Archiv der Kategorie: Fantasy

elfen, orks, trolle, kobolde …

Anne Plichota & Cendrine Wolf – Oksa Pollock I – Die Unverhoffte

Titel: Oksa Pollock. Die Unverhoffte
Autor: Plichota, Anne/Wolf, Cendrine
Originaltitel: Oksa Pollock – L’Inespérée
Verlag: Oetinger
Erschienen: 3. März 2011
ISBN-10: 3789145025
ISBN-13: 978-3789145025
Seitenzahl: 591
Einband: Hardcover (Vorabexemplar Taschenbuch)
Serie: Oksa Pollock 1
Preis: 19,95 €
Empfohlenes Alter: 12 – 13 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Anne Plichota, 1968 im französischen Dijon geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften und verbrachte einige Jahre in Asien, bevor sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Cendrine Wolf erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.

Cendrine Wolf wurde 1969 in Colmar im Elsass geboren. Sie absolvierte eine Sportlehrerausbildung und arbeitete einige Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Straßburg wurde. Heute widmet sie sich als freie Autorin ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Anne Plichota erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.
Quelle: Oettinger Verlag

 

Inhalt:

Oksa ist nicht begeistert, als ihre Eltern beschließen, von Paris nach London zu ziehen. Ihr bester Freund Gus und seine Familie sind mit von der Partie und so muss sie glücklicherweise die Gemeinheiten des unsympathischen Lehrers McGraw nicht allein aushalten. Doch Oksa entdeckt plötzlich merkwürdige Dinge: Auf ihrer Handfläche lodert ein Feuerball, sie kann frei im Raum schweben und um ihren Nabel zeigt sich ein sternförmiges Mal. Erst jetzt erfährt sie von ihrer wahren Herkunft. Sie ist die „Unverhoffte“, die das verschwundene Land Edefia retten soll und damit auch ihre Familie. Doch irgendwie scheint auch ihr Lehrer McGraw in die Geschichte verstrickt zu sein … Ein magisches Abenteuer beginnt.
Quelle: Oksa Pollock-Fanpage

 

Meine Meinung:

Oksa Pollock ist ein zwölfjähriges Mädchen, das in Frankreich aufgewachsen ist. Nun zieht sie mit ihrer Sippe und einer befreundeten Familie nach England, da ihre Eltern dort ein Restaurant eröffnen wollen.
Kaum in England, stellt sie eine Veränderung an sich fest: Sie kann Flammen entstehen lassen!
Als dann noch ein komischer blauer Fleck auftaucht, weiht sie ihre Großmutter ein und wird fast umgehauen von neuen Ereignissen, die es mit diesem Mal auf ihrer Haut auf sich hat …
Ihre Großmutter kommt aus einer Parallelwelt mit Namen Edefia und ist eine Huldvolle, die man auch als Königin bezeichnen könnte. Durch dieses besondere Zeichen auf ihrem Körper steht fest, dass Oksa die nächste Huldvolle werden wird.
Und so muss sie nun neue Fähigkeiten erkennen und lernen, sie anzuwenden.
Während sie mit diesen neuen Kenntnissen immer besser zurecht kommt und mit ihren Begabungen richtig umgehen lernt, gibt es an ihrer Schule einen Lehrer, der es besonders auf sie abgesehen hat.
Anfangs wurde der Pädagoge von Oksa einfach ignoriert, da sie ja für weitaus Wichtigeres bestimmt ist, als sich mit einer Lehrkraft herumzuärgern. Doch dieser findet immer wieder neue Methoden, um sie und ihren besten Freund Gus herauszufordern, bis Oksa irgendwann der Kragen platzt!

Von Anfang an war ich von Oksa und ihrer Geschichte gefesselt. Nur als sie von Edefia erfuhr und ich Bekanntschaft mit den ersten Anderswesen machte, war mein erster Gedanke: abgedreht und kindisch, selbst für Fantasy!
Aber nach dem ersten und zweiten skeptischen Blick meinerseits, las ich weiter, denn die Geschichte fesselte mich doch zu sehr, als dass ich durch ein paar seltsam benannte Wesen meine Finger von dem Buch hätte lassen können.

Trotz der fesselnden Handlung ist das ganze Geschehen leider etwas zu oberflächlich gehalten, was daran liegen mag, dass es fast durchweg nur um Oksas „Ausbildung“ zur Huldvollen geht und sich ansonsten kaum ein spannender Handlungsstrang herausbildet. Zwischendurch gibt es dramatische und auch teils traurige Augenblicke, aber die waren, zu meinem persönlichen Leidwesen, immer sehr kurz.
So entwickelte sich kein richtiger Spannungsbogen, da Oksas „Lehre“ im Vordergrund stand, und sich der Roman dadurch wie ein Stundenplan las, bei dem man abhaken konnte, was sie wieder neues erlernt hat, unterbrochen durch ein paar teils dramatische Szenen.
Durch diese Vorbereitung auf Edefia lernte ich Oksa sehr gut kennen, aber ich wurde nie ganz warm mit ihr.
Eine Grundspannung war trotzdem immer vorhanden, da ich ständig mit Oksa mitfieberte, wenn sie etwas neues entdeckte oder lernte. Und durch dramatische Ereignisse, die zwischendurch geschahen, schwoll die Spannung zumindest ab und zu etwas an.
Leider war das Ende etwas zu abrupt. Aber andererseits macht es dadurch umso mehr Lust auf den nächsten Teil, der hoffentlich sehr bald kommt.

Der Roman erstaunte mich immer mehr, je weiter ich in Oksas Welt eintauchte. Die Autorinnen haben einen wunderschönes Werk erschaffen mit viel Fantasy und manch einem Mädchentraum!
Alle Figuren und Wesen wurden sehr gut vorgestellt, sodass ich mir von jedem Einzelnen ein Bild machen konnte. Nur bei den fantastischen Geschöpfen war es manchmal etwas schwer, da es einfach zu viele waren. Aber das bremste meinen Lesefluss nicht im Geringsten.
Der Schreibstil ist für Jugendliche angemessen und sehr einfach gehalten. Die Sätze sind nicht zu lang und nicht mit vielen Nebensätzen verschachtelt.

Fazit:
Ein schöner Fantasieroman für die jüngere Leserschaft, aber auch für den ein oder anderen Erwachsenen!
Die Oksamaniac hat mich nun auch ihren Bann gezogen. Ich gebe diesem Werk vier Sterne und freue mich schon auf den nächsten Teil.

