Monatsarchiv: Dezember 2010

Ilona Andrews – Stadt der Finsternis 3 – Duell der Schatten

Titel: Stadt der Finsternis 03: Duell der Schatten
Autor: Andrews, Ilona
Verlag: Egmont Lyx
ISBN-10: 3802582195
ISBN-13: 978-3802582196
Seitenzahl: 336
Einband: Klappbroschur
Serie: Stadt der Finsternis III
Preis: 12,95 €

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Hinter dem Pseudonym Ilona Andrews verbirgt sich das Autorenehepaar Ilona und Andrew Gordon. Während Ilona in Russland geboren wurde und in den USA Biochemie studiert hat, besitzt Andrew einen Abschluss in Geschichte. Die Stadt der Finsternis ist ihre erste gemeinsam verfasste Fantasyserie, mit der ihnen auf Anhieb der Einstieg in die New-York-Times-Bestsellerliste gelang.
Quelle: Egmont LYX

Klappentext:

Was geschieht bei den geheimnisvollen Midnight Games? Diese Frage stellt sich die ehemalige Söldnerin Kate Daniels, als ihr Werwolffreund Derek nicht weit von der Arena, in der die blutigen Kämpfe stattfinden, halbtot aufgefunden wird. Bei ihren Ermittlungen kommt Kate einer Verschwörung auf die Spur, die nicht nur alle Gestaltwandler vernichten, sondern auch ihr dunkles Geheimnis ans Licht bringen könnte …

Meine Meinung:
Im dritten Teil der phantastischen Serie „Stadt der Finsternis“ geht es um geheime und illegale Kampfspiele, vergleichbar mit dem „Fight Club“, einem amerikanischen Film.
Dazu bahnt sich für Kate auch noch eine familiäre Bedrohung an, die es in sich hat.

Als Kate Derek in der Nähe dieser Games findet und die Autorin mir seine Verletzungen schilderte, flossen bei mir die Tränen. Derek wurde übel zugerichtet. Die Beschreibungen waren sehr detailliert, sodass ich mir ernsthafte Sorgen um ihn machte, ob Kate ihn retten kann.
Zudem hat sie in diesem Band alle Hände voll zu tun. Absolut jeder, der ihr auch nur im Entferntesten nahe steht, hat in diesem Roman eine zum Teil wichtige Rolle und treibt sie gleichzeitig zur Weißglut.
Sie muss mit ihrem verrückten Gestaltenwandler Saiman zurecht kommen, Jim und dem Bestienclan mitsamt dessen Anführer im Zaum halten, ihrer Freundin beistehen und ihrer Pflegetochter helfen.

Kaum hatte ich ein paar Seiten gelesen, schon war ich mitten im Geschehen. Die Autorin hatte mich mit der ersten gefühlvoll beschriebenen Situation in ihren Bann gezogen und ließ mich das ganze Buch hindurch nicht mehr los.
Kate ist eine Protagonistin, die nicht lange um den heißen Brei redet und Taten vorweist statt vieler Worte. Aber auch ihre Dialoge mit manch einer Figur sind zum Schreien komisch.
Besonders die Gespräche zwischen Curran, dem Herrn der Bestien, und Kate sind einfach himmlisch gut!

Nachdem Curran im letzten Band Kate durch Annehmlichkeiten den Hof gemacht hatte, war ich sehr gespannt, wie es zwischen den beiden nun im dritten Teil weitergehen würde.
Es knisterte auch dieses Mal immer mehr vor erotischer Spannung. Ich hätte platzen können wegen dieser aufgestauten und spürbaren Erotik. Die Autorin weiß sehr gut, wie ein Vorspiel in die Länge gezogen werden kann. Denn so komme ich mir bei dieser Serie vor.

In diesem Roman lernte ich ein wenig über die hinduistische Mythologie sowie diverse Gottheiten. Außerdem gab es neue Monster zu bestaunen.
Auch erfuhr ich wieder etwas über Kates Vater. So langsam fügen sich die einzelnen Puzzlestücke um Kates Vater zusammen und ich kann mir immer besser vorstellen, was für ein „Mann“ das ist.
Als kleines Sahnestückchen wurden Kate und ich zudem über Saimans Gestaltwandler-Art aufgeklärt.

