Monatsarchiv: Oktober 2010

Richelle Mead – Dark Swan 2 – Dornenthron

Titel: Dark Swan 02. Dornenthron
Autor: Mead, Richelle
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 3802582128
Seitenzahl: 359
Einband: Klappbroschur
Originaltitel: Dark Swan: Thorn Queen
Serie: Dark Swan 2

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Richelle Mead wurde in Michigan geboren. Sie hat Kunst, Religion und Englisch studiert. Nach dem Erfolg ihres Romans Succubus Blues hat sie mit Vampire Academy ihre erste Roman-Serie an den Start gebracht, mit der ihr auf Anhieb der Sprung auf die amerikanische Bestsellerliste gelang!
Quelle: Egmont LYX Verlag

Klappentext:

Sie ist das Kind zweier Welten – aber wo liegt ihr Schicksal?
Als neue Königin des Dornenlandes hat die Schamanin Eugenie Markham große Verantwortung übernommen. Und auch ihre Gefühlswelt gerät ziemlich durcheinander, weil ihr Geliebter Kiyo neuerdings viel Zeit mit seiner schwangeren Exfreundin verbringt. Da verschwinden plötzlich junge Mädchen aus der Anderswelt, und Eugenie muss der Sache auf den Grund gehen. Doch damit begibt sie sich in größte Gefahr, denn der Entführer scheint es auch auf sie abgesehen zu haben …

Meine Meinung:

Eugenie, eine mächtige Schamanin, ist halb Mensch, halb Elf – in der Anderswelt werden diese „Feine“ genannt.
Nachdem sie im ersten Band erfahren hatte, dass sie von ihrem Feinenvater ein Erbe erhalten hat, tritt sie dieses nun an. Zwar mit großem Widerwillen und enormem Widerstand, aber was bleibt ihr anderes übrig? Das von Eugenie heraufbeschworene Dornenland in der Anderswelt und die dazugehörige Krone gehören ab sofort zu ihr, ob sie will oder nicht!
Kaum hat sie ihr Schicksal akzeptiert, verschwinden Mädchen aus ihrem Reich in der Anderswelt. Da sie in erster Linie immer noch Schamanin und Kriegerin ist, macht sie sich selbst auf die Suche. Dafür erntet sie zwar von den anderen Monarchen missbilligende Blicke, aber ihr Volk rechnet es ihr hoch an!

Dorian, ein Feiner und König des Eichenreiches, war schon im ersten Band eine große Stütze für Eugenie. Und auch in diesem zweiten Teil half er ihr, wenn sie nicht weiter wusste. Doch da er fast nichts ohne Gegenleistung macht, hatte sie immer den Hintergedanke, was Dorian nun wieder im Schilde führen möge. Durch eine Prophezeiung aus dem ersten Band ist er für Eugenie gleichzeitig Freund und Feind.
Kiyo dagegen, der Liebhaber an ihrer Seite, ist ein ruhiger Pol für sie. Doch dadurch nahm leider die Erotik in diesem zweiten Band um einiges zu. Es gab Stellen, da ging es fast nur um Bettszenen, was fast zu einem Stern Abzug führte. Beinahe nur deshalb, da die Geschichte an sich zum Glück immer wieder die Oberhand gewann.

Die Suche nach den verschwundenen Mädchen erstreckte sich fast durch das ganze Buch. Neben diesem Problem musste Eugenie sich als Königin auch noch mit anderen Dingen beschäftigen. Meist waren ihr diese zuwider, da sie trotz allem so wenig Zeit wie möglich im Dornenland verbringen wollte.
Zudem musste sie ihre magischen Fähigkeiten erweitern, die sie durch ihren Vater, den berüchtigten Sturmkönig, erhalten hatte. Dafür brauchte sie einen Lehrmeister, den Dorian ihr meines Erachtens zu bereitwillig stellte.

Und so war immer eine gewisse Spannung vorhanden. Diese steigerte sich jedes Mal, wenn Dorian auf der Bildfläche erschien.
Zum Ende hin stieg die Dramatik ins Unermessliche, als sich die Ereignisse um die verschwundenen Mädchen plötzlich zuspitzten. Dadurch geriet Eugenie allerdings selbst in große Gefahr …
Ich ahnte langsam, wer hinter dem Verschwinden der Feinenmädchen steckte und mein Gefühl trog mich nicht.

Als das Schlimmste vorbei war und die Spannung nachließ, flossen bei mir ein paar Tränchen. Denn das, was Eugenie durchgemacht hatte, war furchtbar und traurig.
Zwar wurden die schlimmsten Szenen nicht detailliert beschrieben, aber trotzdem verstand ich, dass sie nach ihrer Befreiung eine gewisse Zeit brauchte, um andere an sich heranzulassen.
Mit der Auffindung der vermissten Mädchen kam nun ein neues Problem auf Eugenie zu, um das es sich definitiv im nächsten Band drehen wird.
So viel sei gesagt: Das Dornenland steht auf dem Spiel!

Ich hatte im Laufe der Geschichte das wachsende Gefühl, dass Eugenie sich in diesem Roman weiter entwickelte. Sie wirkte zum Schluss erwachsener, nahm Verantwortung an und stand für ihr Anderswelt-Volk ein, ließ nichts auf ihre Untertanen kommen.
Viele Figuren aus dem ersten Teil tauchten wieder auf und der ein oder andere wurde für Eugenies Vorhaben, was die Mädchen betrifft, noch von großer Bedeutung.
Zum Schluss konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da mich die geballte Spannung regelrecht mit sich zog.

Dieses Werk wurde wieder aus Eugenies Sicht in der Ichform geschrieben.
Es wurden zwar die einzelnen Charaktere gut genug vorgestellt und die Situation aus dem ersten Band eingeflochten, doch zum besseren Verständnis empfehle ich, die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen.