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
©  Tikvas Schmöckertruhe 8.2.2011
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Michelle Harrison – Elfenseele II – Zwischen den Nebeln

Titel: Elfenseele – Zwischen den Nebeln
Autor: Harrison, Michelle
Originaltitel: Thirteen Curses
Verlag: Loewe Verlag
Erschienen: 15. Februar 2010
ISBN-10: 3785567308
ISBN-13: 978-3785567302
Seitenzahl: 542
Einband: Hardcover
Serie: Elfenseele II
Preis: 17,90 €
Empfohlenes Alter: 12 – 13 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Michelle Harrison, geboren 1979, studierte Illustration in Staffordshire und entdeckte dort ihre Liebe zum Kinderbuch. Nach verschiedenen Stationen im Buchhandel ist sie heute als Lektorin in einem Verlag tätig und betreut dort den Bereich der Kinderliteratur. Ihr Debüt „Elfenseele“ erschien 2009 in mehreren Sprachen. Sie hat den Waterstone’s Children’s Book Prize 2009 gewonnen und ist 2010 für den Manchester Book Award nominiert.
Quelle: Amazon

 

Inhalt:

Endlich ist es Red gelungen, einen Weg ins Elfenreich zu finden. Sie will ihren Bruder James befreien, der als Baby von Feen entführt wurde. Auf ihrem Weg zum Königshof der Elfen begegnen ihr Gefahren, wie sie sie in ihren schlimmsten Albträumen nicht gesehen hat, doch sie findet auch Verbündete, wo sie sie am wenigsten vermutet.
Aber James‘ Freiheit hat ihren Preis: Red lässt sich auf einen Handel mit dem König der Elfen ein, der sie das Leben kosten könnte. Gemeinsam mit ihren Freunden Tanya und Fabian macht sie sich in der Menschenwelt auf eine gefährliche Suche. Sie ahnt nicht, dass der König ihr eine Falle gestellt hat, der sie nicht entrinnen kann.
Quelle: Loewe Verlag

 

Meine Meinung:

Der Einband ist, wie beim ersten Band, schön gestaltet. Auf dem Cover ist ein Mädchengesicht mit blauen Augen zu sehen. Blätter und Zweige, die von zartem Weißrosa bis zu angenehmen Lilatönen gehalten sind, umringen ihr Gesicht.
Im Vordergrund, in einer schönen, geschwungenen, weißen Schrift, steht das Wort „Elfenseele“. Darunter, in dunklem Lila gehalten, der Titel „Zwischen den Nebeln“.

Dieser Roman ist ein wunderschönes Jugendbuch, das auf den ersten Teil „Hinter dem Augenblick“ aufbaut. Empfehlenswert für junge Mädchen ab zwölf Jahren.
Während im ersten Band das Mädchen Tanya die Protagonistin war, ist es in diesem nun Rowan Fox, kurz Red genannt. Sie will ins Reich der Elfen, um ihren Bruder James zu finden.
Das Buch knüpft direkt an den ersten Band an. Während Tanja von einem „Fluch“, der sie ins Elfenreich gerissen hätte, befreit wurde, nimmt Red ihn freiwillig an, mit einem einzigen Ziel vor Augen: James zu retten!
Kaum ist Red im Elfenreich gelandet, kommen die ersten Schwierigkeiten auf sie zu. Während sie in einer Situation eine ganze Weile fast nur ausharren und abwarten kann, wird ihre Geschichte, wie sie Waise wurde und was mit ihrem Bruder geschah, erzählt.
Eine ergreifende Geschichte, die immer wieder unterbrochen wurde von den aktuellen Ereignissen in Reds Gegenwart und von Tanya und ihren Freunden in der normalen Welt.

Durch unvorhergesehene Hilfe kommt Red dann endlich bis vor den Elfenkönig.
Dieser stellt sie vor eine Prüfung. Erst wenn sie diese erfüllt hat, darf sie ihren Bruder aus dem Elfenreich befreien. Doch diese Aufgabe ist nicht einfach und sie kann sie nur mit der Hilfe ihrer Freunde Tanya und Fabian lösen. Diese Mission hat etwas mit den dreizehn Schätzen der Elfen zu tun und wird von Gegenstand zu Gegenstand immer schwerer zu lösen und teilweise sogar lebensgefährlich …
Ob Red ihren Bruder je wiedersehen wird?

Leider kam während Reds Geschichte keinerlei Spannung auf, weswegen die erste Hälfte des Buches nur so dahin plätscherte. Allerdings wurde mir Red dadurch gut vorgestellt und ich konnte mich gut mit ihr identifizieren.
Erst ab der zweiten Hälfte des Romans ging es dann endlich darum, was in der Inhaltsangabe geschildert wird.
Die Suche und das Aufspüren dieser Schätze wurde sehr gut beschrieben, jedes wichtige Detail wurde von der Autorin gut hervorgehoben.
Durch die ansteigende Gefährlichkeit ihrer Aufgaben stieg auch die Spannung und wenige Male wurde es sogar richtig dramatisch!

Wie im ersten Band waren die Kapitel zwar nur durchnummeriert, aber jeder Anfangsbuchstabe wurde sehr groß hervorgehoben und mit süßen kleinen Verzierungen versehen, wie z. B. einem Buch oder einem Fuchs.
Nur die Kapitel, bei denen es um Reds Vergangenheit ging, wurden lediglich durch Nummern gekennzeichnet. Dadurch wusste ich sofort, dass es wieder einen Zeitsprung gibt.
Auch wurden die Kapitel stellenweise durch Absätze etwas aufgeteilt. Dies wurde ebenfalls schön durch eine kleine Zeichnung hervorgehoben.

Fazit:
Auch der zweite Teil der Serie „Elfenseele“ konnte mich wieder überzeugen, sodass ich wissen möchte, wie es mit Tanya, Red und Fabian weitergeht und was im nächsten Band geschieht.
Ich vergebe vier Sterne.

Reihenfolge von Elfenseele:
1. Hinter dem Augenblick
2. Zwischen den Nebeln

Vielen Dank an den Loewe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
©  Tikvas Schmöckertruhe
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Aileen P. Roberts – Thondras Kinder II – Am Ende der Zeit

Titel: Thondras Kinder: Am Ende der Zeit
Autor: Roberts, Aileen P.
Verlag: Goldmann Verlag
Erschienen: 9. November 2009
ISBN-10: 3442471435
ISBN-13: 978-3442471430
Seitenzahl: 509
Einband: Taschenbuch
Serie: Thondras Kinder
Preis: 12,00 €

 

Autorenportrait:

Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit „Thondras Kinder“ ihr erstes großes Werk bei Goldmann. Claudia Lössl hat sich eine große Fangemeinde aufgebaut. Sie lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.
Quelle: Amazon.de

 

Inhalt:

Die Sieben, die einst von dem Kriegsgott Thondra auserwählt wurden, um den Untergang der Welt zu verhindern, sind endlich vereint. Doch sie wurden von denen verraten, die sie für Freunde hielten. Im Kampf gegen die finsteren Mächte brauchen sie nun Verbündete, die zu ihnen stehen. Schließlich lauern überall Gefahren, die nicht nur die Freundschaft der Sieben bedrohen, sondern auch die Liebe zwischen Rijana und Ariac …

Sie sind die sieben Auserwählten, bestimmt, die Welt zu retten. Doch die dunklen Mächte werden immer stärker …
Quelle: Goldmann Verlag

 

Meine Meinung:

Der zweite Teil über Thondras Kinder geht genau dort weiter, wo der erste aufgehört hat.
Die sieben jungen Kämpfer machen sich gemeinsam und auch einzeln auf den Weg, um Verbündete gegen die Bösen Mächte zu finden.
Dabei durfte ich die Piraten kennenlernen sowie die Eltern von einigen der Sieben. Ebenfalls durfte ich mit dabei sein und miterleben wie sie einzelne Königreiche überzeugen können und selbst die Zwerge und Elfen zum Schluss an ihrer Seite stehen.
Es folgten einige Kämpfe, aber auch zwischen den Sieben gibt es immer wieder Unstimmigkeiten und Ärgernisse, die es zu überwinden gilt. Was aber manchmal mehr schlecht als recht gelingen mag.
Und da es in den letzten Jahrhunderten fast immer einen Verräter gab, hatte ich umso mehr Angst um jeden einzelnen der sieben Auserwählten, besonders natürlich um Ariacs Wohlergehen.

