Monatsarchiv: August 2010

Lori Handeland – Geschöpfe der Nacht 6 – Wolfspfade

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Lori Handeland schreibt historische und zeitgenössische Liebesromane und hat in den USA seit längerem großen Erfolg damit. Wolfskuss, der erste Roman ihrer Werwolf-Serie, wurde mit Begeisterung aufgenommen und 2005 mit dem RITA Award ausgezeichnet. Lori Handeland lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Southern Wisconsin.
Quelle: Egmont LYX Verlag

Klappentext:

Seit ihre Schwester Katie spurlos verschwand, befindet sich die Privatdetektivin Anne Lockheart auf der Suche nach ihr. Endlich stößt sie auf einen entscheidenden Hinweis, der sie zu einem Jazzclub im French Quarter von New Orleans führt. Dessen Besitzer ist der attraktive John Rodolfo – ein begnadeter Musiker, dessen Spiel Anne zutiefst berührt. Doch sein regelmäßiges nächtliches Verschwinden weckt schon bald ihr Misstrauen …

Meine Meinung:

Einem Hinweis auf ihre verschwundene Schwester folgend, reist Anne Lockheart nach New Orleans. Durch das plötzliche Verschwinden von Katie vor drei Jahren wurde Anne Privatdetektivin und setzt alles daran, sie zu finden.
In New Orleans angekommen, quartiert sie sich kurzerhand in der Bar ein, vor der ihre Schwester angeblich zuletzt gesichtet wurde. Da die Besitzer eine Kellnerin gut gebrauchen können, ist Anne schnell eingestellt.
Und damit beginnt eine spannende, erotische und gefühlvolle Geschichte!

Kaum in der Bar, begegnete Anne einem äußerst markanten Mann, dessen Saxofonspiel ihr schon Schauer des Entzückens über den Rücken laufen ließ. John Rodolfo, einer der Barbesitzer, war von Anfang an geheimnisvoll, was ihn für die Privatdetektivin nur noch interessanter machte.
Nach dieser ersten Begegnung mit dem umwerfenden Rodolfo hatte sie draußen auf der Straße plötzlich das Gefühl, von einem großen Tier verfolgt zu werden …

Die Geschehnisse in New Orleans wurden packend erzählt.
Anne, aus deren Sichtweise die Geschichte erzählt wurde, fand im Zusammenhang mit anderen verschwundenen Menschen neue Verbindungen heraus. Dabei bekam sie es mit Voodoo und den unterschiedlichen Mondphasen zu tun.
Parallel zu Annes Recherchen verhielt sich John, besonders nachts, extrem komisch und die Autorin schaffte es geschickt, mir verschiedene Fährten zu Johns wahrer Identität zu zeigen, von der aber nur eine richtig sein konnte.
Da in den letzten zwei Bänden neue Monster auftauchten, und gewisse Merkmale davon auch in diesem Buch verstreut wurden, brauchte ich lange, um Johns Geheimnis zu lüften.

Zum Ende hin wurde es sehr spannend. Während Johns Geheimnis aufgelöst wurde, machte Anne neue Fortschritte wegen ihrer Schwester und stand zum Schluss vor einer wichtigen Entscheidung. Und so schloss sich in diesem Roman auch der Kreis von zwei Generationen, um die es schon im vierten Teil ging. Einfach super gelöst!

Während Anne eher eine graue Maus sein sollte und sich auch dafür hielt, wurde Rodolfo unbeschreiblich schön und gleichzeitig wild dargestellt. John war, trotz eines körperlichen Defizits, umwerfend attraktiv und wunderschön beschrieben. Sein Aussehen, gemischt mit seinem unergründlichen Charakter und seinem mysteriösen Verhalten, machte ihn zu einem sehr interessanten Mann.

Dieser Roman begeisterte mich von der ersten Seite an.
Die Autorin schaffte es gekonnt, mich von einer Seite zur nächsten tiefer in ihren Bann zu ziehen. Zudem ist dieses Werk sehr gefühlvoll geschrieben, sodass ich richtig in die Handlung eintauchen und mich treiben lassen konnte.
Der gesamte Roman war durchzogen mit erotischen und geheimnisvollen Schwingungen. Ich musste immer weiterlesen, um zu erfahren, was nun zwischen den beiden Protagonisten als Nächstes passiert und wie sich die Werwolfgeschichte weiterentwickelt.

Auch kam es mir in diesem Band so vor, als hätte die Autorin zu ihrem alten fesselnden Stil zurückgefunden, den ich in den letzten zwei, drei Bänden etwas vermisst hatte. Einem Stil, der sehr gefühlvoll, sinnlich, aber auch spannend und geheimnisvoll ist. Sie hat, meiner Meinung nach, wieder zu ihrer alten Stärke gefunden!

Da es in diesem sechsten Teil viele Zusammenhänge zu Band vier und fünf gab, empfehle ich, diese Serie der Reihe nach zu genießen. Jedes Buch ist zwar in sich abgeschlossen, doch tauchen von den Vorbänden immer wieder alte Charaktere auf, die teilweise zur Lösung des Romans beitragen.

Fazit:
Für mich war dieser sechste Band bis jetzt der beste Teil!
Ich vergebe diesem Werk fünf Sterne und mache es zu meinem Highlight dieser Serie.
Nun bin ich sehr gespannt, wie es im nächsten Roman weitergeht.

