehlenswert für junge Mädchen ab zwölf Jahren.
Während im ersten Band das Mädchen Tanya die Protagonistin war, ist es in diesem nun Rowan Fox, kurz Red genannt. Sie will ins Reich der Elfen, um ihren Bruder James zu finden.
Das Buch knüpft direkt an den ersten Band an. Während Tanja von einem „Fluch“, der sie ins Elfenreich gerissen hätte, befreit wurde, nimmt Red ihn freiwillig an, mit einem einzigen Ziel vor Augen: James zu retten!
Kaum ist Red im Elfenreich gelandet, kommen die ersten Schwierigkeiten auf sie zu. Während sie in einer Situation eine ganze Weile fast nur ausharren und abwarten kann, wird ihre Geschichte, wie sie Waise wurde und was mit ihrem Bruder geschah, erzählt.
Eine ergreifende Geschichte, die immer wieder unterbrochen wurde von den aktuellen Ereignissen in Reds Gegenwart und von Tanya und ihren Freunden in der normalen Welt.

Durch unvorhergesehene Hilfe kommt Red dann endlich bis vor den Elfenkönig.
Dieser stellt sie vor eine Prüfung. Erst wenn sie diese erfüllt hat, darf sie ihren Bruder aus dem Elfenreich befreien. Doch diese Aufgabe ist nicht einfach und sie kann sie nur mit der Hilfe ihrer Freunde Tanya und Fabian lösen. Diese Mission hat etwas mit den dreizehn Schätzen der Elfen zu tun und wird von Gegenstand zu Gegenstand immer schwerer zu lösen und teilweise sogar lebensgefährlich …
Ob Red ihren Bruder je wiedersehen wird?

Leider kam während Reds Geschichte keinerlei Spannung auf, weswegen die erste Hälfte des Buches nur so dahin plätscherte. Allerdings wurde mir Red dadurch gut vorgestellt und ich konnte mich gut mit ihr identifizieren.
Erst ab der zweiten Hälfte des Romans ging es dann endlich darum, was in der Inhaltsangabe geschildert wird.
Die Suche und das Aufspüren dieser Schätze wurde sehr gut beschrieben, jedes wichtige Detail wurde von der Autorin gut hervorgehoben.
Durch die ansteigende Gefährlichkeit ihrer Aufgaben stieg auch die Spannung und wenige Male wurde es sogar richtig dramatisch!

Wie im ersten Band waren die Kapitel zwar nur durchnummeriert, aber jeder Anfangsbuchstabe wurde sehr groß hervorgehoben und mit süßen kleinen Verzierungen versehen, wie z. B. einem Buch oder einem Fuchs.
Nur die Kapitel, bei denen es um Reds Vergangenheit ging, wurden lediglich durch Nummern gekennzeichnet. Dadurch wusste ich sofort, dass es wieder einen Zeitsprung gibt.
Auch wurden die Kapitel stellenweise durch Absätze etwas aufgeteilt. Dies wurde ebenfalls schön durch eine kleine Zeichnung hervorgehoben.

Fazit:
Auch der zweite Teil der Serie „Elfenseele“ konnte mich wieder überzeugen, sodass ich wissen möchte, wie es mit Tanya, Red und Fabian weitergeht und was im nächsten Band geschieht.
Ich vergebe vier Sterne.

Reihenfolge von Elfenseele:
1. Hinter dem Augenblick
2. Zwischen den Nebeln

Vielen Dank an den Loewe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
©  Tikvas Schmöckertruhe
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Kristin Cashore – Fähigkeiten-Trilogie I – Die Beschenkte

Titel: Die Beschenkte
Autor: Cashore, Kristin
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582106
ISBN-13: 978-3551582102
Seitenzahl: 493
Einband: Hardcover
Originaltitel: Graceling
Serie: Fähigkeiten-Trilogie I
Preis: 19,95
Empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Kristin Cashore studierte am Center for the Study of Children’s Literature in Boston. Sie gehört zu den jungen US-Newcomer-Autorinnen der letzten Jahre. Ihre beiden Bücher „Die Beschenkte“ und „Die Flammende“ schafften sofort den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste, wurden bereits in 28 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.
Quelle: Carlsen Verlag

 

Klappentext:

„Er schien plötzlich nicht zu wissen, was er sagen sollte, schaute nach unten und spielte mit seinen Ringen. Er holte Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste, was er sagen würde.“

Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist – sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie hat die Gabe des Tötens.
Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen.
Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar.

