Willibald Spatz – Birnes erster Fall – Alpendöner

Titel: Alpendöner
Autor: Spatz, Willibald
Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN: 3839210283
Seitenzahl: 322
Einband: Paperback

Autorenportrait:

Willibald Spatz, Jahrgang 1977, hat in Würzburg Biologie und in München Kulturkritik studiert. Er lebt zurzeit in der Nähe seiner Heimatstadt Augsburg und schreibt als freier Autor u. a. für die „Süddeutsche Zeitung“ (Münchner Kultur), „Theater der Zeit“ und das Internet-Portal „nachtkritik.de“. „Alpendöner“ ist sein erster Kriminalroman.
Quelle: Gmeiner Verlag

Klappentext:

Birne, Anfang 30, hat in Kempten gerade seinen neuen Job als Redakteur bei einem Verlag für Wanderführer angetreten, als seine Nachbarin, die alte Frau Zulauf, blutüberströmt aufgefunden wird. Mord inmitten beschaulicher Alpenidylle – so hatte Birne sich seinen Neuanfang im Allgäu nun wirklich nicht vorgestellt!
Ein türkischer Imbissbudenbesitzer, ein Motiv, ein Kebabmesser – die Polizei hat den mutmaßlichen Mörder der Frau schnell dingfest gemacht. Doch dann stolpert Birne in die Ermittlungen…

Meine Meinung:

Mich hat das Titelbild sofort angesprochen, was evtentuell an dem Signalrot der „Tischdecke“ lag.
Autorenname und Titel sind leicht versetzt, untereinander in der Mitte platziert.
Der interessante Titel und der Klappentext hatten nun mein Interesse geweckt.

Durch die, für mich, gewöhnungsbedürftige Schreibweise, empfand ich den Anfang sehr langatmig. Der Krimi kam gar nicht richtig in Fahrt.
Nach den, ungefähr, ersten 50 Seiten, in denen es fast ausschließlich um die Zeitung des Protagonisten Birne ging, wurde der Schreibstil langsam flüssiger. Dennoch blieb er immer noch sehr ausführlich. Von einem Krimi keine Spur.
Trotz der Besserung der Ausdrucksweise, hatte ich Schwierigkeiten, eine Verbindung zum Protagonisten herzustellen.
Die Sätze waren teilweise so verschachtelt geschrieben, dass ich es gar nicht richtig mitbekam, wenn etwas passierte. So wurde auch der Mord anfangs nur am Rande, am Stammtisch, erwähnt. Auch weiterhin spielten sich die Ermittlungen zu dem Mord eher im Hintergrund ab.

Bei mir kam keine richtige Spannung auf. Hin und wieder gab es Ansätze, bei denen ich dachte, nun wird es dramatisch, aber dann flaute es wieder ab.
Auch wurden viele Nebensächlichkeiten viel zu arg in den Vordergrund gerückt und so in die Länge gezogen, dass ich teilweise richtig kämpfen musste, den Faden nicht zu verlieren. So wurden z.B. den Alltagsdingen, wie dem Essen eines Nutellabrotes, und ähnlichem viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, was meiner Ansicht nach nicht wirklich hilfreich war, um Neugier zu erzeugen.
Erst auf den letzten Seiten wurde es kurzzeitig spannend, teilweise sogar richtig dramatisch, so dass ich wissen wollte, wie es endet.
Aber es wurde alles nur in kurzen Sätzen erklärt und das Ende kam mir zu schnell!
Was allerdings wiederum auf der letzten Seite passierte, ist in meinen Augen völlig unlogisch. Aber es macht neugierig auf den zweiten Fall.
So wie ich das nun im Nachhinein sehe, scheint dieser Roman eher eine Einführung geworden zu sein. Das lässt mich auf ein besseres zweites Buch hoffen!

Das Werk ist in der personellen Perspektive geschrieben. Abwechselnd wird aus der Sichtweise des Journalisten Birne und Kommissar Bruno Abraham berichtet.
Der Kommissar war mir von Anfang an unsympathisch. Als noch sein Sohn mit einbezogen wurde, konnte ich beide erst recht nicht mehr leiden. Was der Junge von sich gab, waren teilweise schon richtige Parolen gegen Türken. Es brachte so einen Touch Ausländerfeindlichkeit mit sich… Dass der Autor den Rechtsradikalismus so stark betont, hätte ich nicht gedacht.
Der Protagonist wird immer nur mit Nachnamen dargestellt und von ihm selbst darf man fast nichts erfahren.
Auch die Figuren um Birne herum wurden so gut wie gar nicht vorgestellt. Im Grunde wurden die Charaktere alle oberflächlich erklärt, so dass ich meiner Fantasie freien Lauf lassen musste. Das mag für andere schön sein, aber mich störte es, da ich mir im Hinterkopf immer Fragen zum Aussehen und Charakter stellte, weswegen sich das Buch für mich stockend lesen lies.
Die Kapitel sind in Form von Tagen eingeteilt und somit teils sehr lang.
Ebenfalls war durch das ganze Buch kein flüssiger Satzbau zu sehen, was die Geschichte, meiner Meinung nach, sehr beeinflusst.

Fazit:
Für mich war der Erzählstil so unberechenbar, dass ich von dem eigentlichen „Krimi“ leider nichts spürte.
Auf der einen Seite möchte ich dem Autor noch eine Chance geben, aber auf der anderen Seite habe ich Bedenken, dass sich an dem Schreibstil nichts ändern wird.
Also lest und entscheidet am besten selbst!
Von mir bekommt dieser Roman allerdings nur 1 Stern.

7.8.2010
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