+
Geschöpfe der Nacht-Serie:

1. Wolfskuss (2008 )
2. Wolfsgesang (2008 )
3. Wolfsglut (2009)
4. Wolfsfieber (2009)
5. Wolfsbann (2010)
6. Wolfspfade (2010)

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Lori Handeland – Geschöpfe der Nacht 5 – Wolfsbann

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Lori Handeland schreibt historische und zeitgenössische Liebesromane und hat in den USA seit längerem großen Erfolg damit. Wolfskuss, der erste Roman ihrer Werwolf-Serie, wurde mit Begeisterung aufgenommen und 2005 mit dem RITA Award ausgezeichnet. Lori Handeland lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Southern Wisconsin.
Quelle: Egmont LYX Verlag

Klappentext:

Cassandra ist die Inhaberin eines Voodoogeschäfts in New Orleans. Im Auftrag einer Geheimgesellschaft reist sie nach Haiti, um die Wahrheit über einen alten Fluch herauszufinden. Der Glücksjäger Devon Murphy erklärt sich bereit, Cassandra auf ihrer Reise zu begleiten, doch sein sinnlicher Charme beschwört ganz unerwartete Gefahren herauf …

Meine Meinung:

Cassandra, eine Voodoo-Priesterin aus New Orleans, soll nach Haiti gehen, um für die „Jägersucher“ etwas in Erfahrung zu bringen. Die „Jägersucher“ sind eine Spezialeinheit, die alle Arten von Monstern auf der Erde eliminieren.
Diese Reise zu einem mächtigen Voodoo-Priester für Schwarze Magie, einem „bokor“, tritt sie mit einem Reiseführer an. Devon Murphy kennt diese Gegend sehr gut und würde auch sonst ALLES für Geld machen.
Doch Cassandra verschweigt ihm, wie auch Edward, dem Chef der „Jägersucher“, dass sie diese Exkursion auch aus einem persönlichen Grund macht …

Kaum hatte ich ein paar Sätze gelesen, war ich mittendrin in der Geschichte. Die Autorin schaffte es gekonnt, mich in ihren Bann zu ziehen.
In diesem Band wurde die Protagonistin zumindest für die Zeit auf Haiti als wehrloses Frauchen dargestellt, darum war es natürlich ein Segen, dass sie einen Mann wie Murphy an ihrer Seite hatte. Er war ihr großer Beschützer und zudem sah er aus wie ein Adonis. Dass es zwischendurch dementsprechend erotisch wurde, dürfte klar sein.
Ihr Guide brachte sie außerdem mit seinen unterschiedlichen Akzenten regelmäßig durcheinander, was mir sehr gefiel. Außerdem hatten die verschiedenen Aussprachen etwas mit Murphys Stimmung zu tun, woran ich seine Stimmungsschwankungen erkennen konnte.
Dazu noch die Dialoge zwischen den beiden, wenn sie sich gegenseitig provozierten und ärgerten, das war einfach köstlich. Immer wieder war so die Handlung von Humor durchzogen und ich musste des Öfteren schmunzeln.
Zudem wurde Cassandra regelmäßig von ihrer Vergangenheit heimgesucht, was ebenfalls interessant war.

Bald stellte sich heraus, dass der Aufenthalt auf Haiti ein einziges Abenteuer werden würde, dessen Höhepunkt in dem Dorf des „bokor“ stattfand. Dort gingen seltsame Dinge vor sich und mir war gleich klar, dass mit dem Priester und seinen Anhängern etwas nicht stimmen konnte.
Zusammen erlebten Cassandra und Murphy dort seltsame Dinge, für die er sofort nach einer logischen Erklärung suchte. Er wollte einfach nicht glauben, dass es übernatürliche Dinge auf unserem Planeten geben soll.

Nach der Reise nach Haiti hatte Cassandra plötzlich sehr bizarre Träume. Auch ihr Haustier spielte verrückt, sobald sie ihm zu nahe kam und es geschahen seit Kurzem seltsame Dinge in New Orleans. Plötzlich schien es neue Monster zu geben und Cassandra hatte auf eine besondere Weise damit zu tun …

In diesem Band ging es mir etwas zu sehr um Zombies und Voodoo. Da der Titel des Buches „Wolfsbann“ lautet, nahm ich eigentlich an, dass es sich auch in diesem Band um Werwölfe dreht. Aber davon war sehr lange Zeit überhaupt nichts zu lesen. Dafür wurde ich mit Flüchen und Ritualen vertraut gemacht, von denen es bei Voodoo mehr als genug gibt.

Dieses Werk wurde, wie auch seine Vorgänger in der Serie, in der Ichform aus Cassandras Sicht erzählt.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, wodurch sich der Roman leicht lesen lässt.
Die zwei Protagonisten wurden im Laufe der Geschichte immer besser vorgestellt und ich freute mich auf das Wiedersehen mit Lazarus, Cassandras Python, die ich im vierten Teil schon kennenlernen durfte.
Die Handlung ist abgeschlossen, sodass man es auch ohne die Vorbände lesen kann. Aber ich empfehle die Serie der Reihenfolge nach zu lesen, da immer wieder Figuren von den früheren Teilen auftauchen, die sich weiterentwickeln.

Fazit:
Auch wenn durch das ganze Buch Voodoo im Vordergrund stand, fand ich diesen Roman wieder etwas besser als den Vorgänger und vergebe vier bis fünf Sterne.
Nun bin ich gespannt, wie es im sechsten Teil weitergeht.