Emotionen, vor allem die traurigen zu Beginn des Buches, ließen mich öfters um Atem ringen. Ich musste einige Male heftig schlucken und gegen Tränen ankämpfen, da mir einzelne Szenen sehr zu Herzen gingen.
Doch je weiter ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr Situationen gab es auch, die mir immer öfter ein Lächeln aufs Gesicht zauberten. Teilweise musste ich laut auflachen, da manches einfach witzig beschrieben wurde.
Dieser Roman war emotional für mich ein regelrechtes Pulverfass. Einfach der Wahnsinn!

Aber auch die Schlacht am Ende war atemberaubend.
Die verschiedenen Wesen, die gegeneinander kämpften, die unterschiedlichsten Kampftechniken und Hilfsmittel waren höchst interessant. Diese Kämpfe genoss ich richtig.
So wurde der Schluss einfach phänomenal!

Fazit:
Die Autorin steigert sich von Teil zu Teil und die Serie wird einfach immer besser. Ich bin begeistert!
Auch dieses Werk aus Ilona Andrews Feder bekommt von mir fünf von fünf Sternen und ist mein Highlight im Dezember.
Ich kann den nächsten Roman von der Autorin kaum erwarten!

Reihenfolge von Stadt der Finsternis:
01. Die Nacht der Magie
02. Die dunkle Flut
03. Duell der Schatten
04. Magisches Blut (Januar 2011)

Kristin Cashore – Fähigkeiten-Trilogie I – Die Beschenkte

Titel: Die Beschenkte
Autor: Cashore, Kristin
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582106
ISBN-13: 978-3551582102
Seitenzahl: 493
Einband: Hardcover
Originaltitel: Graceling
Serie: Fähigkeiten-Trilogie I
Preis: 19,95
Empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Kristin Cashore studierte am Center for the Study of Children’s Literature in Boston. Sie gehört zu den jungen US-Newcomer-Autorinnen der letzten Jahre. Ihre beiden Bücher „Die Beschenkte“ und „Die Flammende“ schafften sofort den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste, wurden bereits in 28 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.
Quelle: Carlsen Verlag

 

Klappentext:

„Er schien plötzlich nicht zu wissen, was er sagen sollte, schaute nach unten und spielte mit seinen Ringen. Er holte Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste, was er sagen würde.“

Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist – sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie hat die Gabe des Tötens.
Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen.
Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar.

 

Meine Meinung:
Schon das Cover sieht sehr schön aus, wenn man das Buch in Händen hält. Es ist in verschiedenen schlichten Brauntönen gehalten. Es zeigt einen Frauenkopf von hinten mit einem entblößten Nacken. Das Haar ist notdürftig zu einem Knoten hochgebunden. Die gesamte linke Seite des Buches ziert ein verschnörkeltes Muster.
Wenn man mit den Fingern über den Titel streicht, spürt man die Prägung. Auch diese ist in einem dezenten Braun gehalten. Der Name der Autorin über dem Titel ist etwas kleiner dargestellt.

Katsa ist eine Beschenkte, was bedeutet, dass sie eine außergewöhnliche Gabe hat, durch die sie aus der Menge heraussticht.
Ihre außergewöhnliche Begabung ist das Töten. Sie kann besonders geschickt mit jeder Waffe oder ihren bloßen Händen schnell und gezielt töten.
Da Katsa keine Eltern hat, lebt sie bei ihrem Onkel, König Randa, der ihre Gabe nutzt und sie als Tötungsmaschine jede schmutzige Arbeit durchführen lässt. Doch wenn er keinen Auftrag für sie hat, soll sie ihm auf keinen Fall unter die Augen kommen.
Denn Beschenkte erkennt man an einer Besonderheit, die in ihrem Fall jeden normalen Menschen stets in Angst und Schrecken versetzt und sie irritiert. Bei anderen besonderen Talenten werden diese Beschenkten nicht ernst genommen und verspottet.
Da Katsa von ihrem Onkel nur benutzt wird, macht ihre Gabe sie nicht gerade glücklich. Aber was soll sie dagegen tun, an wen oder wohin soll sie sich wenden?