 

Meine Meinung:
Schon das Cover sieht sehr schön aus, wenn man das Buch in Händen hält. Es ist in verschiedenen schlichten Brauntönen gehalten. Es zeigt einen Frauenkopf von hinten mit einem entblößten Nacken. Das Haar ist notdürftig zu einem Knoten hochgebunden. Die gesamte linke Seite des Buches ziert ein verschnörkeltes Muster.
Wenn man mit den Fingern über den Titel streicht, spürt man die Prägung. Auch diese ist in einem dezenten Braun gehalten. Der Name der Autorin über dem Titel ist etwas kleiner dargestellt.

Katsa ist eine Beschenkte, was bedeutet, dass sie eine außergewöhnliche Gabe hat, durch die sie aus der Menge heraussticht.
Ihre außergewöhnliche Begabung ist das Töten. Sie kann besonders geschickt mit jeder Waffe oder ihren bloßen Händen schnell und gezielt töten.
Da Katsa keine Eltern hat, lebt sie bei ihrem Onkel, König Randa, der ihre Gabe nutzt und sie als Tötungsmaschine jede schmutzige Arbeit durchführen lässt. Doch wenn er keinen Auftrag für sie hat, soll sie ihm auf keinen Fall unter die Augen kommen.
Denn Beschenkte erkennt man an einer Besonderheit, die in ihrem Fall jeden normalen Menschen stets in Angst und Schrecken versetzt und sie irritiert. Bei anderen besonderen Talenten werden diese Beschenkten nicht ernst genommen und verspottet.
Da Katsa von ihrem Onkel nur benutzt wird, macht ihre Gabe sie nicht gerade glücklich. Aber was soll sie dagegen tun, an wen oder wohin soll sie sich wenden?

Als Ausgleich für ihre Dienste für den König, arbeitet die junge Frau im Untergrund für einen Rat, der für das Gleichgewicht zwischen den sieben Königreichen sorgt. Eine Karte von diesen Herrschaftsgebieten kann man vorne im Buch betrachten.
Während sie für ihren Onkel nur Aufträge ausführt, die man teilweise auch gewaltlos lösen könnte, ist ihre Gabe für den Rat ein wahrer Segen. Sie setzt sich für die Schwachen ein, hilft mit ihren Talenten statt zu zerstören und das macht sie glücklich.

Es dauerte nicht sehr lange, bis ich den zweiten Protagonisten Bo kennen lernte. Er ist ein Prinz aus dem Königreich Lienid und auf der Suche nach seinem verschwundenen Großvater. Dazu ist auch er ein Beschenkter und scheint die gleichen Talente zu haben wie Katsa.
Sie macht sich mit ihm gemeinsam auf die Suche nach seinem Großvater und dem Grund, der hinter dessen Entführung steckt.
Während ihrer Reise durch die Königreiche üben sie beide an ihren Gaben und perfektionierten besonders Bo’s.
Es wurde auch mit schönen Worten geschildert, was sich zwischen Katsa und Bo entwickelte und wie sie miteinander umgingen.
Immer wieder gab es eine interessante Wendung, die Abwechslung in die Geschichte der zwei brachte. Dabei nahmen mich manche Ereignisse gefühlsmäßig sehr mit.
Das Ende lässt mich hoffen, dass ich die Protagonisten auch im Folgeband, als Nebenfiguren begleitend, wiedersehen darf.