Geschöpfe der Nacht-Serie:
1. Wolfskuss (2008 )
2. Wolfsgesang (2008 )
3. Wolfsglut (2009)
4. Wolfsfieber (2009)
5. Wolfsbann (2010)
6. Wolfspfade (2010)

Michael Krug – Bahnhofsmission

Titel: Bahnhofsmission
Autor: Krug, Michael
Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN: 3839210917
Seitenzahl: 273
Einband: Paperback

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Michael Krug, Jahrgang 1956, ist in Stuttgart geboren und in Ludwigsburg aufgewachsen. Nach einem philologischen Studium in Tübingen und in den USA machte er seine ersten beruflichen Schritte als freier Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten. Krug arbeitete zwölf Jahre als Pressesprecher und Kommunikationsmanager bei einem Computerkonzern in Deutschland und der Schweiz, bevor er mit einem Schulfreund die Kommunikationsagentur Krug und Petersen in Tübingen gründete. Heute ist er Inhaber und Geschäftsführer der Agentur K&L. „Bahnhofsmission“ ist sein erster Roman.

Quelle: Gmeiner Verlag
Klappenetext:

In Stuttgart erregt das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 die Gemüter. Als der Vorstandsvorsitzende der größten Bank des Landes in einem Kellerraum des Stuttgarter Hauptbahnhofs erschlagen aufgefunden wird, gerät der Bahn-Manager Norbert Hagemann unter dringenden Mordverdacht. Der karrierebesessene Finanzjongleur war nicht nur zur Tatzeit am Tatort. Bald wird auch bekannt, dass er ein Verhältnis mit der Frau des toten Bankers hat. Doch diese Lösung scheint dem erfahrenen Kriminalbeamten Herbert Bolz viel zu einfach …

Meine Meinung:

Stuttgart Hbf – Ein normaler Donnerstagmorgen, an dem der Bahn-Manager Norbert Hagemann aus Berlin zurückkehrt, wo er, wie schon oft, mit den zuständigen Beamten der Politik über das Projekt „Stuttgart 21“ debattiert hatte.
Gewohnheitsmäßig will er sich mit einem Journalisten namens J.J. Palm im Geheimen treffen und ihm Insidertipps über die aktuellen Zahlen zum Projekt weitergeben.
Alles läuft wie immer, gut geplant und für Dritte unsichtbar. Doch nach seinem nächsten Ausflug nach Berlin kommt Palm zu spät und Hagemann wird in Handschellen abgeführt.
Ein Mord sei geschehen, an dem ausgewählten Treffpunkt der beiden Geheimnistuer …

Diesen Krimi könnte man gut in drei Teile aufgliedern.
Im ersten Abschnitt wurde ich mit den wichtigsten Figuren und dem Mordopfer bekannt gemacht. Dann geschah der Mord und der, für mich typische, Schwabe Kommissar Bolz bekam seinen ersten Auftritt.
Ab da war es um mich geschehen. Was mir vorher an detailreichen Personenbeschreibungen des Autors zu heftig wurde, wich bei dem breit schwäbisch-sprechenden Bolz in den Hintergrund. Dieser, schon in die Jahre gekommene, Polizist hatte sich mit seinem ersten Dialekt-Satz in mein Herz geredet. Ich liebe es einfach, wenn die Protagonisten in Regionalkrimis auch teilweise so sprechen dürfen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Im zweiten Abschnitt ging es hauptsächlich um das Großprojekt „Stuttgart 21“ und was alles damit zusammenhing. Am meisten ging es natürlich um Zahlen und Fakten, die die Politik aus Berlin wissen wollte.
Der Autor nahm sich Zeit, um einzelne Situationen genau zu erklären und den Leser etwas tiefer in das Konzept von „Stuttgart 21“ blicken zu lassen.
Dadurch wurde der Mord mitsamt dem Kommissar etwas aufs Abstellgleis gestellt, was mir überhaupt nicht gefiel.
Aber umso interessanter wurde die Rolle des Norbert Hagemann, der über alles zu dem Milliardenprojekt wusste.
Durch seine Stellung bei der Bahn kam heraus, dass jemand „Big Brother“ spielte und seit einiger Zeit seine Finger bei dem Thema „Stuttgart 21“ drin hatte. Von einer wichtigen und mächtigen Position aus wurde alles über jeden einzelnen Mitarbeiter von Hagemann bespitzelt.
Neben der Kontrolle über Telefonate, Emails, An- und Abwesenheitslisten, wichtige Termine und Bankdaten wurde ebenso an den Zahlen der Kalkulationen für „Stuttgart 21“ manipuliert und das Letzte nicht nur vor Ort, sondern auch in der Hauptstadt des Landes, Berlin.
Das waren für mich so viele Informationen auf einmal, dass ich zwischendurch manches zweimal lesen musste, damit ich den Inhalt besser verstand.

Im letzten Drittel wurde es dann endlich richtig spannend.
In Sachen Mord erzielten Bolz und Palm durch gemeinsames Ermitteln und Recherchieren endlich einen Durchbruch. Nebenbei führten einzelne Fäden, auch in der Manipulation des Millionenprojektes, schließlich bei einer Figur zusammen.
Die Handlungsorte wechselten nun öfters um Stuttgart und insgesamt war mehr Action zu spüren.
Es gab keine störenden Unterbrechungen mehr durch Erklärungen, der Spannungsbogen war immer präsent, es ging ständig voran.
Somit war ich dann auch schnell am Ende angelangt, da dieser dritte Teil sehr viel Spaß machte.

Daher war es im Großen und Ganzen ein guter Krimi!
Doch leider ziehe ich zwei Sterne für die detailreichen Personen- und Situationsbeschreibungen ab. Es wurden teilweise Figuren sehr genau vorgestellt, deren Handlung überhaupt keine große Rolle spielte. Und mit manchen Situationen im Bezug auf das Projekt brachte mich der Autor mit seiner Ausführlichkeit mehr durcheinander, als dass ich es schlussendlich verstand.
Trotzdem würde ich mich über weitere Schwabenkrimis mit Kommissar Bolz und Journalist Palm freuen!