Fazit:
Richelle Mead schaffte es auch mit ihrem zweiten Band der „Dark Swan“-Reihe, mich zu fesseln.
Nun warte ich gespannt auf den dritten Teil und vergebe diesem Werk fünf von fünf Sternen.


Dark Swan-Reihe:
1. Sturmtochter
2. Dornenthron

© haTikva – Nethas Schmökerkiste 27.10.2010

Yasmine Galenorn – Schwestern des Mondes 2 – Die Katze

Titel: Schwestern des Mondes 2: Die Katze
Autor: Galenorn, Yasmine
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 3426501562
Seitenzahl: 425
Einband: Klappbroschur
Originaltitel: Changeling
Serie: Schwestern des Mondes 2

Rezensionsexenplar

Autorenportrait:

Yasmine Galenorn hatte sich in Amerika bereits mit einer Reihe Romane und Sachbücher einen Namen gemacht, bevor ihr mit ihrer Serie um die „Schwestern des Mondes“ auch der internationale Durchbruch gelang. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Samwise und vier Katzen in Bellevue.
Quelle: Droemer/Knaur

Klappentext:

„Mein Name ist Delilah. Ich bin eine Gestaltwandlerin. Leider werde ich nicht zu einem Raubtier, sondern nur zu einer Hauskatze. Das ist okay, wenn man eine Maus fangen will – aber ich bin hinter einem gefährlichen Killer her …“

Unbemerkt von den Menschen lebt in einem abgelegenen Waldgebiet ein Rudel Gestaltwandler. Doch nun hat sie jemand entdeckt – und tötet einen nach dem anderen. Steckt ein fanatischer Jäger dahinter, ein anderer Clan oder doch der Dämonenfürst Schattenschwinge? Auf der Suche nach Antworten müssen die Schwestern Camille, Delilah und Menolly einen Pakt mit einem ebenso mächtigen wie geheimnisvollen Unsterblichen schließen. Sie ahnen nicht, was dies für sie bedeuten wird …

Meine Meinung:

Im zweiten Band der „Schwester des Mondes“-Reihe geht es um die mittlere der drei Geschwister. Delilah ist, wie ihre Schwestern, halb Fee, halb Mensch, doch zudem ist sie auch noch eine Werkatze.
Da sie sich leider nur in eine normale Katze verwandelt, ist dies auf den ersten Blick kein Vorteil …
Delilah ist zwar die größte von den drei Schwestern, aber diejenige mit dem weichsten Herzen. Sie braucht Harmonie und das konnte ich am flüssigen Schreibstil der Autorin wirklich gut herauslesen. Delilahs Gewissensbisse, wenn es um eine Strafe oder schlimmeres ging, wurden knapp, aber gut dargestellt.

Delilah, die ihr Geld mit einer Privatdetektei verdient, bekommt einen Fall, der von Werpumas und einem Serienmörder handelt.
Dadurch erfuhr ich in diesem Band etwas über ein paar Werclans und wie sie sich den Menschen gegenüber und untereinander verhielten.
Nebenher bekamen die Schwestern von einem Boten der Elfenkönigin zugesteckt, dass es wieder ein paar Dämonen aus der Unterwelt geschafft hatten, in die Menschenwelt zu gelangen. Ob Schattenschwinge aus dem ersten Teil wieder dahinter steckte?
So hieß es also, einen Mörder zu fassen und die Dämonen zu eliminieren. Wie und ob ihnen das gelingt, solltet ihr selbst herausfinden.

Zwei Drittel des Buches war Delilah mit ihren Schwestern auf der Suche nach dem Mörder. Dabei stolperten sie auch regelmäßig über eine Spur der Dämonen. Deshalb war es für mich anfangs etwas schwer, in die Geschichte zu finden, da sich kaum etwas tat. Nur Anhaltspunkten nachgehen und dazwischen immer wieder Sex, das wirkte auf mich zuerst etwas zu plump. Zudem war der Schreibstil anfangs zu sprunghaft. Die Sprünge wurden aber kurze Zeit später erklärt, weshalb es nicht weiter schlimm war.
Als sich ein Freund der Schwestern zu ihnen gesellte, wurde es dann langsam interessanter und nach einem traurigen Vorfall wurde Delilahs Werpuma-Fall zu einer persönlichen Sache.
Ab dem Zeitpunkt zog die Autorin die Zügel etwas straffer und es kam für mich mehr Aktion in die Handlung.
Das letzte Drittel las ich dann in einem Rutsch, denn plötzlich war Spannung im höchsten Maße vorhanden und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Das Ende brachte geschickt den dritten Teil zur Sprache, auf den ich mich schon freue.

Die Autorin verwendete viele Abkürzungen. Die Vollblutmenschen hießen VBM, AND war der Anderwelt Nachrichten Dienst, ÜW die Übernatürlichen Wesen, sprich Werwesen, und noch ein paar mehr. Zum Glück wurden diese Begriffe selten genannt, außer den VBM, darum fand ich es noch in einem angemessenen Rahmen erträglich.
Immer wieder gab es kurze Rückblendungen auf den vorigen Teil, sodass man jeden Roman der Serie für sich lesen könnte, ohne die anderen zu kennen. Ebenso wurden die Schwestern im Laufe der Geschichte immer besser vorgestellt.
Auch die Umgebung wurde schön und präzise dargestellt, ohne dass die Schilderungen langatmig wirkten.
Zwischendurch gab es immer wieder humorvolle Augenblicke, in denen ich lachen konnte.
Die Geschichte wurde aus Delilahs Sicht, ob in Menschen- oder Katzengestalt, in der Ichform erzählt.

Fazit:
Auch der zweite Band der „Schwestern des Mondes“-Serie ist ein unterhaltsamer Fantasyroman.
Ich vergebe vier „fellige“ Sterne!