Als Ausgleich für ihre Dienste für den König, arbeitet die junge Frau im Untergrund für einen Rat, der für das Gleichgewicht zwischen den sieben Königreichen sorgt. Eine Karte von diesen Herrschaftsgebieten kann man vorne im Buch betrachten.
Während sie für ihren Onkel nur Aufträge ausführt, die man teilweise auch gewaltlos lösen könnte, ist ihre Gabe für den Rat ein wahrer Segen. Sie setzt sich für die Schwachen ein, hilft mit ihren Talenten statt zu zerstören und das macht sie glücklich.

Es dauerte nicht sehr lange, bis ich den zweiten Protagonisten Bo kennen lernte. Er ist ein Prinz aus dem Königreich Lienid und auf der Suche nach seinem verschwundenen Großvater. Dazu ist auch er ein Beschenkter und scheint die gleichen Talente zu haben wie Katsa.
Sie macht sich mit ihm gemeinsam auf die Suche nach seinem Großvater und dem Grund, der hinter dessen Entführung steckt.
Während ihrer Reise durch die Königreiche üben sie beide an ihren Gaben und perfektionierten besonders Bo’s.
Es wurde auch mit schönen Worten geschildert, was sich zwischen Katsa und Bo entwickelte und wie sie miteinander umgingen.
Immer wieder gab es eine interessante Wendung, die Abwechslung in die Geschichte der zwei brachte. Dabei nahmen mich manche Ereignisse gefühlsmäßig sehr mit.
Das Ende lässt mich hoffen, dass ich die Protagonisten auch im Folgeband, als Nebenfiguren begleitend, wiedersehen darf.

Anfangs dauerte es eine Zeit lang, bis die Geschichte an Fahrt gewann. Das lag unter anderem daran, dass ich zu Beginn mit den vielen Namen und Königreichen durcheinander kam und alles insgesamt etwas verwirrend auf mich wirkte. Hier wäre vielleicht ein Glossar bzw. ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen.
Zwischendurch wurde es auch immer wieder etwas langatmig, da die Autorin die Reise der Protagonisten sehr genau beschrieb. Die Erlebnisse waren zwar auch interessant, aber diese zogen sich ab und an etwas in die Länge.
Bei diesen Schilderungen merkte ich sehr gut, dass dieser Roman definitiv ein Jugendbuch ist.
Allerdings suchte ich vergeblich bei den beiden Hauptfiguren nach dem turtelnden Liebespaar, welches mir der Klappentext versprach. Dieses Werk ist keine Liebesgeschichte, sondern im Vordergrund stehen die verschiedenen Gaben, durch die Gutes, aber auch Böses entstehen kann.
Somit ist es für Jugendliche ein idealer Fantasieroman mit einem großen Abenteuer.
Im Laufe des Buches gab es immer wieder emotionale Momente. Bei spannenden Momenten hielt ich den Atem an, lachte bei witzigen Situationen und verdrückte ein paar Tränen bei manch traurigen Begebenheiten.
Was die Gefühlswelt anging, übertrugen sich die Stimmungen im Buch sehr gut auf mich und ich fühlte alles mit.

Dieser Roman ist in drei Teile aufgegliedert. Im ersten wurde mir Katsas Gabe vorgestellt und ich lernte die wichtigsten Figuren kennen. Im zweiten Abschnitt ging es um die eigentliche Aufgabe der zwei Protagonisten und im letzten Teil kam die Auswirkung ihres Abenteuers und die hatte es in sich!
Die ersten paar Wörter jedes Kapitels waren groß gedruckt und wurden in einer wunderschönen geschwungenen Schrift dargestellt. Katsas innere Monologe wurden in Kursivschrift gehalten.

Fazit:
Eine abenteuerliche Geschichte, die mir liebevoll erzählt wurde. Daher bekommt dieses Debüt trotz mancher Schwächen vier von fünf Sternen.
Nun freue ich mich schon auf den zweiten Band, der im Januar erscheinen soll!