So gebe ich dem Debütroman von Michael Krug drei positive Sterne.

Klaus Erfmeyer – Stephan Knobel 5 – Endstadium

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Dr. Klaus Erfmeyer, geboren 1964, lebt in Dortmund und ist seit 1993 Rechtsanwalt, darüber hinaus Maler und Dozent. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen. „Tribunal“ ist bereits sein vierter Kriminalroman um Rechtsanwalt Stephan Knobel. Sein Erstling „Karrieresprung“ wurde für den Friedrich-Glauser-Preis 2007 in der Sparte „Bester Debüt-Kriminalroman“ nominiert.
Quelle: Gmeiner-Verlag

Klappentext:

Der Dortmunder Unternehmer Justus Rosell ist unheilbar an Krebs erkrankt. Für seinen bevorstehenden Tod macht er den Internisten Jens Hobbeling verantwortlich, der es versäumt haben soll, die tückische Krankheit rechtzeitig erkannt und damit jede Chance auf Heilung verspielt zu haben. Nachdem Rosell seinen Vorwurf gegen den Arzt in einem von großem Medieninteresse begleiteten Prozess nicht beweisen konnte, zieht er sich im Endstadium der Krankheit in sein Domizil auf der Ferieninsel Gran Canaria zurück. Gleichzeitig beauftragt er Rechtsanwalt Stephan Knobel, ein letztes Mal gegen Hobbeling aktiv zu werden …

Meine Meinung:

Bei diesem Roman handelt es sich um den fünften Regionalkrimi von Klaus Erfmeyer.
Sein Protagonist, Rechtsanwalt Stephan Knobel, sollte einen sterbenskranken Mandanten bis zum Tod begleiten und ihm möglichst Unannehmlichkeiten ersparen. Dazu gehörte auch ein Prozess gegen den Arzt, der die Diagnose über einen Tumor zu spät bemerkt haben soll.
Nebenher machte Knobels Lebensgefährtin Marie, Germanistin und gerade arbeitslos, eine interessante Entdeckung und wurde darauf detektivisch aktiv.

Die Handlung spielte größtenteils auf Gran Canaria. Dort kamen nach kurzer Zeit neue Ungereimtheiten auf und Knobel stellte sich eins ums andere Mal die Frage, was hinter der Krankheit wirklich steckte?
Vor Ort traf er auf einen Agenten einer Lebensversicherung, der Knobel seinen Standpunkt über dessen Mandanten klar machte.

Die Einleitung empfand ich etwas zu ausführlich, aber um der Handlung folgen zu können, war es nötig.
Die darauffolgenden Schritte durch Maries Detektivarbeit, Knobels Recherchen mit dem Agenten und seine Beobachtungen, wurden ebenfalls sehr genau geschildert. Trotzdem waren diese Tätigkeiten wiederum zu keinem Zeitpunkt langatmig.

Der Autor führte mich von einer falschen Fährte auf die andere, bis endlich Licht ins Dunkel gebracht wurde. Das kannte ich nun schon von seinen vorangegangen Büchern und ich fand es klasse gemacht.
Zwischendurch bekam ich auch einen kleinen Einblick in die geographisch gelegenen Ortschaften von Gran Canaria.
Spannung baute sich zwar Anfangs nur sehr gemächlich auf, doch zum Schluss kam es zu einem Showdown und einem ganz dicken Ende. Damit hätte ich nie gerechnet.

Die Handlung wurde aus Knobels Sicht geschildert. Somit bekam ich auch die rechtliche Seite dieser Krankheitsgeschichte und dessen Verlauf mit. Auch Maries Sichtweise wurde vereinzelt dargestellt, um zu zeigen, was sie bei ihren Recherchen herausfand.
Alles wurde ausführlich beschrieben, dadurch konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.

Fazit:
Auch dieser Roman von Herrn Erfmeyer ist ohne Blutvergießen ein spannender Krimi.
Ich vergebe allerdings nur vier Sterne, weil mir die Handlung dieses Mal nicht so zugesagt hat, da ich es nicht mag, wenn mit einer Krankheit gespielt wird …

Bisher erschienen:
Karrieresprung (2006)
Todeserklärung (2007)
Geldmarie (2008)
Tribunal (2010)
Endstadium (2010)

Helene Henke – Das Rote Palaise II – Der Gottvampir

Autorenportrait:

Helene Henke über sich:

Ich wurde am 27. November 1964 in Krefeld geboren. Seit über zwanzig Jahren führen mein Mann und ich eine glückliche Beziehung. Wir haben zwei Söhne im Alter von zwanzig und zwölf Jahren. Zwischen den Kindererziehungsjahren machte ich zwei Ausbildungen, als Erzieherin und Industriekauffrau. Rastlos jobbte ich in verschiedenen Berufen. Seit sieben Jahren arbeite ich in einem Multiplexkino. Ein Job der Freude macht, inspiriert und in meinem Leben Platz lässt, mich dem zu widmen, was ich wirklich tun möchte – Schreiben. Denn manchmal bedarf es seine Zeit bis man seinen Weg gefunden hat. Doch das Warten hat sich gelohnt.
Bücher hatten immer einen besonderen Platz in meinem Leben und manchmal waren sie auch Teil meines Lebens. Daran soll sich in Zukunft nichts ändern.