Anfangs dauerte es eine Zeit lang, bis die Geschichte an Fahrt gewann. Das lag unter anderem daran, dass ich zu Beginn mit den vielen Namen und Königreichen durcheinander kam und alles insgesamt etwas verwirrend auf mich wirkte. Hier wäre vielleicht ein Glossar bzw. ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen.
Zwischendurch wurde es auch immer wieder etwas langatmig, da die Autorin die Reise der Protagonisten sehr genau beschrieb. Die Erlebnisse waren zwar auch interessant, aber diese zogen sich ab und an etwas in die Länge.
Bei diesen Schilderungen merkte ich sehr gut, dass dieser Roman definitiv ein Jugendbuch ist.
Allerdings suchte ich vergeblich bei den beiden Hauptfiguren nach dem turtelnden Liebespaar, welches mir der Klappentext versprach. Dieses Werk ist keine Liebesgeschichte, sondern im Vordergrund stehen die verschiedenen Gaben, durch die Gutes, aber auch Böses entstehen kann.
Somit ist es für Jugendliche ein idealer Fantasieroman mit einem großen Abenteuer.
Im Laufe des Buches gab es immer wieder emotionale Momente. Bei spannenden Momenten hielt ich den Atem an, lachte bei witzigen Situationen und verdrückte ein paar Tränen bei manch traurigen Begebenheiten.
Was die Gefühlswelt anging, übertrugen sich die Stimmungen im Buch sehr gut auf mich und ich fühlte alles mit.

Dieser Roman ist in drei Teile aufgegliedert. Im ersten wurde mir Katsas Gabe vorgestellt und ich lernte die wichtigsten Figuren kennen. Im zweiten Abschnitt ging es um die eigentliche Aufgabe der zwei Protagonisten und im letzten Teil kam die Auswirkung ihres Abenteuers und die hatte es in sich!
Die ersten paar Wörter jedes Kapitels waren groß gedruckt und wurden in einer wunderschönen geschwungenen Schrift dargestellt. Katsas innere Monologe wurden in Kursivschrift gehalten.

Fazit:
Eine abenteuerliche Geschichte, die mir liebevoll erzählt wurde. Daher bekommt dieses Debüt trotz mancher Schwächen vier von fünf Sternen.
Nun freue ich mich schon auf den zweiten Band, der im Januar erscheinen soll!

„Fähigkeiten“-Trilogie:
1. Die Beschenkte
2. Die Flammende (Januar 2011)
3. Bitterblue (noch nicht übersetzt)

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
© haTikva @ Nethas Schmökerkiste 14.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Suzanne Collins – Die Tribute von Panem 2 – Gefährliche Liebe

Titel: Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe
Autor: Collins, Suzanne
Verlag: Oetinger
ISBN-10: 3789132195
ISBN-13: 978-3789132193
Seitenzahl: 431
Einband: Hardcover
Originaltitel: The Hunger Games 2. Catching Fire
Serie: Die Tribute von Panem 2
Genre: Abenteuer / Fantasy
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

An das Jahr 2003 wird sich die Amerikanerin Suzanne Collins sicher gern erinnern. Damals erschien „Gregor und die graue Prophezeiung“, ihr erster Roman für Kinder und Jugendliche. Die Geschichte des New Yorker Jungen, der unter der Stadt das Reich der Unterländer entdeckt, faszinierte sowohl junge als auch erwachsene Leser, und das Buch schoss in die Bestsellerlisten. Schon vorher hatte die 1962 in New Jersey geborene Autorin Drehbücher für preisgekrönte Kinderserien im amerikanischen Fernsehen geschrieben. Mittlerweile sind weitere „Gregor“-Bücher erschienen und auch das Nachfolgebuchprojekt, „Die Tribute von Panem“, wurde hochgelobt und in Deutschland 2010 für den „Jugendliteraturpreis“ nominiert. Suzanne Collins lebt mit ihrer Familie und einigen Katzen in Connecticut.
Quelle: Amazon

Inhalt:

Die siebzehnjährige Katniss hat die grausamen Hungerspiele überlebt, zusammen mit ihrem Freund Peeta. Das bedeutet ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12, außerdem genug zu essen für ihre Familien. Aber all das kann Kat nur kurz genießen: Sie muss als Siegerin öffentlich für das verhasste Kapitol posieren und weiter mit Peeta das Liebespaar spielen. Auf der Tour der Sieger durch die unterjochten Distrikte werden die beide Zeugen von brutaler Gewalt, aber sie entdecken auch Anzeichen für einen Aufstand. Und dann schlägt das Kapitol mit voller Wucht zu: Um jeden Widerstand zu brechen, werden die Teilnehmer der diesjährigen Hungerspiele aus den Reihen aller früheren Sieger ausgelost – und Kat und Peeta müssen zurück in die Arena. Gegen zweiundzwanzig erfahrene Kämpfer treten sie an, aber mit gegenteiligen Zielen: Während Peeta Kat schützen will, wird Kat diesmal alles tun, damit Peeta überlebt. Allerdings haben sie beide keine Ahnung davon, was inzwischen hinter den Kulissen geschieht …
Quelle: Amazon

Meine Meinung:
Amerika gibt es nicht mehr, das Land wurde in zwölf Distrikte unterteilt.
Die Menschen werden von einem Kapitol unterdrückt, das in Panem liegt, wo die Reichsten der Reichen leben.
Nachdem Katniss im letzten Band zusammen mit ihrem Mitstreiter Peeta die sogenannten tödlichen Hungerspiele überlebt hat, müssen sie nun die Siegertour durch alle Distrikte machen. Da sie den Zuschauern während der Spiele ein Liebespaar vorgespielt hatten, wodurch sie überlebten, müssen sie diese Scharade aufrecht erhalten, sobald eine Kamera anwesend ist oder sie sich in der Öffentlichkeit zeigen.
Durch einen unüberlegten Vorfall am Ende des ersten Bandes ist Katniss ein Star geworden. Besonders bei denen, die sich gegen das Kapitol auflehnen und einen Widerstand planen.
Bei der Tour bekommt Katniss mit, wie es in einzelnen Bereichen des Landes unter der Oberfläche brodelt und sie muss entsetzt einige schreckliche Dinge mit ansehen.

Dieser Roman ist wie sein Vorgänger ein Jugendroman. Somit wurde die Grausamkeit des Kapitols von der Autorin gut dargestellt, ohne dass es zu brutal wirkte. Auch wenn ich als Erwachsene bei manchen Szenen doch schlucken musste.
Aber dadurch gab mir die Autorin ein Gefühl dafür, was die Figuren in einzelnen Distrikten durchmachen mussten.
Mir kam es vor, als spürte ich am eigenen Leib, wie grausam das Kapitol in diesem zweiten Teil der Trilogie vorgeht und wozu es fähig ist. Selbst Kleinigkeiten, wie ein nett gemeinter Gruß, führten zu einer harten Bestrafung.

Die Protagonisten Katniss und Peeta entwickelten sich weiter und dadurch wurde die Geschichte immer interessanter. Als beide wieder in die Arena müssen, warten dort gleich mehrere Überraschungen auf sie und den Leser.
Während im ersten Teil nur das Überleben von Katniss selbst wichtig war, stand nun das Leben von Peeta auf dem Spiel. Und unbewusst die Existenz ihrer Familien. So wurde dieser zweite Teil einen Tick ernster, denn ich spürte förmlich, welches Bedürfnis es für Katniss ist, Peeta zu retten.

Die Autorin brachte durch viele Ereignisse Spannung ins Spiel, die das Buch fast sprengten.
Auf der einen Seite der brodelnde Widerstand, den ich nur anfangs mitbekam, dessen Vorbild Katniss unabsichtlich wurde, und auf der anderen Seite Peeta, den sie mit aller Kraft in der Arena am Leben erhalten wollte.
Und dann gibt es da noch Gale, ihren besten Kumpel, der plötzlich mehr für sie zu sein scheint.
Dies alles wirkte auf Katniss ein und machte den Roman richtig spannend und durch die allumfassende Grausamkeit auch sehr dramatisch.