Wie im ersten Teil standen das Gefühlsleben und die Handlungen von Rijana und Ariac eher im Vordergrund, als das Verhalten der anderen. So durfte ich auch dieses mal wieder mit beiden durch Höhen und viele Tiefen gehen. Dabei wurde ich gerade von Rijana ein ums andere Mal sehr überrascht.
Dabei wurde es stellenweise wieder sehr gefühlsbetont und ein ums andere Mal flossen bei mir auch ein paar Tränchen.
Durch den leicht verständlichen Schreibstil der Autorin konnte ich mich gut in Rijanas Situation versetzen und konnte alles sehr gut nachempfinden.
aber auch die anderen der Sieben wurden wieder näher dargestellt und auch bei ihnen gibt es im laufe des buches gravierende Veränderungen, die teilweise große Einschnitte mit sich bringen. Besonders bei manchen Familien der Sieben konnte ich den Trennungsschmerz deutlich spüren, wenn die Krieger weiterziehen mussten.
Ebenso wurden unter den anderen Wesen einzelne Persönlichkeiten hervorgehoben und etwas genauer beschrieben.
Leider waren die Begegnungen mit den Elfen und Zwergen recht kurz gehalten und erst zum Ende hin hatten vereinzelte von Ihnen tragende Rollen.

Es gab viele Momente, in denen ich den Tränen nahe, aber es gab auch Jubelszenen, bei denen ich mich mit den Figuren von ganzem Herzen freute.
Trotz seiner Einfachheit war der Schreibstil von Anfang an fesselnd und ich konnte das Buch die meiste Zeit nur mühsam aus der Hand legen.

Fazit:
Ein wundervoller Fantasyroman für jung und alt, der mit seinen rührenden Szenen hervorsticht.
Dieses Werk bekommt von mir fünf von fünf Sterne.

 

Zweiteiler „Thondras Kinder“:

1. Die Zeit der Sieben

2. Am Ende der Zeit

Licia Troisi – Die Schattenkämpferin-Trilogie I – Das Erbe der Drachen

Titel: Das Erbe der Drachen
Autor: Troisi, Licia
Verlag: Heyne
ISBN-10: 3453265637
ISBN-13: 978-3453265639
Seitenzahl: 527
Einband: Hardcover
Serie: Die Schattenkämpferin-Trilogie I
Preis: 16,95 €

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Licia Troisi, 1980 in Rom geboren, ist Astrophysikerin und arbeitet bei der italienischen Raumfahrtagentur in Frascati. Mit ihrer ersten Trilogie, der international erfolgreichen Drachenkämpferin-Saga, wurde sie zum Shooting-Star der italienischen Fantasy. Kurz darauf folgte die Schattenkämpferin-Saga, die ebenfalls die Bestseller-Listen stürmte. Mit „Die Feuerkämpferin – Tochter des Blutes“ legt Licia Troisi nun den zweiten Teil ihrer neuen großen Fantasy-Saga vor.
Quelle: Heyne Verlag

Inhalt:

Als die achtjährige Dubhe beim Spiel versehentlich einen Kameraden tötet, wird sie aus ihrem Dorf verstoßen. Der geheimnisvolle Sarnek rettet sie, doch will er das Mädchen nicht bei sich behalten. Einst Söldner der Assassinen, ist er nun auf der Flucht vor der blutrünstigen Gilde, die mit allen Mitteln die Macht in der Aufgetauchten Welt an sich reißen will. Dubhe überredet Sarnek, sie als Schülerin bei sich aufzunehmen, und schon bald ist sie zur perfekten Kämpferin gereift und gerät ins Visier der Assassinen. Da sie als Achtjährige getötet hat, ist Dubhe ein Kind des Todes und muss der Gilde dienen. Dubhe versucht zu fliehen, doch ihre Häscher locken sie in einen Hinterhalt. Wird es der jungen Kämpferin gelingen, der todbringenden Gilde zu entkommen? Wird sie die Aufgetauchte Welt retten?
Quelle: Heyne Verlag

Meine Meinung:
Schon das Cover ist ausdrucksstark!
Neben der jungen Frau mit ihrem Schwert an der Seite und dem Drachen im Hintergrund springt einen der geprägte Schriftzug „Die Schattenkämpferin“ in Gold an.
Die gebundene Ausgabe wirkt sehr edel, nur ein Lesebändchen fehlt noch, dann wäre es ein Vorzeigebuch.
„Die Schattenkämpferin“ ist eine Trilogie, deren erster Teil „Das Erbe der Drachen“ ist. Dieser Dreiteiler ist die Fortsetzung der Trilogie „Die Drachenreiterin“, die in derselben Welt 40 Jahre zuvor spielte.

Durch einen schrecklichen Vorfall in ihrer Kindheit wuchs Dubhe unter abnormalen Umständen auf und schlägt sich nun als Diebin durchs Leben.
Ein Auftragsmörder, der ihr Vorbild und ihr Ausbilder wird, begleitet sie die ersten Jahre. Durch ihn erfährt sie bruchstückhaft, was die Gilde ist und wozu sie da ist.
Darum ist es wohl verständlich, dass sie mit aller Kraft versucht, sich dieser mörderischen Gilde die ihre eigenen Mitglieder peinigt, zu widersetzen.
Trotzdem muss sie plötzlich tun, was diese Zunft von ihr verlangt. Dubhe hat keine Wahl, denn sie wurde in einen Hinterhalt gedrängt, in dem diese Gruppierung etwas mit ihr angestellt hat, was sie zu einem Monster werden lässt – wenn sie sich der Gilde nicht fügt. Nun schlummert etwas in ihr, das sie von innen aufzufressen droht und nur der Magier der Gilde weiß, wie sie diesen „Fluch“ bändigen kann.
Doch trotz der Verpflichtung gegenüber dieser finsteren Gemeinschaft behält ihr gesunder Menschenverstand die Oberhand. Und sie kämpft, mit sich, gegen sich und ihr Innerstes, aber vor allem gegen die Machenschaften dieser verabscheuungswürdigen Gilde.
Das Wichtigste wurde schnell klar: Kann sie diesen Fluch überwinden und falls ja, wie wird es geschehen und wie lange wird es brauchen, eine Lösung zu finden?

Dieser Roman schaffte es von Anfang an, mich gut zu unterhalten und zu fesseln.
Doch einzelne Erklärungen über den schwarzen Gott Thenaar und die Gilde waren etwas zu komplex und führten dazu, dass ich diese eher überflog, statt sie richtig zu lesen.
Ich schätze, dass diese Themen nur im ersten Teil der Trilogie so detailliert geschildert werden. Trotz allem waren diese Momente, meiner Meinung nach, leider etwas zu langatmig, sodass es einen Stern Abzug geben wird.