Quelle: Sieben-Verlag

Klappentext:

Man nennt ihn Bragi – der Name des altegermanischen Gottes der Dichtkunst.
Und tatsächlich scheinet er mehr zu sein als ein Vampir. Der exzentrische Rockstar versteht es, mit seiner Musik Menschen und Vampire gleichermaßen zu begeistern. Hat sein Auftauchen in Krinfelde etwas mit dem neuesten Fall von Privatdetektivin Leyla Barth zu tun?
Fest steht, dass Thetania e.V. weiterhin seinen Geschäften nachgeht, obwohl Leyla und der Meistervampir Rudger von Hallen der Sekte schon einmal in ihr fragwürdiges Handwerk gepfuscht haben.
Während Thetania expandiert und neben Menschen nun auch Vampire zu Opfern werden, wirft die geheimnisvolle Vampirin Iduna einen Schatten auf die junge Beziehung zwischen Leyla und Rudger.

Meine Meinung:

Mit „der Gottvampir“ handelt es sich um den zweiten Band einer Trilogie um das rote Palais von der deutschen Autorin Helene Henke.
Mit diesem Teil hat sie mich noch süchtiger nach ihren Büchern gemacht, als ich nach dem ersten Band schon war.

In diesem zweiten Roman geschehen seltsame Morde, die von der Privatdetektivin Leyla aufgeklärt werden sollen. Ob diese Morde mit dem Rockidol und Vampir Brag zu tun hat, der den Namen eines Gottes trägt?
Kurz darauf geschehen weitere undefinierbaren Dinge worunter auch vermehrt ausgesaugte Leichen dazu gehören.
Als würden diese Geschehnisse nicht schon genug Fragen aufwerfen und Leyla beschäftigen, treibt die Schönheitsfarm Thetania e.V. auch in diesem Band sein Unwesen.
Während Leyla nun diesen vielen Fragen nachgeht und sich wieder einmal um den Verein kümmert, sucht Rudger nach etwas, dass mitlerweile eine Legende in Europa ist. Ob er es jeh finden wird?
Je näher das Ende kam, umso dramatischer wurde es.

Dieser Band platzte fast vor Spannung!
Ich war von Anfang an gefesselt und teilweise hielt ich sogar vor lauter Action die Luft an. Die Handlung hatte neben der Dramatik einen guten Schuss Erotik, was die Geschichte etwas auflockerte.
Dazu kamen willkommene Verschnaufspausen durch die Suche nach einem riesigen Schatz und durch eine göttliche Einmischung auf bizzare Art und Weise.

Die Autorin brachte manche Szenen richtig plastisch rüber. Ich konnte die Angst, den Schock, die Kälte sogar spüren, genauso wie das Prickeln, das Verlangen, die Erotik zwischen den zwei Protagonisten war fast greifbar. Auch wurden die beiden sehr anschaulich dargestellt, sodass ich mich in ihrer Gegenwahrt sofort wohl fühlte.

Geschickt wurden Informationen über Götter sowie geschichtlichen Ereignissen in die Handlung mit eingeflochten.
Auch wenn die Bücher in sich abgeschlossen sind, würde ich empfehlen, sie der Reihe nach zu lesen.

Fazit:
Ein mitreißender Roman der Extraklasse!
Ich vergebe fünf Sterne und ist mein Monatshighlight im März.

Die Trilogie – Das Rote Palais:
Die Totenwächterin
Der Gottvampir
Die Schattenpforte

Helene Henke – Das Rote Palais I – Die Totenwächterin

Autorenportrait:

Helene Henke über sich:

Ich wurde am 27. November 1964 in Krefeld geboren. Seit über zwanzig Jahren führen mein Mann und ich eine glückliche Beziehung. Wir haben zwei Söhne im Alter von zwanzig und zwölf Jahren. Zwischen den Kindererziehungsjahren machte ich zwei Ausbildungen, als Erzieherin und Industriekauffrau. Rastlos jobbte ich in verschiedenen Berufen. Seit sieben Jahren arbeite ich in einem Multiplexkino. Ein Job der Freude macht, inspiriert und in meinem Leben Platz lässt, mich dem zu widmen, was ich wirklich tun möchte – Schreiben. Denn manchmal bedarf es seine Zeit bis man seinen Weg gefunden hat. Doch das Warten hat sich gelohnt.
Bücher hatten immer einen besonderen Platz in meinem Leben und manchmal waren sie auch Teil meines Lebens. Daran soll sich in Zukunft nichts ändern.

Quelle: Sieben-Verlag

Klappentext:

Wenn Menschen in Konflikte mit Vampiren geraten, wenden sie sich an die Detektivin Leyla Barth. Deutschland plant den Vampirismus zu legalisieren, doch es gibt Widerstände auf beiden Seiten. Die Polizei bittet Leyla um Mithilfe bei der Aufklärung mysteriöser Morde an Vampiren. Das Multiplexkino Aurodom gerät ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Es ist in fester Hand des Meistervampirs der Stadt. Er setzt den Charme eines vollendeten, fünfhundert Jahre alten Gentlemans ein, um Leyla für sich zu gewinnen. Hat er mit den Morden zu tun? Die Ermittlungen führen Leyla zu Thetania e.V., einer als Verein getarnten Sekte, die sich den Schönheits- und Jugendwahn der Menschen zunutze macht.