„Schwestern des Mondes“-Serie:
1. Die Hexe
2. Die Katze
3. Die Vampirin
4. Hexenküsse
5. Katzenkrallen
6. Vampirliebe

© haTikva – Nethas Schmökerkiste 25.10.2010

Ilona Andrews – Stadt der Finsternis 2 – Die dunkle Flut

Titel: Stadt der Finsternis 02: Die dunkle Flut
Autor: Andrews, Ilona
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 3802582136
Seitenzahl: 303
Einband: Klappbroschur
Originaltitel: Magic Burns
Serie: Stadt der Finsternis 2

Autorenportrait:

Hinter dem Pseudonym Ilona Andrews verbirgt sich das Autorenehepaar Ilona und Andrew Gordon. Während Ilona in Russland geboren wurde und in den USA Biochemie studiert hat, besitzt Andrew einen Abschluss in Geschichte. Die Stadt der Finsternis ist ihre erste gemeinsam verfasste Fantasyserie, mit der ihnen auf Anhieb der Einstieg in die New-York-Times-Bestsellerliste gelang.
Quelle: Egmont LYX

Klappentext:

Alle sieben Jahre wird die Stadt Atlanta von einer magischen Flut heimgesucht, die das Gleichgewicht der Mächte ins Wanken bringt. Als die Söldnerin Kate Daniels auf das Mädchen Julie stößt, dessen Mutter mit ihrem gesamten Hexenzirkel vom Grund der Honeycomb-Schlucht verschwunden ist, wird ihr klar, dass diesmal weitaus mehr auf dem Spiel steht. Denn ein bodenloses Loch in der Erde kündet davon, dass eine finstere Gottheit beschworen wurde. Atlanta droht der Sturz ins Verderben …

Meine Meinung:

In einer Welt, in der Magie teilweise alles beherrscht und fast zum Einsturz bringt, sowie regelmäßig Ausfälle bei allen Maschinen verursacht, die mit Elektronik gespeist werden, lebt und arbeitet Kate als Söldnerin. Sie ist eine freie Kriegerin für einen Orden, der das Gleichgewicht zwischen den verschiedensten Wesen halten soll. Damit das auch immer so bleibt, bekommt Kate mal mehr, mal weniger Aufträge, um gegen Querschläger, wie zum Beispiel manche Magier, anzugehen.

Ein magisches Flair, eine magische Welle, die alle sieben Jahre kommt und ein paar Wochen andauert, nähert sich Atlanta. In der Zeit sind all jene, die mit Magie zu schaffen haben, um einiges mächtiger, da das Flair die magischen Kräfte verstärkt. Zudem sind in diesen Wochen auch die Gestaltwandler äußerst aggressiv und leicht zu reizen …
Da ich mit der Magie, und allem, was damit zusammenhängt, klar kam, konnte ich mich ganz auf die Geschichte konzentrieren. Und die war super!

Nur wenige Wochen nach dem ersten Band ging es direkt mit dem zweiten weiter.
Kate traf durch Zufall auf ein Mädchen namens Julie, deren Mutter verschwand. Die Kleine hatte etwas Besonderes an sich, weswegen Kate sich ihrer annahm.
Der Roman bestand zu zwei Dritteln aus den Ermittlungen nach Julies Mutter. Nebenher jagte Kate einen Mann, dessen Fähigkeiten sehr unmenschlich waren.
Bei der Fahndung nach Julies Mutter lernte ich auch viel über irische und griechische Götter und deren Wesen sowie verschiedene Hexenzirkel.
Über Wer-Hyänen erfuhr ich dieses Mal auch etwas, da es in Kates Freundeskreis einen besonderen Vorfall gab.
Im Laufe der Suche musste Kate viele Hürden überwinden, allein oder in Begleitung ihrer Freunde.
Meist wurde sie wieder von Derek begleitet, den Curran im ersten Band mit einem Bluteid an Kate gebunden hatte. Curran ist der Anführer der Gestaltwandler, der Herr der Bestien, und da Derek oft seinen Anführer nachahmte, musste ich öfters schmunzeln.

Während der ganzen Geschichte funktionierte mein Kopfkino wunderbar. Manchmal schlug es sogar Purzelbäume, da einige Szenen unglaublich komisch waren. Besonders die Dialoge zwischen Curran und Kate waren einfach klasse und urkomisch!
Der Roman war getränkt mit Humor, sodass mir manchmal fast die Luft wegblieb vor lauter Lachen, und es lag ein erotischer Schauer in der Luft.

Wenn Kate Situationen mit einem Bild beschrieb, waren diese meist bravourös beschrieben. Ich musste jedes Mal grinsen, wenn nicht gar lauthals lachen.
Alles wurde sehr anschaulich dargestellt. Bei den Kämpfen, die ausdrucksvoll beschrieben wurden, hatte ich immer das Gefühl, Kates Schatten zu sein.
Die Protagonistin wurde im Laufe des Buches immer besser vorgestellt und ich erfuhr ein klein wenig von Kates Kindheit.
Mit ihrem umgangssprachlichen Ton, den sie ab und zu benutzte, hatte ich das Gefühl, als wollte sie mit mir schäkern, sich mit mir über eine Sache lustig machen, die sie gerade erlebte.

Die Spannung wuchs während der Suche immer stärker an. Zum Schluss war sie so groß, dass ich sie regelrecht spüren konnte. Ich zappelte während des Lesens vor lauter Aufregung.
Die Schlacht, die am Ende kam, war der Höhepunkt und fantastisch beschrieben!

Der Schreibstil war flüssig und zum Ende hin konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Die Titel dieser Reihe können einzeln gelesen werden, da das Wichtigste immer erklärt wird. Zum besseren Verständnis würde ich aber empfehlen, die Einzelbände der Reihe nach zu lesen.