Licia Troisi hat einen schönen Schreibstil, der sofort fesselt.
Die Autorin kann selbst die grausamsten Momente so darstellen, dass zwar das Ausmaß der Gewalttätigkeit als solche gesehen wird, aber zumindest bei mir keine Furcht hervorruft.
Es ist ein Roman, der in einer Fantasywelt spielt, in der zumindest im ersten Teil bisher nur Gnome, Nymphen und Drachen erscheinen. Ich nehme an, dass die Geschichte in einem mittelalterlichen Zeitalter spielt, da die Kleidung, Waffen, das Zubereiten von Essen und die Wasserversorgung darauf hinweisen.
Langsam aber sicher baute sich eine Grundspannung auf, die sich durch das ganze Buch zog.

Der Roman ist in drei Teile aufgegliedert. Diese wiederum werden durch Kapitel aufgeteilt.
Es gibt elf Abschnitte, die Dubhes Vergangenheit, ihre Kindheit und das Heranwachsen an der Seite ihres Meisters schildern. Sie sind gut in die Handlung eingeflochten und waren eine kleine Abwechslung von der eigentlichen Geschichte.
Meist wurde die Geschichte aus Dubhes Sicht erzählt. Aber im Laufe der Handlung kam eine weitere Figur hinzu, deren Hintergründe ebenfalls immer wieder eingeflochten wurden. Ab dem Auftauchen dieser Gestalt wurde das Ganze vielschichtiger. So bekam ich nun auch kleine Einblicke in eine Art Widerstand gegen den schwarzen Gott.

Vor und nach der Geschichte ist eine Karte von den verschiedenen Ländern der Aufgetauchten Welt abgedruckt. Dazu sind hinter der Handlung noch zwei Skizzen von Räumlichkeiten abgebildet.
Zitate aus Büchern oder besondere Aussagen wurden in Kursivschrift dargestellt.

Ich war von Anfang an mit großem Interesse im Geschehen und konnte mir alles sehr gut vorstellen. Bis auf die eher ereignislosen Erzählungen der Gilde und ihrem Gott Theenar konnte mich das Buch durchgehend fesseln.
Durch die verschiedenen Handlungen aus Dubhes Vergangenheit und Gegenwart verspürte ich eine wachsende Verbundenheit zu ihr.

Fazit:
Ein toller Auftakt der zweiten Trilogie „Die Schattenkämpferin“ um die Aufgetauchte Welt.
Ich vergebe vier von fünf Sternen.

Die Schattenkämpfer-Trilogie:
1. Das Erbe der Drachen
2. Das Siegel des Todes
3. Der Fluch der Assasinen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
©  Tikvas Schmöckertruhe 5.1.2011
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Kristin Cashore – Fähigkeiten-Trilogie I – Die Beschenkte

Titel: Die Beschenkte
Autor: Cashore, Kristin
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582106
ISBN-13: 978-3551582102
Seitenzahl: 493
Einband: Hardcover
Originaltitel: Graceling
Serie: Fähigkeiten-Trilogie I
Preis: 19,95
Empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Kristin Cashore studierte am Center for the Study of Children’s Literature in Boston. Sie gehört zu den jungen US-Newcomer-Autorinnen der letzten Jahre. Ihre beiden Bücher „Die Beschenkte“ und „Die Flammende“ schafften sofort den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste, wurden bereits in 28 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.
Quelle: Carlsen Verlag

 

Klappentext:

„Er schien plötzlich nicht zu wissen, was er sagen sollte, schaute nach unten und spielte mit seinen Ringen. Er holte Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste, was er sagen würde.“

Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist – sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie hat die Gabe des Tötens.
Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen.
Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar.

 

Meine Meinung:
Schon das Cover sieht sehr schön aus, wenn man das Buch in Händen hält. Es ist in verschiedenen schlichten Brauntönen gehalten. Es zeigt einen Frauenkopf von hinten mit einem entblößten Nacken. Das Haar ist notdürftig zu einem Knoten hochgebunden. Die gesamte linke Seite des Buches ziert ein verschnörkeltes Muster.
Wenn man mit den Fingern über den Titel streicht, spürt man die Prägung. Auch diese ist in einem dezenten Braun gehalten. Der Name der Autorin über dem Titel ist etwas kleiner dargestellt.

Katsa ist eine Beschenkte, was bedeutet, dass sie eine außergewöhnliche Gabe hat, durch die sie aus der Menge heraussticht.
Ihre außergewöhnliche Begabung ist das Töten. Sie kann besonders geschickt mit jeder Waffe oder ihren bloßen Händen schnell und gezielt töten.
Da Katsa keine Eltern hat, lebt sie bei ihrem Onkel, König Randa, der ihre Gabe nutzt und sie als Tötungsmaschine jede schmutzige Arbeit durchführen lässt. Doch wenn er keinen Auftrag für sie hat, soll sie ihm auf keinen Fall unter die Augen kommen.
Denn Beschenkte erkennt man an einer Besonderheit, die in ihrem Fall jeden normalen Menschen stets in Angst und Schrecken versetzt und sie irritiert. Bei anderen besonderen Talenten werden diese Beschenkten nicht ernst genommen und verspottet.
Da Katsa von ihrem Onkel nur benutzt wird, macht ihre Gabe sie nicht gerade glücklich. Aber was soll sie dagegen tun, an wen oder wohin soll sie sich wenden?

Als Ausgleich für ihre Dienste für den König, arbeitet die junge Frau im Untergrund für einen Rat, der für das Gleichgewicht zwischen den sieben Königreichen sorgt. Eine Karte von diesen Herrschaftsgebieten kann man vorne im Buch betrachten.
Während sie für ihren Onkel nur Aufträge ausführt, die man teilweise auch gewaltlos lösen könnte, ist ihre Gabe für den Rat ein wahrer Segen. Sie setzt sich für die Schwachen ein, hilft mit ihren Talenten statt zu zerstören und das macht sie glücklich.

Es dauerte nicht sehr lange, bis ich den zweiten Protagonisten Bo kennen lernte. Er ist ein Prinz aus dem Königreich Lienid und auf der Suche nach seinem verschwundenen Großvater. Dazu ist auch er ein Beschenkter und scheint die gleichen Talente zu haben wie Katsa.
Sie macht sich mit ihm gemeinsam auf die Suche nach seinem Großvater und dem Grund, der hinter dessen Entführung steckt.
Während ihrer Reise durch die Königreiche üben sie beide an ihren Gaben und perfektionierten besonders Bo’s.
Es wurde auch mit schönen Worten geschildert, was sich zwischen Katsa und Bo entwickelte und wie sie miteinander umgingen.
Immer wieder gab es eine interessante Wendung, die Abwechslung in die Geschichte der zwei brachte. Dabei nahmen mich manche Ereignisse gefühlsmäßig sehr mit.
Das Ende lässt mich hoffen, dass ich die Protagonisten auch im Folgeband, als Nebenfiguren begleitend, wiedersehen darf.