Meine Meinung:

Mein erster Vampirroman einer deutschen Autorin, deren Romanhandlung auch in Deutschland spielt.
Es geht um eine Privatdetektivin und früheren Polizistin, die aber nebenher auch spezielle Fälle für die Polizei bearbeitet.
Durch einen aktuellen Fall, sowie einem Auftrag eines Klienten, gerät Leyla in die Machenschaften von Vampiren und anderen Gestalten.
Ab diesem Zeitpunkt baute sich langsam, aber stetig, Spannung auf.
Die polizeilichen, wie auch ihre privaten Ermittlungen führen Leyla ins Multipexkino Aurodom, dass sich in fester Vampirhand befindet.
Dort macht sie Bekanntschaft mit etwas viel Schlimmeren als einem Vampir und findet interessante Dinge über einen Verein heraus, der sich teilweise auf illegale Weise mit dem Schönheits- und Jugendwahn befasst …

Während Leyla nun versucht, dem Verein das handwerk zu legen, muss sie sich mit bösartigen Kreaturen herumschlagen und sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen.
Nebenbei bahnt sich etwas Undefinierbares zwischen Leyla und dem Meistervampir von Krinfelde an, was sie zunächst nicht einordnen kann und dann nicht richtig wahr haben will. Aber es existiert ein unsichtbares Band zwischen ihnen, das im laufe des Buches immer offensichtlicher wird. Die Visionen, die dazugehören, machten Leyla die Verbundenheit noch deutlicher.

Der Roman hatte mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Vielleicht hing es auch damit zusammen, dass ich das Gefühl hatte, regelrecht in die Geschichte hineinzustolpern. Da ich das Buch anhand einer Leserunde mit der Autorin lesen durfte, wurde mir dieses Gefühl bestätigt, da es gleich rasant losging.

Da die Handlung meist aus Leylas Sicht in der personalen Perspektive geschildert wurde, bekam ich auch mit, was in ihrer Gefühls – und Gedankenwelt vor sich ging. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass ich ein Teil von ihr bin und das war einfach genial dargestellt.
Aber auch der Blickwinkel des Meistervampirs Rudger kam wenige Male vor und in dieser Sicht erfuhr ich einiges über Rudgers früheres Leben, sowie auch interessante Verzweigungen zu Leylas Vergangenheit.

Trotz der wechselhaften Standorte und Geschehnisse baute sich sehr schnell eine Grundspannung auf, die von Kapitel zu Kapitel zunahm.
Gerade die Abwechslung zwischen den Todesfällen, den Nachforschungen um Thetania e.V., sowie Leylas Privatleben und Vergangenheit machten den Debütroman von Helene Henke so interessant.
Was den Mörder anging, lag ich zum Schluss richtig. Aber es dauerte fast das ganze Buch durch, bis ich dahinter kam.

Die Kapitel sind mit Abschnitten aufgelockert und wirken durch das, etwas für mich unhandliche Format des Buches, etwas kurz.
Die Autorin schreibt so, dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann.

Fazit:
Ein tolles Leseerlebnis. Nun freue ich mich schon auf den zweiten Teil!
Fünf volle Sterne!

Die Trilogie – Das Rote Palais:

Die Totenwächterin

Der Gottvampir

Die Schattenpforte

Yasmine Galenorn – Die Schwestern des Mondes 1 – Die Hexe

 

Rezensionsexemplar

 

Autorenportrait:

Yasmine Galenorn hatte sich in Amerika bereits mit einer Reihe Romane und Sachbücher einen Namen gemacht, bevor ihr mit ihrer Serie um die „Schwestern des Mondes“ auch der internationale Durchbruch gelang. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Samwise und vier Katzen in Bellevue.
Quelle: Droemer/Knaur

 

Klappentext:

„Mein Name ist Camille. Ich bin eine Hexe. Zugegeben, meine Zauber neigen dazu, sich gegen mich selbst zu wenden – aber ich schaffe es trotzdem, den Bösen kräftig in den Hintern zu treten. Meistens jedenfalls …“

Weil ihre Mutter nur ein Mensch war, haben es die Schwestern Camille, Delilah und Menolly in der Anderwelt nie leicht gehabt. Daran ändert sich wenig, als die drei von ihrem Arbeitgeber, dem Anderwelt Nachrichten Dienst, auf die Erde strafversetzt werden. Doch dann findet der Dämonenfürst Schattenschwinge einen Weg, um die Grenzen seines unterirdischen Reichs zu überwinden – und auf einmal liegt das Schicksal der Menschheit und der Feenvölker in den Händen der Schwestern …

 

Meine Meinung:

Ein Dämon mit großem Einfluss namens Schattenschwinge versucht, die Macht der Anderwelt und der Erde zu erlangen, um sie sich untertan zu machen. So treiben seine Handlanger ihr Unwesen in der menschlichen Welt und Camille soll sie mit ihren Schwestern Delilah und Menolly aufhalten und eliminieren.
Gleichzeitig müssen sie einen Mann suchen, der eine Art Schlüssel hat, den Schattenschwinge braucht, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Wenn Camille und ihre Schwestern dieses Artefakt zuerst finden würden, wären sie dem Dämon einen Schritt voraus.
Bei dieser Suche machen sie Bekanntschaft mit einigen interessanten und ausbaufähigen Figuren, die im Laufe der Serie wohl auch weiterhin die Schwestern begleiten werden.

Die Hälfte des Buches war gefüllt mit Erklärungen und der Vorstellung verschiedener Figuren und Wesen. Es war sehr interessant und für mich nie zu viel auf einmal, sodass ich den Erläuterungen gut folgen konnte.
Auch ging es im Großen und Ganzen fast durch den gesamten Roman hindurch um die Suche nach einem Mann, der ihnen mit einem gewissen Gegenstand helfen könnte, gegen die dunklen Mächte anzukommen. Neben diesem Mann traten auch noch weitere männliche Gestalten in das Leben von Camille und ihren Schwestern. Manche Begegnungen endeten in erotischen Situationen, die schön, aber nicht zu ausführlich dargestellt wurden.