Fazit:
Ilona Andrews weiß, wie man Spannung und Humor großartig rüberbringt. Eine super Mischung, einfach bombastisch!
Dieses Werk hinterlässt mich befriedigt und doch lauernd auf den dritten Teil. Schlicht genial, ich bin begeistert!
Die volle Punktzahl: fünf Sterne. Dieses Werk ist mein Monatshighlight im Oktober.

+

„Stadt der Finsternis“ – Reihe:
1. Die Nacht der Magie
2. Die dunkle Flut
3. Duell der Schatten
4. Magisches Blut (2011)

© haTikva – Nethas Schmökerkiste 22.10.2010

Nalini Singh – Gestaltwandler-Serie 3 – Eisige Umarmung

Titel: Eisige Umarmung
Autor: Singh, Nalini
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 3802581997
Seitenzahl: 438
Einband: Klappbroschur
Originaltitel: Caressed By Ice
Serie: Gestaltwandler 3

Autorenportrait:

Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, hat sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen begonnen. Die Gestaltwandler-Serie ist ihr erster Ausflug in die Fantasy Romance.
Quelle: Egmont LYX Verlag

Klappentext:

Die junge Werwölfin Brenna wurde einst entführt und gefoltert. Seitdem leidet sie unter gewalttätigen Träumen voller Gewalt. Als ein Mitglied ihres Rudels ermordet aufgefunden wird, kommen die entsetzlichen Erinnerungen wieder hoch. Der einzige, dem sie sich anvertrauen kann, ist Judd, ein abtrünniger Medialer und Außenseiter im Wolfsrudel – ein Mann aus Eis, darauf trainiert, keine Gefühle zuzulassen. Doch Brenna gelingt es nach und nach, seine harte Schale zu durchdringen…

Meine Meinung:

Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, gibt es, wie in den Vorbänden, eine kleine Einführung in die Welt der Medialen und ihr Programm, das sogenannte Silentium. Mediale haben keine Gefühle, bei ihnen läuft alles über den Kopf und ist logisch nachvollziehbar. Darum sind sie für alle geschäftlichen Tätigkeiten auf der Erde zuständig.
Diesmal wurden die Pfeilgardisten erwähnt, die die Todesengel für all diejenigen waren, die Silentium nicht richtig durchlaufen konnten …
Und um so einen Pfeilgardisten geht es in diesem dritten Band der Serie.

Während in den ersten beiden Bänden die Protagonisten mit den Darkriver-Leoparden zu tun hatten, befand ich mich dieses Mal bei den Snowdancer-Wölfen, einem verbündeten Clan der Leoparden.
Brenna wurde im ersten Band mit Müh und Not lebend aus den Fängen eines Serienkillers befreit. Seitdem hat sie schreckliche Alpträume und verliert ab und an die Beherrschung, schreit, was ihre Lunge hergibt und lässt keinen an sich heran.
Judd, ein abtrünniger Medialer, der mit seiner Familie aus dem kontrollierenden Medialnet fliehen konnte und bei den Snowdancer-Wölfen lebt, ist der Einzige, bei dem sich Brenna sicher fühlt. Durch seine gefühlskalte, überkorrekte Art, ihr das Richtige zu sagen, ist er ihr Anker, wenn sie durchdreht.
Durch diesen Mord nimmt Brennas „Wahnsinn“ wieder zu.
Judd ist stehts an ihrer Seite, wenn sie eine Schulter zum Anlehnen braucht. Gleichzeitig darf sie nie erfahren, wer er wirklich ist!

Nach einem Mord bei den Wölfen, gab es auch noch einige Anschläge auf verschiedene Clans, weshalb die Wölfe mit den Leoparden gemeinsame Ermittlungen führten. Dadurch erfuhr ich auch etwas über die anderen Gestaltwandler-Arten.
Immer mehr sprach dafür, dass die Mediale hinter diesen Angriffen steckten.
Währenddessen hatte ich aber auch immer Angst um Brenna. Denn ab und zu durfte ich einen Blick auf die Figur erhaschen, die sie tot sehen will. Und dieses Wesen konnte kein Medialer sein …
Zum Schluss wurde es dann noch regelrecht dramatisch.
Dadurch war immer eine unterschwellige Spannung zu spüren, die mich regelrecht durch den Roman zog.

Anfangs hatte ich Probleme, in die Geschichte zu finden, da DER Hauptcharakter dieses Mal männlich war. Genau wie Brenna hatte ich zu Beginn ziemliche Schwierigkeiten, mit Judds unnatürlicher Gelassenheit klarzukommen. Aber zumindest ich hatte mich schnell an seine eiskalte Wesensart gewöhnt.

Die Zeit, in der Judd langsam auftaute, wurde von der Autorin sehr gut in Worte gefasst. Das Tempo war gut nachzuvollziehen.
Wie Brenna und er sich näher kamen, wie Judd darauf reagierte, wurde wundervoll und anschaulich beschrieben. Brennas Verzweiflung und Wut wegen seiner Widersprüchlichkeit ihr gegenüber, waren so gut dargestellt, dass ich sie selbst als das empfand. Emotionen pur!
Plastisch wurde auch dargestellt, was in Judds Kopf vorging, um unsichtbare Drähte neu zu verweben oder bei anderen im Gehirn an Informationen zu kommen.
Ebenso konnte ich mir die Schmerzen sehr gut vorstellen, die er empfand, wenn diese ihm durch Gefühle oder Berührungen von seinem Gehirn durch den Körper jagten.
Um zu verdeutlichen, was die Protagonisten dachten, wurde dies in Kursivschrift gehalten.
Auch dieses Mal waren die meisten Kapitel so gesetzt, dass am Ende immer ein Cliffhanger auf mich wartete, sodass ich sofort weiterlesen musste.
Der regelmäßige Sichtwechsel der Protagonisten erlaubte mit einen umfassenden Blick auf das aktuelle Geschehen.