Anfangs dauerte es eine Zeit lang, bis die Geschichte an Fahrt gewann. Das lag unter anderem daran, dass ich zu Beginn mit den vielen Namen und Königreichen durcheinander kam und alles insgesamt etwas verwirrend auf mich wirkte. Hier wäre vielleicht ein Glossar bzw. ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen.
Zwischendurch wurde es auch immer wieder etwas langatmig, da die Autorin die Reise der Protagonisten sehr genau beschrieb. Die Erlebnisse waren zwar auch interessant, aber diese zogen sich ab und an etwas in die Länge.
Bei diesen Schilderungen merkte ich sehr gut, dass dieser Roman definitiv ein Jugendbuch ist.
Allerdings suchte ich vergeblich bei den beiden Hauptfiguren nach dem turtelnden Liebespaar, welches mir der Klappentext versprach. Dieses Werk ist keine Liebesgeschichte, sondern im Vordergrund stehen die verschiedenen Gaben, durch die Gutes, aber auch Böses entstehen kann.
Somit ist es für Jugendliche ein idealer Fantasieroman mit einem großen Abenteuer.
Im Laufe des Buches gab es immer wieder emotionale Momente. Bei spannenden Momenten hielt ich den Atem an, lachte bei witzigen Situationen und verdrückte ein paar Tränen bei manch traurigen Begebenheiten.
Was die Gefühlswelt anging, übertrugen sich die Stimmungen im Buch sehr gut auf mich und ich fühlte alles mit.

Dieser Roman ist in drei Teile aufgegliedert. Im ersten wurde mir Katsas Gabe vorgestellt und ich lernte die wichtigsten Figuren kennen. Im zweiten Abschnitt ging es um die eigentliche Aufgabe der zwei Protagonisten und im letzten Teil kam die Auswirkung ihres Abenteuers und die hatte es in sich!
Die ersten paar Wörter jedes Kapitels waren groß gedruckt und wurden in einer wunderschönen geschwungenen Schrift dargestellt. Katsas innere Monologe wurden in Kursivschrift gehalten.

Fazit:
Eine abenteuerliche Geschichte, die mir liebevoll erzählt wurde. Daher bekommt dieses Debüt trotz mancher Schwächen vier von fünf Sternen.
Nun freue ich mich schon auf den zweiten Band, der im Januar erscheinen soll!

„Fähigkeiten“-Trilogie:
1. Die Beschenkte
2. Die Flammende (Januar 2011)
3. Bitterblue (noch nicht übersetzt)

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
© haTikva @ Nethas Schmökerkiste 14.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Suzanne Collins – Die Tribute von Panem 2 – Gefährliche Liebe

Titel: Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe
Autor: Collins, Suzanne
Verlag: Oetinger
ISBN-10: 3789132195
ISBN-13: 978-3789132193
Seitenzahl: 431
Einband: Hardcover
Originaltitel: The Hunger Games 2. Catching Fire
Serie: Die Tribute von Panem 2
Genre: Abenteuer / Fantasy
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

An das Jahr 2003 wird sich die Amerikanerin Suzanne Collins sicher gern erinnern. Damals erschien „Gregor und die graue Prophezeiung“, ihr erster Roman für Kinder und Jugendliche. Die Geschichte des New Yorker Jungen, der unter der Stadt das Reich der Unterländer entdeckt, faszinierte sowohl junge als auch erwachsene Leser, und das Buch schoss in die Bestsellerlisten. Schon vorher hatte die 1962 in New Jersey geborene Autorin Drehbücher für preisgekrönte Kinderserien im amerikanischen Fernsehen geschrieben. Mittlerweile sind weitere „Gregor“-Bücher erschienen und auch das Nachfolgebuchprojekt, „Die Tribute von Panem“, wurde hochgelobt und in Deutschland 2010 für den „Jugendliteraturpreis“ nominiert. Suzanne Collins lebt mit ihrer Familie und einigen Katzen in Connecticut.
Quelle: Amazon

Inhalt:

Die siebzehnjährige Katniss hat die grausamen Hungerspiele überlebt, zusammen mit ihrem Freund Peeta. Das bedeutet ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12, außerdem genug zu essen für ihre Familien. Aber all das kann Kat nur kurz genießen: Sie muss als Siegerin öffentlich für das verhasste Kapitol posieren und weiter mit Peeta das Liebespaar spielen. Auf der Tour der Sieger durch die unterjochten Distrikte werden die beide Zeugen von brutaler Gewalt, aber sie entdecken auch Anzeichen für einen Aufstand. Und dann schlägt das Kapitol mit voller Wucht zu: Um jeden Widerstand zu brechen, werden die Teilnehmer der diesjährigen Hungerspiele aus den Reihen aller früheren Sieger ausgelost – und Kat und Peeta müssen zurück in die Arena. Gegen zweiundzwanzig erfahrene Kämpfer treten sie an, aber mit gegenteiligen Zielen: Während Peeta Kat schützen will, wird Kat diesmal alles tun, damit Peeta überlebt. Allerdings haben sie beide keine Ahnung davon, was inzwischen hinter den Kulissen geschieht …
Quelle: Amazon

Meine Meinung:
Amerika gibt es nicht mehr, das Land wurde in zwölf Distrikte unterteilt.
Die Menschen werden von einem Kapitol unterdrückt, das in Panem liegt, wo die Reichsten der Reichen leben.
Nachdem Katniss im letzten Band zusammen mit ihrem Mitstreiter Peeta die sogenannten tödlichen Hungerspiele überlebt hat, müssen sie nun die Siegertour durch alle Distrikte machen. Da sie den Zuschauern während der Spiele ein Liebespaar vorgespielt hatten, wodurch sie überlebten, müssen sie diese Scharade aufrecht erhalten, sobald eine Kamera anwesend ist oder sie sich in der Öffentlichkeit zeigen.
Durch einen unüberlegten Vorfall am Ende des ersten Bandes ist Katniss ein Star geworden. Besonders bei denen, die sich gegen das Kapitol auflehnen und einen Widerstand planen.
Bei der Tour bekommt Katniss mit, wie es in einzelnen Bereichen des Landes unter der Oberfläche brodelt und sie muss entsetzt einige schreckliche Dinge mit ansehen.

Dieser Roman ist wie sein Vorgänger ein Jugendroman. Somit wurde die Grausamkeit des Kapitols von der Autorin gut dargestellt, ohne dass es zu brutal wirkte. Auch wenn ich als Erwachsene bei manchen Szenen doch schlucken musste.
Aber dadurch gab mir die Autorin ein Gefühl dafür, was die Figuren in einzelnen Distrikten durchmachen mussten.
Mir kam es vor, als spürte ich am eigenen Leib, wie grausam das Kapitol in diesem zweiten Teil der Trilogie vorgeht und wozu es fähig ist. Selbst Kleinigkeiten, wie ein nett gemeinter Gruß, führten zu einer harten Bestrafung.

Die Protagonisten Katniss und Peeta entwickelten sich weiter und dadurch wurde die Geschichte immer interessanter. Als beide wieder in die Arena müssen, warten dort gleich mehrere Überraschungen auf sie und den Leser.
Während im ersten Teil nur das Überleben von Katniss selbst wichtig war, stand nun das Leben von Peeta auf dem Spiel. Und unbewusst die Existenz ihrer Familien. So wurde dieser zweite Teil einen Tick ernster, denn ich spürte förmlich, welches Bedürfnis es für Katniss ist, Peeta zu retten.