So war die Geschichte von Anfang an gespickt mit Aktionen, die meinen Gemütszustand regelrecht durcheinander brachten. Da ich emotional sehr mit Katniss verbunden war, war ich dementsprechend oft den Tränen nahe …
Katniss musste immer aufpassen, was sie sagte und tat, zu jeder Zeit und das ließ mich oft nach Atem ringen. Ihre Angst und aufsteigende Panik konnte ich fast mit Händen greifen. Ich durchlitt regelrecht jede einzelne Station, die sie durchmachen musste.
Dazu kam aber auch manch rührende Szene, die mir ebenfalls die Tränen in die Augen trieb. Gerade wenn Katniss sich an die letzten Tribunale erinnerte und an ein bestimmtes Mädchen, wurde ich von Emotionen nur so überflutet.
Besonders freute ich mich aber, dass Katniss sich trotzdem nie wirklich aus der Ruhe bringen ließ und einen kühlen Kopf bewahrte, wenn es eng für sie und Peeta wurde.

Am Ende erwartete mich dann noch eine dicke Überraschung!
Mit diesem Ausgang hätte ich nie und nimmer gerechnet. Zum einen war ich über den Abschluss froh, gleichzeitig bin ich etwas enttäuscht, da der Roman mit einem richtigen Cliffhanger endet und ich mir nun den letzten Teil der Trilogie sehnlichst herbeiwünsche.

Auch im zweiten Band werden die Speisen ausführlich beschrieben, um dem Leser die Unterschiede zwischen Arm und Reich deutlich zu machen.
Die Geschichte wurde aus Katniss‘ Sicht in der Gegenwartsform erzählt.

Fazit:
Kurz gesagt: Mir geht die „Die Tribute von Panem“-Trilogie sehr zu Herzen. Mit jedem Buch litt ich mit Katniss bis jetzt etwas mehr mit.
Trotz der großen Traurigkeit, die sich am Ende breit machte, vergebe ich die volle Punktzahl: fünf Sterne!
Nun warte ich gespannt auf den dritten Teil.

„Die Tribute von Panem“-Triloge:
1. Tödliche Spiele
2. Gefährliche Liebe
3. Flammender Zorn (Januar 2011)

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
©  haTikva @ Nethas Schmökerkiste 2.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Suzanne Collins – Die Tribute von Panem 1 – Tödliche Spiele

Titel: Die Tribute von Panem 1: Tödliche Spiele
Autor: Collins, Suzanne
Verlag: Oetinger
ISBN: 3789132187
Seitenzahl: 415
Einband: Hardcover
Originaltitel: The Hunger Games 1. The Hunger Games
Serie: Die Tribute von Panem 1

Autorenportrait:

An das Jahr 2003 wird sich die Amerikanerin Suzanne Collins sicher gern erinnern. Damals erschien „Gregor und die graue Prophezeiung“, ihr erster Roman für Kinder und Jugendliche. Die Geschichte des New Yorker Jungen, der unter der Stadt das Reich der Unterländer entdeckt, faszinierte sowohl junge als auch erwachsene Leser, und das Buch schoss in die Bestsellerlisten. Schon vorher hatte die 1962 in New Jersey geborene Autorin Drehbücher für preisgekrönte Kinderserien im amerikanischen Fernsehen geschrieben. Mittlerweile sind weitere „Gregor“-Bücher erschienen und auch das Nachfolgebuchprojekt, „Die Tribute von Panem“, wurde hochgelobt und in Deutschland 2010 für den „Jugendliteraturpreis“ nominiert. Suzanne Collins lebt mit ihrer Familie und einigen Katzen in Connecticut.
Quelle: Amazon

Inhalt:

Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben?
Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.
Quelle: Oetinger Verlag

Meine Meinung:

In einer Zeit, in der es keine Länder und Staaten mehr gibt, sondern nur noch ein Regime „das Kapitol“, lebt die sechzehnjährige Katniss. Dort wurde das Land in 12 Distrikte aufgeteilt. In den meisten dieser Distrikten herrscht Hungersnot und Armut. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es jedes Jahr die „Hungerspiele“, bei dem aus allen 12 Gebieten zwei Tribute, ein Mädchen und ein Junge, gewählt werden, um in einer Arena gegeneinander zu kämpfen. Zum Schluss darf nur noch ein Kandidat übrig bleiben …

Von Anfang an wurde mir klar, das dass Kapitol schrecklich grausam ist. Ein Regime, dass seine Bürger klein hält, hungern und sogar verhungern lässt und selbst das letzte an Kraft und Energie aus ihnen herauspresst. Das wurde von der Autorin sehr gut dargestellt.
Als Dank dafür müssen sie jedes Jahr ein fest „feiern“ bei dem in jedem Bezirk zwei Kinder geopfert werden, die bei tödlichen Spielen ihr Leben verlieren. Und das Kapitol ergötzt sich auch noch daran!