Die Bände dieser Serie sollte man unbedingt der Reihenfolge nach lesen. Zwar ist jeder Roman in sich abgeschlossen, aber die Protagonisten der Vorbände haben im aktuellen Band immer noch eine kleine Rolle. Mit der Verbindung durch Brenna von Teil eins zu diesem dritten Band, wäre es also gut, sie nacheinander zu lesen.

Fazit:
Ich bin bei jedem Buch aufs Neue verblüfft, wie Nalini Singh mit Emotionen und Wörtern jonglieren kann und sie gekonnt einsetzt.
Somit vergebe ich wieder einmal fünf volle Sterne!

Reihenfolge der Gestaltwandler-Serie:
2008 – Leopardenblut
2008 – Jäger der Nacht
2009 – Eisige Umarmung
2009 – Im Feuer der Nacht
2010 – Gefangener der Sinne
2010 – Sengende Hitze
2011 – Ruf der Vergangenheit (ab März)

© haTikva – Nethas Schmökerkiste 18.10.2010

Bella Andre – Hotshots 1 – Gefährliche Begegnung

Titel: Hotshots – Gefährliche Begegnung
Autor: Andre, Bella
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 3802583655
Seitenzahl: 330
Einband: Klappbroschur
Originaltitel: Wild Heat
Serie: Hotshots 1

Autorenportrait:

Nachdem sich Bella Andre zunächst als Songwriterin und Sachbuchautorin erste Sporen verdiente, hat sie 2003 mit dem Schreiben von Liebesromanen ihre wahre Berufung gefunden. Bella lebt mit Ehemann und Kindern in Nordkalifornien.
Quelle: Egmont LYX Verlag

Klappentext:

Für die Liebe gehen sie durchs Feuer …

Eigentlich wirft sich Brandermittlerin Maya Jackson fremden Männern nicht gleich an den Hals. Doch als sie dem gut aussehenden Logan Cain begegnet, sind alle guten Vorsätze vergessen. Sechs Monate später kreuzen sich ihre Wege erneut. Als Chef der Feuerwehr von Tahoe Pines ist er der Hauptverdächtige in einer Serie gefährlicher Waldbrände, die vermutlich auf Brandstiftung zurückgehen. Jetzt muss Maya gegen den Mann ermitteln, dessen Kuss sie nicht vergessen kann …

Meine Meinung:

Dieser Roman ist ein Romantic Thrill, in dem es um Leidenschaft und Spannung geht.
Das Hauptthema ist Feuer: das Feuer, welches alles zerstört und eine Bedrohung darstellt und gleichzeitig die feurige Hitze, die zwischen den beiden Protagonisten von Beginn an aufflammte.

Maya Jackson, Brandermittlerin, durch den Vater und ihren Bruder mit Feuerwehrmännern aufgewachsen, muss eine Serie von Waldbränden aufklären. Ihr Hauptverdächtiger ist Logan Cain, mit dem sie vor einiger Zeit eine intime Begegnung hatte, als sie wegen ihres verstorbenen Bruders dessen Wohnung auflöste.
Doch trotzdem ist für Maya auch jeder andere in Lake Tahoe verdächtig, bis sie den wahren Täter gefasst hat. Als die Brände nicht nur im Wald ausbrechen, wird sie bei ihren Ermittlungen ausgerechnet von ihrem Hauptverdächtigen unterstützt.

Durch die Vorgeschichte der beiden, die anfangs geschildert wurde, fühlten sie sich ständig zueinander hingezogen.
Doch bis es zwischen ihnen funkte, hing Maya ihrer kurzen Affäre mit Logan nach, die nur wenige Minuten dauerte.
Mit der Zeit kamen sie sich näher, das Verlangen pochte immer lauter an ihren Türen. Aber Maya wollte dem lange Zeit nicht nachgeben. Es gab einen Brandstifter zu fassen. Außerdem würde sie nie etwas mit einem Feuerwehrmann anfangen.
Und so siezte Maya Logan. Im Gegensatz duzte er sie von Anfang an, um sie aus der Reserve zu locken. Dies hat sehr gut die unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten unterstrichen.

Durch den krankheitsbedingten Tod ihres Vaters und dem kurz darauf folgenden Unfalltod von Mayas Bruder bei einem Einsatz, ist der Roman auch von Erinnerungen an die beiden durchzogen. Besonders an ihren Bruder, dessen Tod erst ein halbes Jahr her ist und für sie kein Unfall war, musste sie oft denken.
Was auch Gründe waren, weshalb sie sich nie mit seinesgleichen einlassen wollte …

Richtig spannend wurde es im Grunde erst auf den letzten Seiten.
Durch die wenigen Male, die man aus Sicht des Täters sah, wollte die Autorin wohl die entsprechende Spannung des Thrills darstellen, was aber nicht so recht gelang.
Natürlich wollte ich wissen, wer hinter den Anschlägen steckt, doch durch Mayas rege Fantasien blieb es doch mehr ein Liebesroman.
Doch zu einem gefühlvollen Roman fehlte mir persönlich wiederum in dem ganzen Buch das Emotionale. Die Autorin brachte die Gefühle leider nicht richtig wirkungsvoll rüber.
Die erotischen Momente waren sehr gefühlvoll geschildert, aber die Zuneigung, die die Protagonisten füreinander empfanden, wurde im Grunde gar nicht richtig dargestellt. Maya himmelte Logan zwar oft an, aber tiefer gingen diese Beschreibungen leider nicht.

Auch hatte die Autorin einen unrhythmischen Schreibstil, der mich leider dazu brachte, dieses Werk immer wieder eine Zeit lang aus der Hand zu legen. Die kindliche Naivität, gepaart mit talentierten Szenen, störten unglücklicherweise meinen Lesefluss enorm.
Einzelne Beschreibungen, wie der Körperbau von Männern, sind teilweise sehr plump dargestellt, was aber eventuell am Übersetzer liegen könnte. Und die häufigen Wiederholungen von bestimmten Sätzen machten das Buch leider auch nicht gerade zu einem perfekten Roman.