Den ersten richtigen Knalleffekt gab es erst nach schätzungsweise einem Drittel des Buches. Danach wurde es immer aufschlussreicher und interessanter, was auch das Artefakt anging.
Trotz der teilweise vorhersehbaren Handlung hatte die Geschichte etwas Fantastisches an sich. Vielleicht lag es daran, dass es sich um drei Schwestern handelte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Denn obwohl sie teilweise von Sidhe (Feen) abstammten, sind sie doch sehr verschieden in ihrer Gestalt und Art. Schließlich war Camille eine Hexe, Delilah eigentlich eine Katze und Menolly ein Vampir …

Wenngleich es größtenteils weder Spannung noch Dramatik gab trotz zweier Leichen, wollte ich doch immer wissen, wie es weitergeht und was zwischen den Figuren als nächstes passierte.
Dass sie die Menschen immer als VBM (Vollblutmensch) sahen, während die Feen, in der Anderswelt Sidhe, von den Menschen VBF (Vollblutfee) genannt wurden, fand ich sehr amüsant. Was allerdings auf Camille und ihre Schwestern leider nicht zutraf, da sie halb Mensch, halb Sidhe, sind.

Der Roman wurde aus Camilles Sicht in der Ichform erzählt. So bekam ich auch ihre Gedanken mit und konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Dieses Werk lässt sich durch den einfachen Schreibstil flüssig lesen. Es wird alles genau erklärt, die Handlung wurde dadurch aber nicht langweilig. Teils waren witzige Vergleiche bei manchen Erklärungen dabei, was mir sehr gefiel.
Die Charaktere wurden im Laufe des Buches immer besser vorgestellt und ich bekam schon eine kleine Ahnung, was im nächsten Band wohl geschehen wird.

Fazit:
Ein toller Auftakt einer Serie über drei sehr unterschiedliche und interessante Schwestern und ein Fantasiebuch, das „Frau“ gefallen wird.
Ich würde am Liebsten sofort weiterlesen und vergebe diesem Roman vier Sterne.

Bisher erschienen:
Die Hexe (2009)
Die Katze (2009)
Die Vampirin (2009)
Hexenküsse (2009)
Katzenkrallen (2010)
Vampirliebe (2010)

Lea Korte – Die Maurin

Autorenportrait:

Lea Korte, geboren 1963, wanderte nach Abschluss ihres Studiums nach Spanien aus, wo sie zuerst in Katalonien und später im Baskenland und in Valencia als Übersetzerin und Autorin lebte. Von Anfang an setzte sie sich intensiv mit der Geschichte und Kultur ihrer Wahlheimat auseinander. Zusammen mit ihrem französischen Mann und ihren beiden Kindern lebt sie heute in Südspanien.
Quelle: Droemer Knaur

Klappentext:

Andalusien im 15. Jahrhundert:
Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …

Meine Meinung:

Die Geschichte um Zahra as-Sulami beginnt im Jahre 1478, als sie 13 Jahre alt ist.
In diesem Roman wird ihre Geschichte und die ihres Landes und dem dazu gehörigen (zusammenschreiben) Glaubenskrieg geschildert. Während Zahra in dieser schwierigen Zeit heranwächst, durchlebt und übersteht sie viele Abenteuer.
Ich erfuhr während der Geschichte viel über die Mauren und ihre Kultur sowie den schlimmen Kämpfen zwischen Mauren und den Kastilianern. Aber auch die schwere Zeit als Frau wird gezeigt, und es geht auch um eine Liebesgeschichte, die unter einem dunklen Stern steht.

Auf den Inhalt direkt möchte ich nicht eingehen, da jede einzelne Situation ein Erlebnis ist und ich nicht vorab schon etwas verraten möchte.
Nur soviel: Die Geschichte ist atemberaubend, abwechslungsreich und sehr spannend.

Die Autorin bringt jede Situation perfekt zu Papier. Die Zeit war für Frauen damals überhaupt nicht einfach und Zahra muss das durch das ganze Buch hindurch am eigenen Leib erfahren. Die Diskriminierungen und das Verhalten in der damaligen Zeit hat Lea Korte sehr gut rübergebracht.
Ich konnte mich von Anfang an in Zahra hineinversetzen und habe mit ihr gelacht und geweint.
Zu jedem Augenblick fühlte ich mich mittendrin und ich konnte alles fast spürbar nachempfinden.
Gerade auch die Zeit der Trauer und des Schmerzes war sehr gut dargestellt und ich musste immer wieder mit den Tränen kämpfen.
Für dieses Jahrhundert und in dieser Gegend ist an Zahra ein wahrer Mann verloren gegangen. Sie ist eine Heldin und meistert die ihr gestellten Situationen immer mit Bravour.

Meistens wurde aus Zahras Sicht erzählt. Aber auch Gonzalos‘ Sichtweise, einem Kastilianer, der ihr den Kopf verdreht hatte, durfte man ab und zu lesen.
Auch konnte ich mich gut in die verschiedenen Figuren hineinversetzen und wusste sogleich, wer mir sympathisch und wer mir unsympathisch war.
Durch die Kämpfe, und dem Geschick der Autorin auch Fanatiker richtig gut zu beschreiben, war ich mit meinen Emotionen immer richtig mit dabei.
Ebenso waren die historischen Ereignisse geschickt in die Handlung eingeflochten und dazu brachte Lea Korte mir durch ihr Werk die Kultur der Mauren etwas näher, was mir sehr gefiel.

Der Roman ist unterteilt in vier Teile. Die Kapitel zum jeweiligen Abschnitt beginnen wiederum immer von vorne mit Eins. Die Kapitel selbst sind teilweise sehr lang, aber mit Absätzen versehen.
Durch die Aufteilung konnte ich mir gut vorstellen, wie Zahra heranwuchs. Mit jedem Abschnitt war sie wieder etwas älter und hatte neue und gefährlichere Abenteuer zu überstehen.