Die Autorin brachte durch viele Ereignisse Spannung ins Spiel, die das Buch fast sprengten.
Auf der einen Seite der brodelnde Widerstand, den ich nur anfangs mitbekam, dessen Vorbild Katniss unabsichtlich wurde, und auf der anderen Seite Peeta, den sie mit aller Kraft in der Arena am Leben erhalten wollte.
Und dann gibt es da noch Gale, ihren besten Kumpel, der plötzlich mehr für sie zu sein scheint.
Dies alles wirkte auf Katniss ein und machte den Roman richtig spannend und durch die allumfassende Grausamkeit auch sehr dramatisch.

So war die Geschichte von Anfang an gespickt mit Aktionen, die meinen Gemütszustand regelrecht durcheinander brachten. Da ich emotional sehr mit Katniss verbunden war, war ich dementsprechend oft den Tränen nahe …
Katniss musste immer aufpassen, was sie sagte und tat, zu jeder Zeit und das ließ mich oft nach Atem ringen. Ihre Angst und aufsteigende Panik konnte ich fast mit Händen greifen. Ich durchlitt regelrecht jede einzelne Station, die sie durchmachen musste.
Dazu kam aber auch manch rührende Szene, die mir ebenfalls die Tränen in die Augen trieb. Gerade wenn Katniss sich an die letzten Tribunale erinnerte und an ein bestimmtes Mädchen, wurde ich von Emotionen nur so überflutet.
Besonders freute ich mich aber, dass Katniss sich trotzdem nie wirklich aus der Ruhe bringen ließ und einen kühlen Kopf bewahrte, wenn es eng für sie und Peeta wurde.

Am Ende erwartete mich dann noch eine dicke Überraschung!
Mit diesem Ausgang hätte ich nie und nimmer gerechnet. Zum einen war ich über den Abschluss froh, gleichzeitig bin ich etwas enttäuscht, da der Roman mit einem richtigen Cliffhanger endet und ich mir nun den letzten Teil der Trilogie sehnlichst herbeiwünsche.

Auch im zweiten Band werden die Speisen ausführlich beschrieben, um dem Leser die Unterschiede zwischen Arm und Reich deutlich zu machen.
Die Geschichte wurde aus Katniss‘ Sicht in der Gegenwartsform erzählt.

Fazit:
Kurz gesagt: Mir geht die „Die Tribute von Panem“-Trilogie sehr zu Herzen. Mit jedem Buch litt ich mit Katniss bis jetzt etwas mehr mit.
Trotz der großen Traurigkeit, die sich am Ende breit machte, vergebe ich die volle Punktzahl: fünf Sterne!
Nun warte ich gespannt auf den dritten Teil.

„Die Tribute von Panem“-Triloge:
1. Tödliche Spiele
2. Gefährliche Liebe
3. Flammender Zorn (Januar 2011)

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
©  haTikva @ Nethas Schmökerkiste 2.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Aileen P. Roberts – Thondras Kinder I – Die Zeit der Sieben

Titel: Thondras Kinder: Die Zeit der Sieben
Autor: Roberts, Aileen P.
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 3442470579
Seitenzahl: 603
Einband: Taschenbuch
Serie: Thondras Kinder 1

Autorenportrait:

Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit „Thondras Kinder“ ihr erstes großes Werk bei Goldmann. Claudia Lössl hat sich eine große Fangemeinde aufgebaut. Sie lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.

Quelle: Goldmann Verlag

Inhalt:

Sieben Schwerter, sieben Auserwählte, sieben Freunde: Der Kampf gegen die dunklen Mächte beginnt

Ihr Schicksal ist seit fünftausend Jahren miteinander verbunden, als der Kriegsgott Thondra sie auserwählte: die Sieben, die die Welt vor dem Zerbrechen retten sollen. Immer wieder werden sie wiedergeboren, um gegen das Böse zu kämpfen, doch bisher konnten sie die dunklen Mächte nie ganz besiegen. Auch Rijana, das Bauernmädchen, und Ariac, der wilde Steppenjunge, könnten Kinder Thondras sein. Zumindest scheinen sie füreinander bestimmt zu sein. Doch erst an ihrem siebzehnten Geburtstag werden sie eines der magischen Schwerter berühren, und es wird sich zeigen, ob die Zeit der Sieben gekommen ist …

Quelle: Goldmann Verlag

Meine Meinung:
In einer Leserunde, die von der Autorin begleitet wurde, durfte ich dieses Roman lesen und genießen. Dabei beantwortete Aileen P. Roberts alle Fragen und gab uns einen Einblick in ihre Sicht auf ihr Werk. Dies war äußerst interessant und sehr informativ.

Das Cover zeigt im Hintergrund eine steile Felswand und im Vordergrund eine vermummte Gestalt, von der man nur das Profil sieht. Sie ist in einen roten Umhang gehüllt und stellt eine der Sieben auserwählten Krieger dar.
Meiner Meinung nach sollte es Rijana darstellen, was auch die Meinung von der Autorin war. Zum Ende des Romans konnte ich mir sogar eine Situation vorstellen, zu welcher dieses Bild passen könnte.

Um vom Inhalt nicht zu viel zu verraten möchte ich diese Angaben etwas kürzer halten.
Auch wenn das es eigentlich um sieben Jugendliche geht, merkte ich sehr schnell, dass dieses Buch die Geschichte von Rijana und Ariac erzählt.
Da es zwei Königshäuser gab, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die die Kinder im Schwertkampf schulten, gab es auch zwei Ansichten.
Während die Jugendlichen unter König Greedeon neben dem Schwertkampf auch noch lesen und schreiben lernen durften, war es unter König Scurr ein reines Sklavenleben. Außer dem Training mit dem Schwert lernten diese Jugendlichen nichts und für jeden kleinen Fehler wurden sie aufs übelste bestraft.
Wie vielleicht schon vermutet, wuchsen wenige der Sieben bei König Scurr auf, während die anderen unter König Greedeon groß wurde.
Dementsprechend fielen die verschiedenen Schilderungen dieser Reiche und ihrer Methoden extrem unterschiedlich aus.

Nachdem ich fast von Anfang an Orks und Trolle als Kampfmaschinen bei König Scurr kennen gelernt hatte, durfte ich im Laufe der Geschichte auch Bekanntschaft mit Elfen und Zwergen machen sowie noch ein paar anderen Geschöpfe.
Wenn ich das Ende dieses Romans richtig deute, dann würde ich sagen, dass auch diese Wesen im zweiten Band noch eine größere Rolle spielen könnten …
An einer entscheidenden Stelle, die für die Zukunft der Sieben äußerst wichtig ist, endet die Geschichte. Während der Leserunde hat uns die Autorin auch für ihren zweiten Roman zugesagt.

Bei der Seitenanzahl fragte ich mich zu Beginn, wie die Autorin es wohl schaffen sollte, mich bei Laune zu halten. Doch je länger ich diesen Roman las, umso unbesorgter wurde ich.
Die Protagonisten und ihre Mitstreiter kamen von einer spannenden Situation in die nächste. Ob einzeln, oder gemeinsam.
Es war einfach der unbeschreiblich, wie die Autorin die dramatischen Situationen immer sehr hoch halten konnte und das durch das gesamte Buch hindurch!