Fazit:
Diesen Roman, der Liebe und ein wenig Spannung beinhaltet, kann man zwischendurch gut mal lesen.
Leider hat die Autorin eine naive Schreibweise, die mir persönlich nicht zusagte.
Somit vergebe ich nur drei Sterne.

SUB ~ September 2010

~A~

* adrian, lara

– (6.) gesandte des zwilichts

– (7.) gezeichnete des schicksals

* apodaca, jennifer – tödliches vorspiel

* andre, bella – firefighters: gefährliche begenung

* adler-olsen, jussi

– (1.) erbarmen

– (2.) schändung

* andrews, ilona – stadt der finsternis 2

* anlauff, christine – katzengold

~B~

* brown, dan – (3.) das verlorene symbol

~C~

* carpenter, tanya

– (2.) engelstränen

– (3.) dämonenring

~D~

* dirks, kerstin – wolfsängerin

‚ deaver, jeffrey – die tränen des teufels

* dorn, wulf

– trigger

– kalte stille

~E~

~F~

fitzek, sebastian

– splitter

– der augensammler

* fröhlich, susanne – familienpackung

~G~

* gerritsen, tess

– (3.) todsünde

– (4.) schwesternmord

– (6.) blutmale

– (7.) grabkammer

* gibson, rachel

– das muß liebe sein

– gut geküsst ist halb gewonnen

* gunschera, andrea – engelsbrut

~H~

* hurwitz, gregg – die meute

* hamilton, laurell k. – bittersüsse tode

* hardebusch, christoph – der zorn der trolle

* harris, charlaine

– (7.) vampire schlafen fest

– (8.) ein vampir für alle fälle

– (9.) vampirgeflüster

* hill, melissa – liebe völlig ausgeschlossen

* heitmann, tanja – wintermond

~I~

* imbsweiler, marcus – butenschön

~J~

* james, peter – so gut wie tod

* jackson, lisa – ewig sollst du schlafen

~K~

* klüpfer/kobr – (4.) laienspiel

* korte, lea – die nonne mit dem schwert

* krock, jeanine – flügelschlag

~L~

* larsson, stieg – (3.) vergebung

~M~

* mcfadyen, cody – (4.) ausgelöscht

* mooney, chris – enemy

* macalister, katie – dragon love 1

* mckenna, shannon – die nacht hat viele augen

* mead, glenn – der jünger des teufels

~N~

* nykanen, mark – totenstarre

~O~

~P~

* patterson, james

– (3.) der 3. grad

– (4.) die 4. frau

– (14.) fire

* phillips, susan elizabeth

– ausgerchnet den?

– verliebt verrückt verheiratet

~Q~

~R~

* reichs, kathy – (4.) durch mark und bein

* roberts, nora – ein haus zum träumen

* robb, j.d.

– (25.) in liebe und tod

– (26.) sanft kommt der tod

* rausch, roman – tiepolos fehler

* raven, michelle

– (1.) ghostwalker: die spur der katze

– (2.) ghostwalker: pfad der träume

~S~

* singh, nalini

– (3.) eisige umarmung

– (2.) engelszorn

* schweikert, ulrike – der duft des blutes

* slaughter, karin – entsetzen

~T~

~U~

~V~

* vargas, fred – der verborgene ort

~W~

* ward, j.r. – fallen angel

– ewige liebe

– bruderkrieg

– mondspur

– dunkles erwachen

– menschenkind

– seelenjäger

– todesfluch

– blutlinien

– vampirträume

– racheengel

– blinder könig

~X~

~Y~

~Z~

Gregg Hurwitz – US Marshal Tim Rackley 3 – Die Meute

Titel: Die Meute
Autor: Hurwitz, Gregg
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 3426636921
Seitenzahl: 471
Einband: Broschiert
Originaltitel: Troubleshooter
Serie: US Marshal Tim Rackley 3

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Gregg Hurwitz ist Ende dreißig und studierte Englisch und Psychologie an der Harvard University sowie in Oxford (GB). Mit den Thrillern „Die Scharfrichter“ und „Die Sekte“ sowie dem Stand-alone „Blackout“ gelang ihm in den USA und Großbritannien der Durchbruch als Spannungsautor. Er lebt in Los Angeles.
Quelle: Droemer/Knaur-Verlag

Klappentext:

Die schwangere Dray wird von dem Anführer einer brutalen Biker-Gang niedergeschossen. Voller Wut nimmt ihr Mann, US Marshal Tim Rackley, die Verfolgung auf. Bei seiner Suche stößt er auf terroristische Verbindungen der Gang und auf eine neue, hochwirksame Form flüssigen Heroins namens »Allahs Tränen« …

Meine Meinung:

Auf das Cover gehe ich gar nicht großartig ein, denn diese abgebildete amerikanische Limousine hat nur im Entferntesten etwas mit Bikergangs zu tun. Und um eine spezielle Gruppierung von Bikern, den „Sinners“, die größte Bikergang in L. A. und Umgebung, geht es in diesem dritten Band. US Marshal Tim Rackley, den Protagonisten, den ich schon in den ersten beiden Bänden mit seinen guten und schlechten Seiten erleben durfte, wollte ich natürlich auch in dem neuesten Teil bei seinen Ermittlungen begleiten.

Nachdem zwei gefangene Biker der „Sinners“ aus dem Gefängnis fliehen konnten und dabei zwei Polizisten töteten, hat dieser Fall oberste Priorität in Los Angeles.
Oberflächlich betrachtet schien es um harmlose Drogendeals zu gehen, bis sich plötzlich herausstellte, dass terroristische Verbindungen beteiligt sind.