„Fähigkeiten“-Trilogie:
1. Die Beschenkte
2. Die Flammende (Januar 2011)
3. Bitterblue (noch nicht übersetzt)

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
© haTikva @ Nethas Schmökerkiste 14.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Cay Winter – Babel 1 – Hexenwut

Titel: Babel 01. Hexenwut
Autor: Winter, Cay
Verlag: Egmont Lyx
ISBN-10: 3802582950
ISBN-13: 978-3802582950
Seitenzahl: 400
Einband: Klappbroschur
Serie: Babel 1
Preis: 9,95 €

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Cay Winter ist eine junge deutsche Autorin. Sie lebt in einer Stadt, deren Name sich auf das slawische Wort Linde bezieht, und hat eine Schwäche für die Filme aus der Zeit des Film Noir, weil Frauen die besseren Bösewichte sind.
Quelle: Egmont LYX Verlag

 

Klappentext:

Den Dämonen der Vergangenheit kann man nicht entfliehen …

Als Hexe verfügt Babel über große Macht. Doch sie weiß genau, wie verführerisch die dunkle Seite der Magie sein kann – einst erforschte sie mit ihrem Ex-Geliebten, einem Halbdämon, die Untiefen ihrer Kräfte. Als eine rätselhafte Mordserie ihre Heimatstadt erschüttert, wird Babel von den Alben engagiert, um den Täter zu finden. Dass sie sich dabei Hals über Kopf in den Alben Tom verliebt, stand allerdings nicht auf dem Plan …

 

Meine Meinung:
Babel ist eine Hexe, deren Schwester und Mutter ebenfalls Hexen sind.
Da sie allerdings auch mit der Dämonenebene arbeitet, was ihre Familie missbilligt, lebt sie für sich und ist somit auch immer auf sich allein gestellt.
Nun soll Babel eine Mordserie unter Alben aufklären, die in dem Roman meist Plags genannt werden. Da die menschlichen Fähigkeiten der Polizei und der Staatsanwaltschaft nicht ausreichen, wird sie als Hexe hinzugezogen.
Nachdem sie sonst immer nur untreue Ehepartner, Geschäftspartner und dergleichen verhext hatte, wird es nun ernst. Zum ersten Mal soll sie in Sachen Mord „ermitteln“ und dann auch noch einen Serientäter aufspüren …
Die Suche nach dem Mörder entwickelt sich schwieriger als anfangs gedacht. Dabei wendet Babel verschiedene Praktiken an, die mir ab und an beinahe eine Gänsehaut über den Rücken fahren ließen. Auf mich wirkte vieles sehr echt.

Als sich Babel auf die Suche nach dem Mörder macht und dabei auch die anderen Hexen in der Umgebung aufsucht, wird sie sehr unterschiedlich willkommen geheißen. Während des Aufeinandertreffens erklärte sie mir, wo welche Hexe ihre Stärken hat.
Neben den Auseinandersetzungen mit ihren Gegnern hat sie allerdings auch einen eigenen Dämon, dem sie sich stellen muss und gegen den sie durch das ganze Buch hindurch ankämpft.

Die Rituale wirkten auf mich sehr realistisch. Die Beschreibungen von Magie, ihre verschiedene Arten und wie sie für eine Hexe sichtbar sind, sowie die Dämonenbeschwörungen, wirkten für mich sehr authentisch und waren gut gelungen.
Genauso stelle ich mir die Magiewelt der Hexen vor, mit ihren Vor- und Nachteilen.

Sobald Tom, eine Art Alb und ihr Auftraggeber, auf der Bildfläche erschien, war Babel wie ausgewechselt. Sie ließ sich von seinem Sixpack ablenken und von seinen grünen Augen hypnotisieren. So war auch immer eine sexuelle Spannung zu spüren, wenn die beiden aufeinandertrafen. Dass es irgendwann mal zum erotischen Teil kam, war abzusehen. Aber diese Szenen wurden knapp gehalten. Es wurde eindeutig mehr Wert auf das Leben von Babel als Hexe gelegt.

Gerade am Anfang erzählte Babel mir einiges über ihren Charakter und wie sie aufwuchs. Das war allerdings nicht sehr spannend und ließ mich ab und zu laut aufschnaufen. Für die Geschichte war es zum Teil sehr wichtig, aber es wirkte etwas langatmig, obwohl diese Vorstellung kurz gehalten wurde.
Auch andere wichtige Figuren wurden mit der Zeit etwas besser vorgestellt und Mo, ein Teenager und ein Plag, war eine süße Nebenfigur, die mir im Laufe des Buches immer mehr ans Herz wuchs.
Trotz der ernsten Lage wegen der Morde gab es auch Situationen und Momente, die witzig und äußerst humorvoll waren. Dabei hatten ein Vogel und der Albenjunge Mo viel damit zu tun.
Erinnerungen und innere Dialoge mit sich selbst in ihrem Kopf wurden kursiv dargestellt.