Meistens wechselten die Sichtweisen zwischen den beiden Hauptcharakteren. Aber ich durfte ab und zu auch die anderen fünf der Sieben begleiten: Saliah, Rudrinn, Falkhann, Tovion und Broderick.
Der Schreibstil war von Anfang an unglaublich fesselnd und spürbar spannend!
Die Autorin schilderte präzise die verschiedene Landschaften sowie gekonnt herausragende Situationen. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.
Selbst die Dauer der Wanderungen wirkten zeitlich real und auch Emotionen kamen nicht zu kurz. So jubelte und trauerte ich mit den Protagonisten in allen Lebenslagen, die sie durchmachten. Um eine Figur bange ich über das Ende hin jetzt noch, da eine schwer zu deutende Vorhersage, die sich wohl in Band zwei erfüllt, sehr beängstigend anhörte.

Die Kapitel sind äußerst unterschiedlich, aber insgesamt alle sehr lang. Sie sind durch Abschnitte etwas aufgelockert, sodass ich immer wieder gut eine kleine Verschnaufpause machen konnte.
Die Schrift hat eine angenehme Größe die gut für meine Augen war.
Zum Schluss sei noch gesagt, dass es vorne im Buch eine Karte von der Gegend gibt, in der die Geschichte spielt. Im Anhang ist eine kleine Zeitskala über die Siege und Niederlagen der Sieben zu sehen.

Fazit:
Mit diesem Roman hat Aileen P. Roberts eine wunderschöne Fantasiewelt erschaffen, in der  Werte wie Zusammenhalt und Freundschaft eine große Rolle spielen.
Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und vergebe fünf fantastische Sterne!

© Tikva aka haTikva @ Nethas Schmökerkiste
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Michelle Harrison – Elfenseele 1 – Hinter dem Augenblick

Titel: Elfenseele – Hinter dem Augenblick
Autor: Harrison, Michelle
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 3785566077
Seitenzahl: 367
Einband: Hardcover
Originaltitel: The Thirteen Treasures
Serie: Elfenseele 1

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Michelle Harrison, geboren 1979, studierte Illustration in Staffordshire und entdeckte dort ihre Liebe zum Kinderbuch. Nach verschiedenen Stationen im Buchhandel ist sie heute als Lektorin in einem Verlag tätig und betreut dort den Bereich der Kinderliteratur. Ihr Debüt „Elfenseele“ erschien 2009 in mehreren Sprachen. Sie hat den Waterstone’s Children’s Book Prize 2009 gewonnen und ist 2010 für den Manchester Book Award nominiert.
Quelle: Amazon

Inhalt:

Der Sommer auf Elvesden Manor wird ein Alptraum, da ist sich Tanya sicher. Niemand will sie dort haben, nicht ihre Großmutter und nicht die Elfen, die zu Hunderten und Tausenden die Wälder um das alte Herrenhaus bevölkern. Während sie versucht, ihrer Großmutter aus dem Weg zu gehen, stößt sie auf ein Geheimnis: Vor fünfzig Jahren ist ein Mädchen im Wald von Elvesden verschwunden und seitdem hat niemand etwas von ihr gehört. Tanya ahnt, dass sie die Einzige ist, die das Rätsel lösen kann. Denn die Elfen scheinen darin eine unheimliche Rolle zu spielen
Quelle: Loewe Verlag

Meine Meinung:
Auf dem Cover ist ein Mädchengesicht mit stechend grünen Augen zu sehen. Blätter, die in angenehmen Grün- und Rottönen gehalten sind, umringen ihr Gesicht.
Im Vordergrund, in einer schönen, geschwungenen, weißen Schrift, steht das Wort „Elfenseele“. Darunter, in Schwarz gehalten, der Titel „Hinter dem Augenblick“.

Dieser Roman ist das Debüt von Michelle Harrison und gleichzeitig der Auftakt einer Serie, in der es um Elfen geht.
Was die Schreibweise und Schilderungen angeht, ist es ein Jugendbuch. Aber es kann auch für Erwachsene ein nettes Abenteuer sein.

Die vierzehnjährige Protagonistin Tanya wird in den Sommerferien zu ihrer Großmutter nach Elvesden Manor abgeschoben. Ihre Mutter kommt mit Tanyas Schusseligkeit und ihrem Zerstörungswahn nicht mehr klar. Auch die Ärzte, bei denen sie schon waren, wissen keinen Rat.
Dabei wäre es so einfach, wenn die Erwachsenen sie auch sehen könnten: Tanyas Leben wird durch Elfen erschwert, die immer alles durcheinander bringen und ihr regelmäßig Ärger einhandeln.
Bei ihrer Großmutter angekommen, stellt sich Tanya auf eine langweilige und eintönige Zeit ein. Denn genauso wenig, wie sie dort sein möchte, will ihre Großmutter Tanya bei sich haben.
Nur Fabian, der Sohn des Hausmeisters, leistet ihr ab und zu Gesellschaft. Fabian kam mir immer wie ein alter Geschichtenerzähler vor. Er wusste zu allem etwas zu sagen und das, was er von sich gab, war immer äußerst informativ.
Ohne ihn wäre Tanya vermutlich auf dem Anwesen versauert. Aber Fabian brachte sie immer wieder aufs Neue dazu, mit ihm nach versteckten Gängen in dem großen Anwesen zu suchen.

Es kommt nur sehr langsam Leben in die Geschichte. Es gab anfangs immer wieder Situationen, die auf mich sehr zäh wirkten, aber doch interessant genug waren, um immer weiterzulesen.
So wirkte es auf mich, als wollte die Autorin mit diesem Auftakt erst einmal ein Grundgerüst erschaffen.
Dadurch wurde alles sehr genau geschildert und ich fühlte mich wie Tanyas Schatten, der ihr überall hin folgte und alles genauso in sich aufnahm.
Das Anwesen von Tanyas Großmutter, der verbotene Wald und das kleine Städtchen Tickey End, nahe Elvesden Manors, wurden sehr anschaulich dargestellt.
Ihr Gefährte Fabian wurde mir, wie Tanya selbst, ausführlich vorgestellt: zwei Jugendliche, die aus Langeweile die seltsamsten Einfälle hatten. Zudem musste Tanya Fabian die Anwesenheit der Elfen verheimlichen, was teilweise sehr schwer war. Ein Beispiel: Salz und Zucker wurden vertauscht, obwohl noch Minuten davor alles geordnet war …

Ab schätzungsweise der Hälfte des Romans wurde es langsam spannend.
Tanya lernte ein Mädchen namens Red kennen, das, wie sie selbst, Elfen sehen kann. Durch sie erfuhr Tanya etwas sehr Wichtiges über sich und seitdem fühlte sie sich nicht mehr allein mit ihrem Elfen-Problem.
Die Erklärungen über die Elfen, ihr Reich, wie man sich vor ihnen schützen kann und einiges mehr schilderte Red Tanya, so gut es ihr möglich war. Tanya saugte alles wie ein Schwamm auf und war dankbar für jeden einzelnen Tipp.
Kurz darauf ging sie mit Fabian in den verbotenen Wald, um einer alten Geschichte auf den Zahn zu fühlen, die mit einem Mädchen zu tun hat, das vor fünfzig Jahren verschwand.
Im Wald wurde es gar immer dramatischer, denn was dort alles geschah, war äußerst düster und ziemlich merkwürdig …

Während des ganzen Romans verhielten sich Tanyas Großmutter und Fabians Vater Warwick äußerst seltsam. Bei Warwick hatte ich manchmal den Verdacht, er könne in die Zukunft schauen. Er tauchte oft an Orten auf, an denen Tanya und Fabian etwas „Verbotenes“ machen wollten.
Was hinter ihrem merkwürdigen und distanzierten Verhalten steckte, erfuhr ich erst ganz zum Schluss. Und somit wurde eine spannende Brücke zum zweiten Teil von „Elfenseele“ geschlagen.