Als es einmal fast geklappt hätte, einen der Entflohenen zu fassen, wird eine hochschwangere Polizistin niedergeschossen. Dass es sich dabei um Tims Frau handelte, wurde schnell klar und ab diesem Zeitpunkt wurde es persönlich. Die Flucht der Gangsterbosse, die Jagd auf sie, die Suche nach den Drogen und alles, was damit zusammen hing, schien für Tim nun ein privater Rachefeldzug zu werden. Doch da er in erster Linie in diesem brisanten Fall ein Marshal war, konnte ich mitverfolgen, wie er immer wieder einen inneren Dialog mit sich selbst führte, um nicht durchzudrehen.

Ich musste nach der schockierenden Nachricht über Dray, Tims Frau, das Buch erst einmal kurz zur Seite legen und meine Fassung wiedergewinnen. Auch wenn ich es durch den Klappentext schon wusste, war es dennoch ein Schock für mich.
Der Tod ihrer gemeinsamen Tochter ist noch nicht sehr lange her und nun wurde seine Frau, im hochschwangeren Zustand, einfach angeschossen.
Und während Dray in Lebensgefahr schwebte, verfolgte Tim weiterhin den Biker-Fall. Dabei wurde er immer von guten Ratschlägen seiner Frau, deren Stimme in seinem Kopf widerhallte, begleitet. Die Dialoge, die Tim in Gedanken mit seiner Frau führte, wurden in Kursivschrift dargestellt. Somit konnte ich Dialoge und gedachte Sätze auseinander halten.
Diese „Selbstgespräche“ waren eine Art von mehreren, durch die der Autor es genial schaffte, mich in Tim hineinversetzen zu können.

Spannung war von Anfang an vorhanden. Aber als Dray niedergeschossen wurde, merkte ich richtig, wie Tim die ganze Sache plötzlich persönlich nahm und dementsprechend aggressiver reagierte.
Um die Spannung nicht nur auf der Gefühlsschiene aufrecht zu halten, gab es für die Beamten immer wieder kleine Durchbrüche. Aber sogleich ging es mit den Ermittlungen weiter.

In diesem Roman wurde auch sehr gut gezeigt, wie wenig die verschiedenen Institute wie Polizei, FBI, CIA, und wie sie sonst noch alle heißen, zusammenarbeiten.
Denn während Tim und seine Truppe noch die Flüchtigen zur Strecke bringen wollten, hatte das FBI tief greifende Anhaltspunkte und mehr zu verlieren, wenn bei ihrer Operation etwas schieflaufen würde. Und mangels Kommunikation wäre es mit der Polizei fast zu einer Kollision gekommen …
Als die verschiedenen Bundesbeamten endlich miteinander sprachen, kam weit mehr heraus, als nur Drogen dealende Biker. Nun ging es plötzlich um Verstrickungen zum Terror!

Der Autor schaffte es gekonnt, Emotionen und Spannung gleichermaßen zu erzeugen.
Dieser Thriller ist im Privatleben des Marshals auch sehr gefühlsbetont und teilweise fast sanft. Insgesamt erzeugte der Roman stellenweise Emotionen, denen ich dann einfach freien Lauf ließ.
Die Zeit, nachdem Tim erfuhr, was mit seiner Frau passiert war und wie er sich ihretwegen zusammenriss und so tat, als sei sie da und rede mit ihm, trieb mir regelmäßig die Tränen in die Augen.
Die Gefühle, die Tim durchstand, wurden immer sehr gut beschrieben. Dass er sich mit der Arbeit ablenkte, war für mich selbstverständlich.
Ich fühlte richtig mit ihm, litt mit Tim und konnte sein trostloses Dahinträumen verstehen. Wenn Dray und ihr Zustand zur Sprache kamen, war ich immer am Boden zerstört. Schlimmer wurde es allerdings, als plötzlich Funkstille in Tims Kopf war. Das machte ihm, und auch mir, enorme Angst …
Es wurde aber auch nichts schöngeredet, wenn es um die Biker und ihre Handlungen ging. Der, mit Leichen gepflasterte, Weg, wurde anschaulich beschrieben. Ihre Methoden, an gewisse Dinge heranzugehen, gut dargestellt.

Die Geschichte wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, somit hatte ich einen allumfassenden Blick.
Tims Sicht war als Protagonist die wichtigste. Aber dann gab es ab und an noch vereinzelt eine Einsicht in die Handlungen verschiedener Gangmitglieder, die eine tragende Rolle im Buch hatten.
Die Kapitel sind unterschiedlich lang. Eigentlich bevorzuge ich es, wenn es bei längeren Kapiteln Absätze gibt für Pausen. Aber bei diesem Roman fiel mir gar nicht auf, dass diese fehlten, da mich die Spannung durch das Buch zog.

Fazit:
Ein spannungsgeladener Thriller mit einer guten Prise Gefühl!
Nun freue ich mich schon auf den vierten Band, der im Dezember 2010 erscheinen wird.
Ich vergebe die volle Punktzahl: fünf Sterne.