Als Zusatzmaterial gibt es vorne im Buch ein Namensregister der wichtigsten Figuren, sowohl von Mauren als auch von Kastilianern.
Nach der Geschichte kann man sich noch an den Stammbäumen, einem Glossar und den passenden historischen Ereignissen erfreuen.

Fazit:
Ein historischer Roman, den ich weiterempfehlen kann!
Ich vergebe diesem Werk fünf Sterne und mache es zu meinem Monatshighlight im Juli.

Christian Gude – Kommissar Rünz 4 – Kontrollverlust

 

Rezensionsexemplar

Autorenportrait:

Christian Gude wurde 1965 in Rheine/Westfalen geboren. Er studierte Geografie in Mainz und lebt heute in Darmstadt. Für ein international operierendes Consulting-Unternehmen arbeitet er als Marketingexperte. „Kontrollverlust“ ist der vierte Band seiner erfolgreichen „Kommissar Rünz“-Serie.
Quelle: Gmeiner Verlag

Klappentext:

Zwanzig Jahre Mordkommission hinterlassen Spuren. Auch bei Hauptkommissar Karl Rünz, der sich neuerdings als Krimiautor versucht und deshalb überhaupt keinen Sinn für die Pläne seines karriereorientierten Vorgesetzten hat. Wie dumm, dass just zu diesem Zeitpunkt in einem Nachbarort Darmstadts ein toter Schmied in seiner Werkstatt gefunden wird und sich Rechtsmediziner Bartmann partout nicht dazu überreden lässt, eine natürliche Todesursache zu diagnostizieren. Was zunächst nach einem Routinefall aussieht, entwickelt sich bald zu einem ausgewachsenen Problem für Rünz, an dessen rascher Lösung nicht nur die US Air Force größtes Interesse hat …

Meine Meinung:

Auf dem Cover sind zwei Munitionspatronen abgebildet. Eine stehend und, leicht versetzt hinter der ersten, ist liegend die zweite Patrone dargestellt. Der Hintergrund ist in verschiedenen Grautönen gehalten und die Munition spiegelt sich, als würde sie sich auf einem Glastisch oder ähnlichem befinden.

Dies ist der vierte Fall von Kommissar Rünz. Die Handlung spielt in Darmstadt und Frankfurt.
Der Klappentext verspricht ein spannendes Werk, bei dem sogar die USA in der Geschichte mitmischt.
Doch beim Lesen wurde mir nach den ersten paar Kapiteln klar, dass es nicht ganz so amerikanisch zugeht, es dafür aber waffentechnisch sehr interessant wird.

Während Kommissar Rünz nach 20 Jahren langsam an seinen Ausstieg bei der Polizei denkt und eine zweite Karriere als Schriftsteller vor sich sieht, hat sein Vorgesetzter ganz andere, viel interessantere Pläne mit ihm. Dieser macht Rünz im breitesten Denglisch klar, dass er die Zukunft für ihr Revier wäre mit eigener Abteilung, der SUSC Darmstadt, was so viel heißt wie Strike Unit Science Crime. Leider werden die wenigsten Abkürzungen oder englischen Wörter erklärt. Es soll nur amerikanisch klingen, so wie CIS = Criminal Intent Services.
Parallel bekam ich noch weitere Handlungsstränge zu lesen, mit denen ich anfangs ziemliche Schwierigkeiten hatte, da sie „noch“ nicht ins Gesamtbild passten.
Des Weiteren wurde ich in die Geschichte und Bauweise einer großen Waffe eingewiesen, was interessant, aber doch sehr ermüdend war.

Die zeitlichen Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die immer wieder vorkamen, sowie die immerwährenden stündlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Handlungssträngen, langweilten mich auf Dauer. Vor allem da man kein einziges Mal einen Hinweis bekam, wo man sich gerade aufhielt. Das wurde erst im Laufe des Kapitels sichtbar und manchmal nicht einmal dann …
Das machte das Lesen und Genießen des Krimis für mich sehr schwer.
Am Ende ging dann alles so schnell, dass sich auch da keine richtige Spannung aufbauen wollte, da die Auflösung viel zu hektisch war.

Zwischendurch durfte ich auch Ausschnitte von Rünz‘ verfasstem Thriller lesen, den ich besser verstand als die aneinander gereihten Figuren und Situationen der verschiedenen Handlungen.

So leid es mir tut, aber bei der Hälfte des Werkes verstand ich nicht, worum es bei den Nebenhandlungen ging und in welchem Zusammenhang sie mit dem Mord standen. Sehr enttäuschend.
Zudem hatte sich der Autor leider zu viel mit Nebensächlichkeiten beschäftigt, die bei dem Thema um den Mord gar nicht ins Gewicht fielen. Fast kam es mir so vor, als wären das Lückenfüller für die kurze Krimihandlung, die wiederum dadurch völlig unterging.
Obwohl ich ein Quereinsteiger in diese Reihe bin, kam ich mit der Geschichte einigermaßen zurecht, ohne Vorwissen gehabt zu haben.

Fazit:
Es war ein interessanter Schreibstil mit einer guten Idee. Leider hatte ich mir etwas mehr von der eigentlichen Handlung um den Mord erhofft, weswegen es nur zwei bis drei Sterne gibt.

Bisher erschienen:

01. Mosquito (2007)
02. Binärcode (2008 )
03. Homunculus (2009)
04. Kontrollverlust (2010)