Fazit:
Für den etwas langwierigen Einstieg und die kleinen Schwächen, in denen der Roman mich nicht fesseln konnte, gibt es allerdings einen Stern Abzug. Schade, denn das Thema an sich war äußerst interessant!
Ich werde diese Serie auf jeden Fall weiterverfolgen und bin gespannt, was auf die Hexe und ihre Freunde als nächstes zukommt.
Somit vergebe ich vier von fünf Sternen.

 

Die Serie „Babel“:
1. Hexenwut (Oktober 2010)
2. Dämonenfieber (Mai 2011)

Vielen Dank an den Egmont LYX Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
© haTikva @ Nethas Schmökerkiste 13.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.

Suzanne Collins – Die Tribute von Panem 2 – Gefährliche Liebe

Titel: Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe
Autor: Collins, Suzanne
Verlag: Oetinger
ISBN-10: 3789132195
ISBN-13: 978-3789132193
Seitenzahl: 431
Einband: Hardcover
Originaltitel: The Hunger Games 2. Catching Fire
Serie: Die Tribute von Panem 2
Genre: Abenteuer / Fantasy
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

An das Jahr 2003 wird sich die Amerikanerin Suzanne Collins sicher gern erinnern. Damals erschien „Gregor und die graue Prophezeiung“, ihr erster Roman für Kinder und Jugendliche. Die Geschichte des New Yorker Jungen, der unter der Stadt das Reich der Unterländer entdeckt, faszinierte sowohl junge als auch erwachsene Leser, und das Buch schoss in die Bestsellerlisten. Schon vorher hatte die 1962 in New Jersey geborene Autorin Drehbücher für preisgekrönte Kinderserien im amerikanischen Fernsehen geschrieben. Mittlerweile sind weitere „Gregor“-Bücher erschienen und auch das Nachfolgebuchprojekt, „Die Tribute von Panem“, wurde hochgelobt und in Deutschland 2010 für den „Jugendliteraturpreis“ nominiert. Suzanne Collins lebt mit ihrer Familie und einigen Katzen in Connecticut.
Quelle: Amazon

Inhalt:

Die siebzehnjährige Katniss hat die grausamen Hungerspiele überlebt, zusammen mit ihrem Freund Peeta. Das bedeutet ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12, außerdem genug zu essen für ihre Familien. Aber all das kann Kat nur kurz genießen: Sie muss als Siegerin öffentlich für das verhasste Kapitol posieren und weiter mit Peeta das Liebespaar spielen. Auf der Tour der Sieger durch die unterjochten Distrikte werden die beide Zeugen von brutaler Gewalt, aber sie entdecken auch Anzeichen für einen Aufstand. Und dann schlägt das Kapitol mit voller Wucht zu: Um jeden Widerstand zu brechen, werden die Teilnehmer der diesjährigen Hungerspiele aus den Reihen aller früheren Sieger ausgelost – und Kat und Peeta müssen zurück in die Arena. Gegen zweiundzwanzig erfahrene Kämpfer treten sie an, aber mit gegenteiligen Zielen: Während Peeta Kat schützen will, wird Kat diesmal alles tun, damit Peeta überlebt. Allerdings haben sie beide keine Ahnung davon, was inzwischen hinter den Kulissen geschieht …
Quelle: Amazon

Meine Meinung:
Amerika gibt es nicht mehr, das Land wurde in zwölf Distrikte unterteilt.
Die Menschen werden von einem Kapitol unterdrückt, das in Panem liegt, wo die Reichsten der Reichen leben.
Nachdem Katniss im letzten Band zusammen mit ihrem Mitstreiter Peeta die sogenannten tödlichen Hungerspiele überlebt hat, müssen sie nun die Siegertour durch alle Distrikte machen. Da sie den Zuschauern während der Spiele ein Liebespaar vorgespielt hatten, wodurch sie überlebten, müssen sie diese Scharade aufrecht erhalten, sobald eine Kamera anwesend ist oder sie sich in der Öffentlichkeit zeigen.
Durch einen unüberlegten Vorfall am Ende des ersten Bandes ist Katniss ein Star geworden. Besonders bei denen, die sich gegen das Kapitol auflehnen und einen Widerstand planen.
Bei der Tour bekommt Katniss mit, wie es in einzelnen Bereichen des Landes unter der Oberfläche brodelt und sie muss entsetzt einige schreckliche Dinge mit ansehen.