Aus Katniss Sicht wurde mir ihr Dasein in Distrikt 12 geschildert, was sie schon alles durchmachen musste und was für ein schweres Leben sie und ihre Familie haben. Ich konnte von Anfang an eine Verbindung zu ihr herstellen.
Aber auch Peeta mochte ich von Beginn an, als dieser auf der Bildfläche erschien.
Nachdem ich von Katniss erfuhr, was Peeta früher einmal für sie getan hatte, mochte ich ihn noch mehr. Darum fand ich es traurig, dass sie ihm gegenüber immer so abweisend reagierte.
Denn Katniss schürte immer ihr Misstrauen auf Peeta, wenn dieser besonders freundlich und nett zu ihr war. Sie sah in ihm nur einen weiteren Konkurrenten, was ich sehr schade fand.
Aber als etwas, zumindest für mich sichtbar, zwischen Peeta und immer deutlicher wurde, und sie es partout nicht begriff vor lauter Selbstschutz, hätte ich sie am liebsten kräftig geschüttelt.

Wenn es um Nahrungsmittel und Essen ging, wurden diese immer sehr genau von Katniss beschrieben. Dadurch wurde mir ihr armes Dasein sehr gut vor Augen geführt. Auch das hatte die Autorin klasse gemacht!
Zwischendurch hatte Katniss oft kurze Tagträume, in denen sie sich an bestimmte Momente mit ihrem verstorbenen Vater, ihrem besten Freund Gale oder an Augenblicke erinnerte, bei denen es um ihren direkten Konkurrenten ging.

Wie die Spiele genau aussehen und was dort alles passierte und gemacht werden durfte, verrate ich natürlich nicht. Aber eines verrate ich doch: Die Zeit, in der sie gelernt hatte im Wald zu jagen, half ihr in der Arena ungemein.
Von ihrem starken Überlebenswillen war ich von Beginn an begeistert.
Katniss‘ versuch, jeden Tag aufs Neue, sich ohne Waffen Nahrung zu beschaffen, Wasser zu finden und dabei nicht den anderen Tributen über den Weg zu laufen, wurde sehr spannend geschildert.
Die raueren und eher blutigen Szenen wurden meiner Meinung nach gut beschrieben, um mir zu zeigen, dass es tödlich endet, aber wurden nicht brutal dargestellt.
Gerade die Phase, als Katniss in der Arena war, gab es immer wieder Momente, die starke Emotionen enthielten. Ich fieberte mit ihr, leidete mit und konnte meistens nur ungläubig den Kopf schütteln über ihren Instinkt und den Drang zu überleben.

An dem einfachen Schreibstil wurde mir sofort klar, dass es sich um ein Jugendbuch handeln muss. Doch durch das schriftliche Können der Autorin wurde auch ich mit Mitte zwanzig von dem Roman gefesselt.
Von Anfang an konnte ich das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen und so hatte ich es ziemlich zügig durch.
Die Geschichte wurde in Ichform erzählt, sodass man zwar nur die Ereignisse aus Katniss Sicht erleben durfte, dafür aber auch an ihren Gedanken und Träumen teilhaben durfte.
Einen großen Minuspunkt gibt es allerdings für die Gegenwartsform des Romans. Mit dieser kam ich einfach nicht klar. Für das und ein recht unharmonisches Ende gibt es leider einen Stern Abzug.

Fazit:
Für mich eindeutig ein toller Abenteuerroman, der für jung und alt geeignet ist.
Ich vergebe vier von fünf Sterne!


Die Tribute von Panem-Trilogie:
1. Tödliche Spiele
2. Gefährliche Liebe
3. Flammender Zorn (2011)

© haTikva – Nethas Schmökerkiste 12.11.2010