Reihenfolge der Serie:
1. Die Scharfrichter (2006)
2. Die Sekte (2007)
3. Die Meute (Juli 2010)
4. Der Ausbrecher (Dezember 2010)

Marcus Imbsweiler – Kollers 4. Fall – Butenschön

Titel: Butenschön
Autor: Imbsweiler, Marcus
Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN: 3839211069
Seitenzahl: 320
Einband: Paperback

Autorenportrait:

Marcus Imbsweiler, geboren 1967 in Saarbrücken, lebt seit 1990 in Heidelberg. Er studierte Musikwissenschaft und Germanistik und veröffentlicht regelmäßig Artikel im Bereich Feuilleton. Im Herbst 2007 gab er mit dem Roman „Bergfriedhof“, dem ersten Fall des Heidelberger Privatdetektivs Max Koller, sein sehr erfolgreiches Krimidebüt.
Quelle: Gmeiner Verlag

Klappentext:

BRANDHEISSES MATERIAL

Prof. Albert Butenschön, der fast hundertjährige Chemiker und Molekularbiologe aus Heidelberg, gilt als einer der wichtigsten deutschen Nachkriegswissenschaftler. Warum wird auf das Büro der Historikerin Evelyn Deininger, die an einer Promotion über sein Leben und Werk arbeitet, ein Brandanschlag verübt? Hat Butenschön etwas zu verbergen? Oder stecken rabiate Studenten dahinter? Bei seinen Ermittlungen gerät Max Koller nicht nur zwischen die Fronten universitärer Scharmützel, sondern erfährt auch einiges über das Verhältnis von Politik, Wissenschaft und Moral …

Meine Meinung:

Bei dem Cover handelt es sich höchstwahrscheinlich um das Gebäude der alten Universität, die sich in der Altstadt von Heidelberg befindet. Im Vordergrund werden Autorenname und Titel, weiß unterlegt, gezeigt. Für mich eher ein unscheinbarer Blickfang, wegen dem ich mir diesen Krimi niemals zugelegt hätte.
Da ich allerdings die ersten drei Bände um den Privatdetektiv Max Koller alle gelesen hatte, wusste ich, dass der Autor humorvoll schreibt und es somit sehr witzig zur Sache gehen kann. Und so wollte ich mir Kollers neuesten Fall natürlich auch nicht entgehen lassen.

Kurz zusammengefasst geht es in dem Roman um Folgendes:
Professor Albert Butenschön ist ein großer Wissenschaftler Heidelbergs, der seine Karriere teilweise im Dritten Reich machte. Zu seinem hundertsten Geburtstag ist alles eingeladen, was Rang und Namen hat. Dazu eine Historikerin, die gleichzeitig eine Promotion über Butenschöns Leben schreibt und dabei vielleicht unschöne Sachen aus der Nazizeit aufdecken könnte. Kurz vor der Fertigstellung ihrer Arbeit erhält sie eine Drohung, der Max Koller nun nachgehen soll.
Da jedoch die Studenten regelmäßig protestieren und die naheliegenden Wirtschaftsbauern gegen einen Anbau der Uni sind, scheint für die Betroffene selbst alles klar zu sein. Für sie war diese „Drohung“ eher ein Streich von rebellischen Studierenden oder schlechtgelaunten Bauern. Nur Koller vermutet mehr dahinter und nimmt den Auftrag an.
Und am Rande wird auch noch bekannt, dass eine stadtbekannte Edelnutte über ihre Freier auspacken möchte. Ob unser Privatdetektiv dort auch noch mitmischt, sollte man allerdings selbst lesen.

Das Thema Butenschön, im Besonderen seine Professorenzeit während des Zweiten Weltkrieges, wurde sehr detailliert dargestellt. Auf der einen Seite war die genauere Beschreibung höchst aufschlussreich, auf der anderen Seite war es manchmal zu genau, wenn auch nicht wirklich langweilig. Trocken hingegen war es zwischendurch schon einmal, was für mich schlimm gewesen wäre, hätte es da nicht noch einen wichtigen Charakter gegeben: den Protagonisten und teilweise auch Witzbold Max Koller.

Ich empfand es jedes Mal aufs Neue köstlich, wie der Autor immer wieder witzige Worte in Sätze und Formulierungen einbaute, besonders wenn es sich um die Wissenschaftssprache handelte.
Dazu wurden von Koller kleine Neckereien und Situationen humorvoll auf die Schippe genommen, wenn er etwas in Gedanken durchging.
Situationen, die mit der Nazizeit zu tun hatten, wurden dagegen mit dem gebührenden Ernst erklärt.
Zwischendurch gab es natürlich auch noch Dialoge und Gespräche in Kollers Stammkneipe, die ziemlich humorvoll beschrieben wurden.
Aber am lustigsten waren immer noch Kollers Gedankengänge, oder wenn er im Stillen seinem Gegenüber etwas antwortete, das derjenige lieber nicht hören durfte. Einfach herrlich!
Das lockerte das ganze, eher eintönige Thema über diesen Wissenschaftler aus dem Dritten Reich, sehr auf.

Auch wenn es sich vielleicht seltsam anhört, aber durch Kollers Handlungen, seine Selbstgespräche und eine kleine Nebenhandlung wurde die Spannung immer aufrecht erhalten. Auch wenn es nicht dramatisch wurde, so zog mich die Spannung durch die Handlung. Ich wollte immer wissen, was Koller nun wieder aufdeckte, entdeckte oder wie er mich aufs Neue zum Schmunzeln bringen würde.
Die Freunde des Privatdetektivs kamen in diesem Roman nur am Rande vor, weswegen sie vermutlich auch nicht groß vorgestellt wurden.
Kollers eigene Beschreibung lässt von Fall zu Fall auch etwas nach, bis auf ein Grundwissen über ihn selbst, da der Autor wohl hofft, dass seine Bücher hintereinander gelesen werden. Was meiner Meinung nach aber kein Muss ist, da jeder Krimi in sich abgeschlossen ist.

Dieses Werk wurde, wie auch die Vorbände, in der Ichform erzählt, wodurch ich Kollers Gedanken miterlebte, die mich häufig schmunzeln ließen. Dadurch konnte ich mich von Beginn an mit dem Protagonisten identifizieren.
Der Schreibstil des Autors war flüssig und durch das ganze Buch hindurch witzig. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge.

Aber ein klein wenig mehr Spannung und Dramatik hätte es ruhig geben können. Deswegen bekommt dieser vierte Krimi um „Privatflic“ Max Koller vier von fünf Sternen.

Privatflic Max Koller-Reihe:
1. Bergfriedhof
2. Schlussakt
3. Altstadtfest
4. Butenschön