Dieser Roman ist wie sein Vorgänger ein Jugendroman. Somit wurde die Grausamkeit des Kapitols von der Autorin gut dargestellt, ohne dass es zu brutal wirkte. Auch wenn ich als Erwachsene bei manchen Szenen doch schlucken musste.
Aber dadurch gab mir die Autorin ein Gefühl dafür, was die Figuren in einzelnen Distrikten durchmachen mussten.
Mir kam es vor, als spürte ich am eigenen Leib, wie grausam das Kapitol in diesem zweiten Teil der Trilogie vorgeht und wozu es fähig ist. Selbst Kleinigkeiten, wie ein nett gemeinter Gruß, führten zu einer harten Bestrafung.

Die Protagonisten Katniss und Peeta entwickelten sich weiter und dadurch wurde die Geschichte immer interessanter. Als beide wieder in die Arena müssen, warten dort gleich mehrere Überraschungen auf sie und den Leser.
Während im ersten Teil nur das Überleben von Katniss selbst wichtig war, stand nun das Leben von Peeta auf dem Spiel. Und unbewusst die Existenz ihrer Familien. So wurde dieser zweite Teil einen Tick ernster, denn ich spürte förmlich, welches Bedürfnis es für Katniss ist, Peeta zu retten.

Die Autorin brachte durch viele Ereignisse Spannung ins Spiel, die das Buch fast sprengten.
Auf der einen Seite der brodelnde Widerstand, den ich nur anfangs mitbekam, dessen Vorbild Katniss unabsichtlich wurde, und auf der anderen Seite Peeta, den sie mit aller Kraft in der Arena am Leben erhalten wollte.
Und dann gibt es da noch Gale, ihren besten Kumpel, der plötzlich mehr für sie zu sein scheint.
Dies alles wirkte auf Katniss ein und machte den Roman richtig spannend und durch die allumfassende Grausamkeit auch sehr dramatisch.

So war die Geschichte von Anfang an gespickt mit Aktionen, die meinen Gemütszustand regelrecht durcheinander brachten. Da ich emotional sehr mit Katniss verbunden war, war ich dementsprechend oft den Tränen nahe …
Katniss musste immer aufpassen, was sie sagte und tat, zu jeder Zeit und das ließ mich oft nach Atem ringen. Ihre Angst und aufsteigende Panik konnte ich fast mit Händen greifen. Ich durchlitt regelrecht jede einzelne Station, die sie durchmachen musste.
Dazu kam aber auch manch rührende Szene, die mir ebenfalls die Tränen in die Augen trieb. Gerade wenn Katniss sich an die letzten Tribunale erinnerte und an ein bestimmtes Mädchen, wurde ich von Emotionen nur so überflutet.
Besonders freute ich mich aber, dass Katniss sich trotzdem nie wirklich aus der Ruhe bringen ließ und einen kühlen Kopf bewahrte, wenn es eng für sie und Peeta wurde.

Am Ende erwartete mich dann noch eine dicke Überraschung!
Mit diesem Ausgang hätte ich nie und nimmer gerechnet. Zum einen war ich über den Abschluss froh, gleichzeitig bin ich etwas enttäuscht, da der Roman mit einem richtigen Cliffhanger endet und ich mir nun den letzten Teil der Trilogie sehnlichst herbeiwünsche.

Auch im zweiten Band werden die Speisen ausführlich beschrieben, um dem Leser die Unterschiede zwischen Arm und Reich deutlich zu machen.
Die Geschichte wurde aus Katniss‘ Sicht in der Gegenwartsform erzählt.

Fazit:
Kurz gesagt: Mir geht die „Die Tribute von Panem“-Trilogie sehr zu Herzen. Mit jedem Buch litt ich mit Katniss bis jetzt etwas mehr mit.
Trotz der großen Traurigkeit, die sich am Ende breit machte, vergebe ich die volle Punktzahl: fünf Sterne!
Nun warte ich gespannt auf den dritten Teil.

„Die Tribute von Panem“-Triloge:
1. Tödliche Spiele
2. Gefährliche Liebe
3. Flammender Zorn (Januar 2011)

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
©  haTikva @ Nethas Schmökerkiste 2.12.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.