Die Kapitel waren zwar nur durchnummeriert, aber jeder Anfangsbuchstabe wurde sehr groß hervorgehoben und mit süßen kleinen Verzierungen versehen, wie z. B. einer Kerze oder einer Maus.
Auch wurden die Kapitel stellenweise durch Absätze etwas aufgeteilt. Dies wurde ebenfalls schön durch eine kleine Zeichnung hervorgehoben.
Die Sätze waren einfach gehalten und ich kam beim Lesen nicht aus dem Tritt, was bei verschachtelten Sätzen manchmal der Fall ist.

Fazit:
Mit diesem Auftakt, auf dessen zweiten Teil ich mich nun sehr freue, hat die Autorin eine schöne und etwas düstere Fantasiewelt erschaffen.
Ich vergebe diesem Roman drei positive Sterne.

Reihenfolge von Elfenseele:
1. Hinter dem Augenblick
2. Zwischen den Nebeln

© haTikva – Nethas Schmökerkiste
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Trudi Canavan – Das Zeitalter der Fünf 1 – Priester

 

Autorenportrait:

Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren. Sie arbeitete als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und begann nebenbei zu schreiben. 1999 gewann sie den Aurealis Award für die beste Fantasy-Kurzgeschichte. Ihr Debütroman, der Auftakt zur Trilogie »Die Gilde der Schwarzen Magier«, erschien 2001 in Australien und wurde weltweit ein riesiger Erfolg. Nach ihrer zweiten Bestsellertrilogie »Das Zeitalter der Fünf« hat Trudi Canavan mit »Magie« nun die langersehnte Vorgeschichte zu »Die Gilde der Schwarzen Magier« vorgelegt. Derzeit schreibt sie an einer neuen Trilogie, die die Geschichte Soneas fortsetzen wird.
Quelle: Blanvalet Verlag

Klappentext:

Die magisch begabte Auraya ist auserwählt, eine Priesterin der Weißen zu werden. Doch für diese Ehre muss sie alles hinter sich lassen, was ihr lieb und teuer ist: ihre Heimat, ihre Familie und Leiar, den Traumweber. Dabei könnte Auraya gerade seine Hilfe dringend brauchen, als geheimnisvolle, schwarz gekleidete Magier ausschwärmen, die nur ein Ziel zu kennen scheinen: den Untergang des Weißen Ordens…

Meine Meinung:

Im Prolog wird beschrieben, wie es dazu kam, dass Auraya Priesterin wird.
Auch wird kurz erläutert, wie sie zu dem Traumweber Leiard steht.

Es wird alles ziemlich ausführlich beschrieben, so dass man sich ein gutes Bild von der Landschaft und den Figuren machen kann. Auch die verschiedenen Völker mit ihren Bürgern werden gut dargestellt.

Die hervorstechenden Protagonisten werden im Laufe des Buches immer besser vorgestellt.
Dabei handelt es sich vor allem um Auraya, die mit der Zeit von einer Priesterin zu einer Weißen wird, sprich, zu einer Repräsentantin der Götter.
(Warum sie sich „Zirkel der Weißen“, oder nur „die Weißen“ nennen, wird nirgends erklärt.)
Auch ein erfindungsreicher Siyee namens Tryss, der eine gute Erfindung anhand eines gewissen Geschirrs hat, damit sein fliegendes Volk Auraya, die Weißen und ihre Zirkler unterstützen kann.
(Siyee sind menschenähnliche Wesen, nur um einiges kleiner mit einem etwas größeren Kopf und die Arme sind mit Flügeln zusammen gewachsen. Sie haben jeweils nur 3 Finger, der Rest geht in den Flügel über. Sie wurden zum fliegen geschaffen.)
Nicht zu vergessen, Leiard, ein Traumweber, ist von klein auf ein Freund von Auraya und bekommt im Laufe der Handlung noch eine wichtige Aufgabe und eine große Veränderung sich selbst und Auraya gegenüber.
Auch sickert immer wieder durch, dass sich die Priester und Traumweber nicht mögen, dass sie teilweise sogar verfeindet sind. Durch die Freundschaft zwischen Auraya und Leiard hofft man, dass sich dieses Verhalten ändert.
Diese drei Figuren sind in meinen Augen die wichtigsten in dem Buch.
Es kommen viel mehr hinzu und alle werden sehr gut beschrieben, wo sie herkommen, was sie sind, was sie wollen. Aber das sind eigentlich nur wichtige Randfiguren.

Das Buch lässt sich durch seine Abwechslung der Charaktere flüssig lesen. Dadurch, dass man die Geschichte immer wieder aus Sicht einer anderen Figur liest, fühlt man sich mitten im Geschehen.

Ungefähr nach 300 Seiten gibt es endlich so etwas wie Spannung. Die Protagonistin gerät in ihren ersten magischen Kampf und entdeckt dabei eine neue Gabe.
Diese Gabe wird ihr in der Zukunft noch sehr von Nutzen sein.
Auch wird dem Leser jetzt immer mehr bewusst, was dem Zirkel der Weißen und ihren Verbündeten noch alles bevorsteht. Man scheint einem Kampf gegen diese Schwarzen Magier nicht mehr ausweichen zu können, oder doch?

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt.
Der erste Teil erzählt von den verschiedenen Charakteren und der ersten Vereinigung der Weißen mit dem Land Somrey durch die Allianz.
Teil zwei wird viel aus Aurayas Sicht erzählt, wie sie die Siyee als Verbündete für die Allianz gewinnt, sowie gewisse Geschehnisse zwischen ihr und Leiard entstehen.
Im dritten Teil geht es um den Krieg zwischen den Anhängern der Weißen mit ihren Göttern und den Pentatrianern mit ihren Schwarzen Magiern.

In der Innenseite des Covers, sowohl vorne als auch hinten, ist eine Landkarte, in der die verschiedenen Regionen aufgezeigt sind.
Um die Karte herum sind die fünf Weißen gezeichnet. Sie sehen aus wie die Statuen der griechischen Götter.

Am Ende gibt es noch ein Glossar, in dem Kräuter, Tiere und Kleidung beschrieben werden. Es ist toll, dass die Autorin daran gedacht hat, aber mir hätten nähere Infos über die verschiedenen Völker mehr gebracht.

Die Autorin hat einen guten Schreibstil, allerdings schaffte sie es nicht, mich richtig zu fesseln. Ich konnte das Buch immer nur häppchenweise lesen.
Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen.

(24.2.2009)